Dramatischer Anstieg von Typ-2-Diabetes in Mitteleuropa

Dramatischer Anstieg von Typ-2-Diabetes in Mitteleuropa

Blutzucker-Check: Eine von vielen Kontrollen, die mit Diabetes Alltag sind.

570.000 Österreich leiden unter Typ-2-Diabetes. Die Zahl der Betroffenen hat sich in den vergangenen 17 Jahren in Mitteleuropa um 40 Prozent erhöht. Experten rechnen mit einem Anstieg um weitere 35 Prozent bis zum Jahr 2030, eine Herausforderung auch für das österreichische Gesundheitssystem. Jetzt wurde die umfangreiche Betreuung von Diabetes-Patienten wissenschaftlich untersucht.

"Therapie aktiv" wurde 2007 von der österreichischen Sozialversicherung ins Leben gerufen, weil immer wieder Kritik an den Versorgungsstrukturen für Diabetespatienten geübt wurde. Mit der strukturierten Betreuung von den chronisch Kranken sollte Leid gelindert und Lebensqualität erhöht werden. Patienten werden dabei in Kleingruppen geschult und von Allgemeinmedizinern und Internisten individuell betreut. Normalerweise müssen Betroffene bis zu einem halben Jahr warten, um eine Diabetesschulung zu erhalten.

Mittlerweile sind 42.360 Patienten und 1.140 Mediziner (Stand: Anfang März) an dem Programm beteiligt, sagte Reinhold Pongratz, Ärztlicher Leiter der Steiermärkischen Krankenkasse. Fast in allen Bundesländern - mit Ausnahme von Tirol, Burgenland und Kärnten - kann an "Therapie aktiv" teilgenommen werden. Mittels retrospektiver Studie wurden nun die Erfolge des Programms evaluiert. Dabei wurden 7.000 Betroffene, die sich im "Therapie aktiv"-Programm befanden, mit einer Kontrollgruppe verglichen, in der sich 21.000 Diabetespatienten ohne spezieller Betreuung befanden, erklärte Andrea Berghold von der MedUni Graz, die die Studie durchgeführt hat.

Kostenreduktion durch Vorsorge

Der Vergleich von beiden Gruppen hat gezeigt, dass die Gruppe in dem strukturierten Disease-Management-Programm (DMP) der Kontrollgruppe überlegen war. DMP-betreute Patienten blieben etwa 2,3 Tage kürzer im Spital, was sich in einer Kostenreduktion von etwa 15 Prozent im stationären Bereich niederschlug. Auch die Zahl der Schlaganfälle als Spätfolge von Typ-2-Diabetes ist um zehn Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe. Ebenso ist die Mortalitätsrate der DMP-betreuten Patienten um signifikante 35 Prozent niedriger als bei nicht an "Therapie Aktiv" teilnehmenden Diabetikern. Einzig die Arzt-Eigenkosten sind um rund 11,5 Prozent höher bei den DMP-Patienten, da sich diese in regelmäßigeren und umfassenderen Betreuung befanden.

Risiko Sekundärerkrankungen

Diabetespatienten sind um ein vielfaches von Erblindung, Infarkten, Nierenversagen und Beinamputationen betroffen. Doch nur ein geringer Prozentsatz würde sich auf diese Folgeerkrankungen untersuchen lassen. "Der Betroffene spricht erst mit dem Arzt, wenn er bereits von der Sekundärerkrankung betroffen ist", meinte Thomas Christian Wascher, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. Die Studie zeigte, dass 84 Prozent der DMP-Patienten ihr Auge regelmäßig untersuchen ließen, bei nicht betreuten Betroffenen waren es nur 64 Prozent. Noch deutlicher die Zahlen bei der Untersuchung von Gliedmaßen: 72 Prozent DMP-Patienten ließen sich ihr Fuß anschauen, bei den anderen waren es nur 32 Prozent, berichtete Pongratz.

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