"Ein Top-Arzt ist, wer sich mit einer Krankheit am besten auskennt"

"Ein Top-Arzt ist, wer sich mit einer Krankheit am besten auskennt"

FORMAT: Sie hatten selbst Schwierigkeiten, auf Anhieb einen Spezialisten für Ihren Vater zu finden. Wie soll der Laie bei der Suche vorgehen?

Thomas Szekeres: Die Suche ist wirklich schwierig, aber idealerweise ist die erste Anlaufadresse der Hausarzt, der den Patienten seit Jahren kennt und erkennt, wenn sich plötzlich irgendwelche Gesundheitszustände verändern. Er kann den Patienten dann dorthin weiter verweisen, wo er optimal aufgehoben ist.

Über die fachliche Beurteilung, ob ein Kollege wirklich gut ist, streiten aber selbst Mediziner. Auch die Ärztekammer gibt auf Anfrage keine Empfehlungen ab.

Szekeres: Bewertungen lehnen wir ab, weil die nicht objektiv sind. Eine objektive Darstellung der Spezialgebiete gibt es auf unserer offiziellen Homepage ( www.praxisplan.at ).

Mit der ÖQMed haben Sie eine Einrichtung, die die Qualität in den Ordinationen prüfen soll. Die ÖQMed gehört der Kammer. Das hört sich auch nicht objektiv an, wenn hier Ärzte Ärzte prüfen?

Szekeres: Ja, wir zahlen für die ÖQMed, aber es gibt auch ein Board, wo nicht nur Ärzte sitzen, sondern auch die Patientenanwälte und Ministeriumsmitarbeiter. Zumindest glaube ich, dass die Expertise, um Ärzte zu prüfen, eher bei Ärzten als bei Nichtärzten zu suchen ist.

Apropos Patientenanwälte. Die beklagen, dass alles geprüft wird, nur nicht das Wichtigste, die Behandlungsqualität.

Szekeres: Was gilt als Fehler, ist doch die Frage. Ist es ein Kunstfehler oder Risiko der Behandlung. Ein Risiko besteht immer. Eine Verurteilung machen wir nicht publik, das stimmt. Aber in groben Fällen kommt es durchaus manchmal zum Entzug der Approbation.

Transparenz besteht nicht einmal im Spital, viel weniger noch im niedergelassenen Bereich. Todesfälle oder Behandlungsfehler tauchen nirgends auf.

Szekeres: Das stimmt. Es ist aber auch ganz schwer, wie man das umsetzen soll. Die Behandlungshäufigkeit könnte man angeben.

Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei ihrer Erklärung.

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