Krebs: Strahlentherapie und Tumorboard erhöhen Überlebenschancen

Krebs: Strahlentherapie und Tumorboard erhöhen Überlebenschancen

Tumorboards, das sind Plattformen in denen sich mindestens fünf Experten über die Erkrankung eines Patient austauschen. Diese, ebenso wie die in diesen Schwerpunkt-Onkologiestatitionen eingesetzte, teurere Strahlentherapie eingesetzt wird, erhöht die Überlebenschance von Krebspatienten beträchtlich.

Der Einsatz von interdisziplinär besetzten Tumorboards erhöht die Überlebensdauer von Patienten mit Krebserkrankungen um durchschnittlich sechs Monate. "Der Effekt ist in etwa vergleichbar mit einer Chemotherapie", erklärte Peter Lukas, Präsident des Dachverbands onkologisch tätiger Fachgesellschaften Österreichs (DONKO).

Derzeit gibt es diese effizientere Strahlenbehandlung in nur wenigen onkologischen Zentren wie in Innsbruck

Grund dafür ist unter anderem der verstärkte Einsatz von Radioonkologie nach Diskussion in den Tumorboards. Dennoch sind diese derzeit nur für Patienten verpflichtend, die in einem der onkologischen Fachzentren Österreichs behandelt werden. "In Innsbruck sind das zwar schon 80 bis 90 Prozent, in anderen Teilen Österreichs aber sicher weitaus weniger", schilderte Lukas, auch Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Unter anderem mit dieser Problematik befasst sich auch der erste DONKO-Jahreskongress, der ab Freitag in Wien stattfindet. Denn die Forderung des DONKO-Präsidenten: "Tumorboards sollten als qualitätssichernde Maßnahme bei jedem Krebspatienten angewandt werden."

Tumorboards dienen als Diskussionsplattformen, in denen die Erkrankung des Patienten von mindestens fünf Experten vom Fachonkologen bis zum Radiologen besprochen wird. Im Idealfall tritt das Board bereits während der Diagnosefindung und der Stadienbestimmung zusammen. So kann dem Patienten vom behandlungsführenden Arzt nicht nur die Diagnose, sondern auch gleich der vorgeschlagene Behandlungsverlauf präsentiert werden.

"Das ist ein wesentlicher Aspekt, um dem Patienten Sicherheit zu geben und die Angst zu nehmen", meinte Lukas. Allerdings hat das Board nur beratende Funktion – sowohl der Patient als auch der behandlungsführende Arzt (mit einer Erklärung) können den Vorschlag ablehnen.

Noch haben Patienten in Österreich kein Recht auf eine Behandlung ihres Falls in einem Tumorboard, sie können jedoch aktiv danach fragen. Alle vorhandenen Tumorboards Österreichs sollen in Zukunft auch auf der Homepage des Dachverbands veröffentlicht und qualitätsgereiht werden. Dabei werden jene an erster Stelle stehen, die sich in Dokumentation, Ablauf und ähnlichem an die vorgeschlagene Meta-Geschäftsordnung des Dachverbandes halten.

Noch keine verpflichtenden Tumorboards

Um den zusätzlichen Zeitaufwand der Ärzte für die Tumorboards in Grenzen zu halten, behilft man sich in Innsbruck bereits mit Telemedizin-Eichrichtungen. "Problematisch könnte es aber für jene Einrichtungen werden, in denen die Boards noch nicht verpflichtend sind", meinte der DONKO-Präsident. "Die Träger der Einrichtungen hätten das dann finanziell und personell einzuplanen."

Jeder Einzelne kann dazu beitragen, sein Krebs-Risiko zu reduzieren

Der Samstag des DONKO-Kongresses steht dagegen im Zeichen der Patienten. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Krebs" können sich Patienten und Angehörige in diversen Vorträgen von Vorsorge bis Behandlung über Krebs informieren. "Jeder Einzelne kann selbst wesentlich dazu beitragen, sein Krebs-Risiko zu reduzieren", erklärte Paul Sevelda, Präsident der Krebshilfe.

Neben Impfungen wie der neuen HPV-Impfung und der Früherkennung stehen dabei vor allem Lebensstiländerungen zur Prävention im Vordergrund. "Wenig Alkohol, kein Nikotin, pflanzenbetonte Ernährung und moderate Bewegung im Ausmaß von täglich mindestens einer halben Stunde sind besonders wichtig", ergänzte Karl-Heinz Wagner, stellvertretender Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien.

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