Heuschnupfen-Zeit: Die Pollen fliegen wieder – Smartphones helfen

Heuschnupfen-Zeit: Die Pollen fliegen wieder – Smartphones helfen

Bereits jedem fünften Österreicher macht der Frühling und der damit verbundene Pollenflug zu schaffen. Und neben Nasensprays und Augentropfen sollen künftig auch Smartphones die Beschwerden der Allergiker lindern.

Der langer, trüber Winter ist Schnee von Gestern und der Frühling zeigt sich mittlerweile von seiner schönsten Seite. Und während sich die einen über Sonnenstrahlen, steigende Temperaturen und ein Meer aus Blüten freuen, wünschen sich die anderen Regen und kaltes Wetter. Denn wenn Gräser, Blumen und Baumknospen zu sprießen beginnen, ist das auch der Startschuss zur Pollenflug-Saison. Allergiker sind dann nicht zu beneiden, denn die Überreaktion ihres Immunsystems macht ihnen mitunter schwer zu schaffen.

Erle, Hasel, dann Birke und Esche, gefolgt von Gräsern, Beifuß und Ragweed - die Pollensaison beginnt meist Ende Februar und kann sich bis Ende Oktober, manchmal bis in den November erstrecken. „Die Auswirkung auf die Lebensqualität wird zum Teil massiver erlebt als jene einer als 'ernster' wahrgenommenen Erkrankung wie etwa Diabetes", betonte Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion im Rahmen einer Pressekonferenz der MedUni Wien. Deshalb raten Experten, wie etwa Zsolt Szepfalusi von der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien, rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jeder fünfte betroffen

In Österreich etwa leidet laut wissenschaftlichen Studien inzwischen bereits jeder fünfte an einer inhalativen Allergie, das heißt an einer Pollen-Allergie mit Heuschnupfen bis hin zum Asthma. Eine aktuelle Umfrage mit 1.011 Teilnehmern im Alter zwischen 15 und 86 Jahren von Oekonsult bestätigt dies in etwa: 26,5 Prozent der Befragten erklärten, selbst Pollen-Allergiker zu sein.

Weiters geht zudem aus der Studie hervor, dass die Mehrheit der direkt Betroffenen mit den üblichen Behandlungsmethoden - wie etwa der medikamentösen Behandlung mit Hilfe von Augentropfen und Nasensprays oder zur Hyposensibilisierung mittels Injektionen, Tropfen oder auch Tabletten – recht zufrieden sind. Nun sollen nicht nur die jeweils individuell angepassten Therapien, sondern sogar Smartphones mithelfen, den Betroffenen den Alltag zu erleichtern.

Smartphone soll helfen

Dauern Beschwerden wie Schnupfen, Niesen, juckende und tränende Augen länger als vier Wochen, sollte man auf jeden Fall einen Allergiespezialisten aufsuchen. Man kann sich aber auch von seinem Smartphone helfen lassen: Der Österreichische Pollenwarndienst hat seinen Informationsservice weiterentwickelt und bietet diesen ab sofort auch zugeschnitten auf die individuelle Reaktionslage eines Allergikers an. Um zur „personalisierten Pollenwarnung" zu kommen, müssen über zumindest fünf aufeinanderfolgenden Tage die Beschwerden ins „Pollen-Tagebuch“ – erreichbar über die App oder auf www.pollentagebuch.at – eingetragen werden.

Auf Basis dieser persönlichen Symptomdaten werden Pollenallergiker einer bestimmten Reaktionslage zugeordnet und ähnlich den Haut-UV-Typen in vier Klassen eingeteilt. Die allgemeine Vorhersage (keine bis sehr hohe Belastung) wird künftig entsprechend der errechneten Klasse nach oben oder unten revidiert. Wird das integrierte GPS eingestellt, passt sich die Pollenwarnung bei einem Ortswechsel entsprechend der neuen Position an.

Da sich die persönliche Belastung im Saisonverlauf verändern kann - also abhängig von Stressbelastung, Tagesverfassung – sollte man seine Beschwerden regelmäßig, am besten täglich, in das Pollen-Tagebuch eintragen.

Internet am Vormarsch

Und dass das Internet in der Gesundheitsinformation indes auf großen Anklang stößt, bekräftigt unter anderem auch die aktuelle Oekonsult-Studie: 25,5 Prozent meinen, bei Verdacht auf eine Pollen-Allergie sollte man sich am ehesten „im Internet schlau machen". Dann folgt der Rat, sich in der Apotheke ein wirksames Mittel zu besorgen (21,7 Prozent), darauf erst der Besuch des Arztes mit Verordnung eines Medikamentes (19,4 Prozent).

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