Stromanbieterwechsel: Sparen wie noch nie

Stromanbieterwechsel: Sparen wie noch nie

Wer über die VKI-Energieaktion den Strom- und Gasanbieter wechseln will, kann heuer so viel sparen wie nie zuvor. Maxenergy und Gutmann sind Bestbieter. Global 2000 ist über den Bestbieter Maxenergy nicht glücklich, der viel Geld unter anderem mit Atomstrom macht. 44.000 Stom- und Gaskunden wollen den Anbieter wechseln.

Wien. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat am Donnerstag die Bestbieter für seine Energieaktion präsentiert. Dieses Jahr arbeiten die Konsumentenschützer mit der Vorarlberger Stromfirma Maxenergy - Tochter eines deutschen Mineralölkonzerns - und dem Tiroler Gasanbieter Gutmann zusammen. Kunden, die mit dem VKI zu diesen Firmen wechseln, können im Schnitt insgesamt 457 Euro im Jahr sparen.

Für die diesjährige VKI-Energieaktion haben sich im Vorfeld 44.000 Haushalte angemeldet. Sie bekommen jetzt Details zu den Angeboten und haben bis Ende März Zeit, tatsächlich umzusteigen. Bei der ersten VKI-Energieaktion im Jahr 2014 haben 70.000 Haushalte ihren Anbieter gewechselt, im Jahr 2015 dann noch einmal 12.500.

Die Partnerfirma bei Ökostrom ist heuer die Maxenergy Austria Handels GmbH mit Sitz in Dornbirn. Das Unternehmen ist seit Februar 2014 in Österreich aktiv und gehört zur bayrischen Sailer-Gruppe. Diese handelt seit mehr als 50 Jahren mit Mineralölprodukten (Heizöl, Diesel, Benzin) und betreibt auch Tanklager in Augsburg.

Global 2000 ist über den Bestbieter nicht glücklich. "Wir sind bestürzt, dass die wechselwilligen KundInnen nun vor dem Dilemma stehen, ein formell korrektes Grünstromprodukt von der Tochtergesellschaft eines Unternehmens zu beziehen, das sein Geschäft mit dem Handel mit Mineralöl und Atomstrom macht", so Reinhard Uhrig in einer Aussendung.

Im Gasbereich hat sich dieses Jahr ebenfalls Maxenergy für den Osten Österreichs durchgesetzt. Das beste Angebot für Westösterreich legte, wie schon im Vorjahr, Gutmann. Das Innsbrucker Familienunternehmen bietet auch Strom an und betreibt mehrere Tankstellen in Tirol.

Nicht zum Zug gekommen ist hingegen die oekostrom AG, die voriges Jahr den Zuschlag erhalten hat. "Maxenergy muss unter unserem Angebot gewesen sein", sagte eine oekostrom-Sprecherin am Donnerstag zur APA. Heute lancierte das Unternehmen ein Konkurrenz-Angebot: Wer bis Ende März 2016 wechselt, zahlt in den ersten 12 Monaten keine Grundgebühr.

Sparen wie noch nie

Unabhängig von der VKI-Aktion können sich Haushalte, die vom Standard- zum günstigsten Strom oder Gasanbieter wechseln, derzeit so viel sparen wie noch nie seit der Marktöffnung 2001/02. "Der Wechsel zum günstigsten Stromlieferanten spart bis zu 280 Euro im Jahr inklusive Neukundenrabatt bzw. bis zu 240 Euro ohne Rabatt. Der Wechsel zum billigsten Gasanbieter spart einem Durchschnittshaushalt bis zu 470 Euro bzw. bis zu 210 Euro jährlich ohne Neukundenrabatt", rechneten die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf vor. Die VKI-Aktion wird vom Regulator begrüßt. "Wir hoffen, dass auch möglichst viele tatsächlich wechseln."

Mit dem VKI können sich Haushalte im Schnitt 158 bei Strom und 299 Euro bei Gas ersparen. Der VKI rechnet ohne Neukundenrabatte.

Die Österreicher sind im Vergleich zu anderen EU-Ländern ziemlich wechselfaul. Im Jahr 2013 (aktuellere EU-Zahlen liegen noch nicht vor) haben sich 1,8 Prozent der heimischen Haushalte einen neuen Stromlieferanten gesucht, bei Gas waren es 2,4 Prozent. In Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien und Schweden gab es laut ACER/CEER, dem Zusammenschluss der europäischen Regulatoren, zweistellige Wechselraten. Der Europaschnitt lag bei jeweils 5,6 Prozent. In Österreich waren die Wechselraten auch 2015 niedrig. Bis September waren es 1,8 Prozent bei Strom und 2,4 Prozent bei Gas.

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