Photovoltaik: Anlagen-Recycling ungelöstes Problem

Photovoltaik: Anlagen-Recycling ungelöstes Problem

Photovoltaik-Anlagen gewinnen im Energiemix zunehmend an Bedeutung. Die Entsorgung und das Recycling der Anlagen mit einer Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren sind allerdings derzeit noch ungeklärt.

Photovoltaik-Anagen liefern in Mitteleuropa im Sommer teils zwei Drittel des Stroms und werden damit zu konventionellen Energielieferanten. Darum muss man sich auch mit ihrer Umweltverträglichkeit und der Wiederverwertung beschäftigen, so Experten am Dienstag vor Journalisten in Wien. Derzeit gibt es aber keine Systeme, mit denen man Photovoltaik (PV) Anlagen im kommerziellen Maßstab recyceln kann.


Das erklärte Garvin Heath vom National Renewable Energy Laboratory in Colorado (USA) anlässlich eines Workshops der Internationalen Energieagentur (IEA) in Wien. Es müssten dabei etwa Stoffe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften getrennt und wertvolle Materialien auf ökologisch und ökonomisch sinnvolle Art wiedergewonnen werden.

"Weil PV-Systeme erst seit Kurzem in großem Stil eingesetzt werden und eine Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren haben, gibt es derzeit nur sehr geringe Mengen an Photovoltaik-Schrott", sagte er. Das würde sich aber rasch ändern und es sei an der Zeit, die technologischen und regulatorischen Entwicklungen voranzutreiben.

Umweltbelastende Produktion

Auch bei der Produktion gäbe es weltweit große Unterschiede. "In Europa gibt es zum Beispiel ganz andere Umweltauflagen als in China, wo bei der Herstellung auch viel Energie aus Kohlekraftwerken verwendet wird", erklärte Heath. Weil PV-Anlagen im Betrieb keine Treibhausgase emittieren, seien sie aber sogar mit derart produzierten Solarpanelen umweltfreundlicher als etwa Wärmekraftwerke, meint er.

Wenn man sich mit Umweltauswirkungen und dem Recycling der Anlagen beschäftigen muss, ist dies ein gutes Zeichen, dass die Photovoltaik "erwachsen" geworden ist, sagte Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds. Ihr Potenzial sei sogar von den Energiespezialisten sehr lange unterschätzt worden, erklärte Hubert Fechner vom Institut für Erneuerbare Urbane Energiesysteme der FH Technikum Wien. So habe die IEA der Photovoltaik im Jahr 2005 maximal zwei Prozente an der Stromerzeugung zugetraut, 2009 revidierten sie die Schätzung auf elf Prozente, um heute bei 16 Prozenten angelangt zu sein.

Europaweit liefert sie aktuell drei Prozente der elektrischen Energie, in manchen Regionen wie etwa Bayern, wo man sie forciert hat, sind es elf, berichtete Fechner. "Im Sommer werden dort 60 bis 70 Prozente des Stroms produziert - wenn man die Photovoltaik in so hoher Dichte einsetzt, werden die Fragen der Umweltauswirkungen umso wichtiger". Diese würden von Dienstag und Mittwoch von Experten im Rahmen des Workshops "Photovoltaik - Environmental Health and Safety" in Wien erörtert, so der Elektrotechniker.

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