Diagnose von Parkinson und Demenz erfolgt viel zu spät

Diagnose von Parkinson und Demenz erfolgt viel zu spät

8.000 Neurologen treffen sich derzeit in Wien zum Welt-Neurologenkongress. Ihre Kritik: Die Diagnose neurologischer Erkrankungen wie Parkinson und Dememz erfolgt viel zu spät. Risikopersonen können jedoch bereits vor dem Auftreten von Symptomen identifiziert werden.

Neurologische Erkrankungen stellen weltweit eine riesige Belastung für die direkt Betroffenen, ihre Angehörigen, die Gesellschaft und das Gesundheitswesen dar. "Zwischen 4,5 und elf Prozent der gesamten Krankheitslast der Menschheit gehen auf neurologische Erkrankungen zurück. Zwölf von hundert Todesfällen sind dadurch bedingt", erklärte Eduard Auff, Präsident des Welt-Neurologenkongresses in Wien, der Leiter der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien am AKH.

30 Prozent aller Erkrankungen sind Erkrankungen des Gehirns

An dem Kongress nehmen rund 8.000 Mediziner aus 127 Staaten teil. Der Leiter des wissenschaftlichen Komitees für die Großveranstaltung, der Chef der neurologischen Universitätsklinik in Innsbruck, Werner Poewe: "30 Prozent aller Erkrankungen sind Erkrankungen des Gehirns. 2010 litten weltweit rund 35,6 Millionen Menschen an einer Demenz, im Jahr 2030 werden es mehr als hundert Millionen sein. Die Zahl der Patienten mit Morbus Parkinson wird sich von 4,1 Millionen im Jahr 2010 auf 8,7 Millionen im Jahr 2030 erhöhen."

Entscheidend, so Poewe, sei es, von der derzeit viel zu spät erfolgenden Diagnose fortgeschrittener Erkrankung zur Identifizierung von Risikopersonen bereits im Stadium vor dem Auftreten von Symptomen zu kommen. Nur das eröffne den Weg in Richtung Prävention und ausreichender Verzögerung nicht heilbarer, fortschreitender neurologischer Erkrankungen.

Bei Parkinson könnte frühzeitige Therapie helfen

Beispiel dafür sei Morbus Parkinson, so der Experte. Bei der "Schüttellähmung" kommt es im Gehirn zu einem immer größeren Defizit an dem Neurotransmitter Dopamin. Hier wäre eine möglichst frühzeitige Therapie eventuell geeignet, den Ausbruch der Erkrankung und somit auch deren Fortschreiten zumindest zu verzögern.

Poewe: "Wenn man 50-Jährige mit Ultraschall auf Veränderungen in einer Schmetterlings-artigen Struktur im Gehirn untersucht und überwacht, zeigt sich bei den Betroffenen später ein 17-fach höheres Risiko für Morbus Parkinson. Zusätzlich kann man diese Menschen auf einen typischen schlechter werdenden Geruchssinn untersuchen." Das erhöhe bereits die Genauigkeit deutlich.

Geruchssinn-Test und Gehirnultraschall um Risikopatienten zu identifzieren

Der Wissenschafter und seine Mitarbeiter haben dafür eine "Österreich-Rechnung" erstellt: Würde man die drei Millionen Österreicher, die älter als 50 Jahre sind, zunächst auf Änderungen des Geruchssinns testen, könnte man 750.000 als möglicherweise "Verdächtige" identifizieren. Eine danach folgende Ultraschalluntersuchung des Gehirns würde die Zahl der Risikopersonen auf nur noch 150.000 reduzieren. Damit käme man schon relativ genau an die wirklich Gefährdeten heran. Allerdings fehlen noch passende etablierte (medikamentöse) Prophylaxemöglichkeiten für solche Personen. Doch ohne die Identifizierung der am meisten Gefährdeten könnte man solche Möglichkeiten gar nicht entwickeln, weil man keine passenden Probanden dafür hätte.

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