Die Hitze schlägt auf den Magen

Wenn es länger sehr heiß ist, leiden mehr Menschen an Magen-Darm-Infektionen sowie an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Forscher vermuten, dass der Hitzestress auf den Körper dafür verantwortlich ist - und wuchernde Bakterien.

Die Hitze schlägt auf den Magen

Mit jedem Hitzetag nehme das Risiko für Magen-Darm-Infekte um 4,7 Prozent zu. Bei chronischen Darmerkrankungen steigt das Risiko für einen Schub um 4,6 Prozent, berichten sie im "American Journal of Gastroenterology".

Bei der Kontrollgruppe, die an anderen Darmerkrankungen etwa nach einer Strahlentherapie litt, spielte Hitze indes keine Rolle. "Unsere Studie zeigt den Einfluss des Klimas auf die untersuchten Erkrankungen", sagte Erstautorin Christine Manser, Oberärztin am Universitätsspital Zürich (USZ) in einer Mitteilung des USZ.

Für die Studie erfasste ihr Team sämtliche Spitaleintritte ins USZ wegen dieser Probleme von 2001 bis 2005. Dies waren 786 Patienten mit Magen-Darm-Infektionen und 738 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Diese Fälle verglichen sie mit Wetterdaten, insbesondere dem Hitzesommer 2003. 17 Hitzewellen traten in dieser Periode auf.

Die größten Auswirkungen der hohen Temperaturen haben die Forscher jeweils sieben Tage nach einer Hitzewelle festgestellt. Eine Erklärung hierfür könne sein, dass Hitzewellen zu erhöhtem körperlichem Stress führen. Frühere Studien würden zeigen, dass es bei Hitze auch mehr andere stressbeeinflusste Erkrankungen wie Herzinfarkte gebe.

Auch das verstärkte Bakterienwachstum in der Wärme könnte eine Rolle spielen, sagte Manse. Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden durch das Immunsystem des Körpers aufrecht erhalten. Verändert sich die Darmflora durch die Hitze, könnte dies das Immunsystem stimulieren und die Symptome verschlechtern.

Bei den Magen-Darm-Infektionen spiele eine Rolle, dass Bakterien auf Lebensmitteln rascher wachsen. Da die Erkrankungen bei Hitze jedoch nicht direkt, sondern um eine Woche verzögert auftreten, hält Manser es für wahrscheinlicher, dass wie bei den chronischen Fällen der körperliche Stress verantwortlich ist.

Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei ihrer Erklärung.

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