Anti-AIDS-Pille entzweit Mediziner

Anti-AIDS-Pille entzweit Mediziner

Das geht aus Angaben der US-Gesundheitsbehörden hervor. Es handelt sich um die erste formelle Empfehlung, die Mittel als präventive Maßnahmen zu verwenden.

Laut US-amerikanischem Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sollten unter anderem jene Menschen die Pillen nehmen, die mit HIV infizierte Partner haben oder die beim Drogenspritzen Materialien mit anderen teilen. Zur Einnahme der Mittel wird auch heterosexuellen Männern und Frauen geraten, die mit Partnern aus Risikogruppen schlafen und dabei nicht immer ein Kondom verwenden. Eine weitere Gruppe sind schwule und bisexuelle Männer, die Sex ohne Kondom haben oder die sich in offenen Beziehungen mit Partnern befinden - auch wenn deren HIV- Tests negativ ausgefallen sind.

Die von Gilead Sciences Inc. hergestellte Anti-AIDS-Pille Truvada wurde offiziell als präventives Arzneimittel für den Virus zugelassen, der AIDS verursacht. Bei der Pille handelt es sich eigentlich um eine Kombination von zwei anderen Mitteln, die von Gilead Sciences stammen.

Keine Impfung

Für HIV “gibt es keine Impfung oder Heilung auf kurze Sicht. Prävention ist der Schlüssel”, erklärte Jonathan Mermin, Direktor am CDC-Center für AIDS-Prävention, in einem Telefon- Interview mit Bloomberg News. “Es handelt sich um ein Mittel, das potenziell Leben retten kann.”

Truvada hatte bereits 2012 von der Arzneimittelaufsicht Food and Drug Administration (FDA) grünes Licht erhalten - als Teil eines Präventions-Systems im Zusammenspiel mit sicherem Sex und regelmäßigen HIV-Tests.

Das CDC will über seine neue Empfehlung eine massenhafte Verbreitung der Anti-AIDS-Pille erreichen. Die Behörde arbeitet mit anderen Gesundheitsorganisationen zusammen, um Pilot-Programme zu unternehmen. Dabei solle die Effektivität des Mittels bewiesen werden.

Laut Mermin startet das CDC Pilot-Programm in vier US-Städten. Es handele sich um Chicago, Philadelphia, Houston und Newark nahe New York City. Hier gebe es geeignete Gesundheitszentren und Gebiete mit hohen AIDS-Quoten.

Die Anti-AIDS-Pille kostet in den USA pro Jahr etwa 15.000 Dollar. Gilead-Sprecherin Cara Miller wies allerdings darauf hin, dass Patienten das Mittel nicht unbedingt das ganze Jahr über nehmen müssen.

Die AIDS Healthcare Foundation - ein gemeinnütziger Verein aus Los Angeles, der Gesundheitsdienste für mehr als 300.000 Patienten leistet - ist gegen die CDC-Empfehlung. Seinen Angaben zufolge könnte diese zu einer geringeren Nutzung von Kondomen führen, welche nicht nur AIDS verhindern würden, sondern auch andere sexuell übertragbare Krankheiten.

Laut Princy Kumar, Professorin für Medizin und Mikrobiologie an der Georgetown University, ist das Mittel “keine Wunderpille”. Aber es sei eine weitere Maßnahme, die gezeigt habe, dass sie funktioniere.

Manche Ärzte fühlen sich jedoch nicht wohl, die Pille als präventives Mittel zu verschreiben auf Grund der Risiken, wie eine Studie von National AIDS Manual zeigt.

“Es gibt das Potenzial widriger Nebenwirkungen bei jedem Medikament”, sagte Mermin. “Die beiden Mittel, die verwendet werden, sind sehr sichere Arzneien. Die meisten Menschen haben keine Nebenwirkungen - selbst dann nicht, wenn sie es täglich für ein Jahr nehmen.” Er berief sich auf Studien, die für die CDC-Empfehlung herangezogen wurden.

Die Vorbeugungs-Strategie “hat das Potenzial, den Verlauf dieser Epidemie zu verändern”, sagte er. “Die Veröffentlichung der Empfehlungen zum jetzigen Zeitpunkt wird hoffentlich tausende Menschen daran hindern, die potenziell tödliche Krankheit zu bekommen und zu verbreiten.”

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