Marktunabhängigkeit durch Photovoltaik

Marktunabhängigkeit durch Photovoltaik

Die Kraft der Sonne zu nutzen und selbst Strom zu produzieren ist für viele ein äußerst reizvoller Gedanke. 2013 wurden alleine in Niederösterreich rund 3300 neue Photovoltaik-Anlagen errichtet. Dahinter folgen Oberösterreich (2840), Tirol (1290), Vorarlberg (700), Burgenland (560), Kärnten (460), Steiermark (190) sowie Salzburg und Wien (jeweils 130).

Was ist Photovoltaik?

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Licht in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Wort Photos (Licht) und Volt (Einheit für elektrische Spannung) zusammen. Die Stromerzeugung beruht im Wesentlichen auf dem Photoeffekt. Man unterscheidet grundsätzlich netzgekoppelte Anlagen und Inselanlagen, welche über keine Verbindung zum Stromnetz verfügen, zum Beispiel auf Berghütten.

Die Intensität der Solarstrahlung wird prinzipiell vom Wetter, von der Tages- und Jahreszeit sowie von der Lage des Gebäudes beeinflusst. Die weitverbreitete Befürchtung, dass die Photovoltaik-Anlage nur bei strahlendem Sonnenschein arbeitet, ist falsch. Man unterscheidet bei der Solarstrahlung zwischen direkter und diffuser Strahlung. Bei der direkten Strahlung trifft die Sonnenstrahlung ohne Streuung auf die Erdoberfläche. Bei der diffusen Strahlung werden die Sonnenstrahlen in Wolken, im Nebel oder in Dunst-, Ozon- bzw. Staubschichten gefiltert. Beide Strahlungen eignen sich für das Betreiben von Solaranlagen, wobei die Strahlungsintensität bei der diffusen Strahlung natürlich geringer, aber dennoch nutzbar ist.

Was passiert mit dem Strom?

Rein rechnerisch kann man mit einer Photovoltaik-Anlage den gesamten Jahresenergieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses decken. Die Betonung allerdings liegt auf rein rechnerisch, denn eine Photovoltaik-Anlage produziert nicht das ganze Jahr über gleichmäßig viel Energie. Grundsätzlich können Sie den produzierten Strom entweder selbst verbrauchen, in das Stromnetz einspeisen oder speichern.

Wenn die Sonneneinstrahlung im Sommer am höchsten ist produziert die Photovoltaik-Anlage die größte Menge Strom. Abgesehen vom Eigenverbrauch kann die überschüssige Energie in das Stromnetz eingespeist werden. Wenn die Photovoltaik-Anlage aufgrund der geringen Sonnenstunden im Winter den Strombedarf nicht decken kann, wird der Strom aus dem Stromnetz bezogen.

Rentiert sich die Einspeisung von selbst produzierten Strom?

Der Tarif für die Einspeisung liegt in Österreich zwischen 5-8 ct/kWh. Das bedeutet, dass Sie diese Vergütung bekommen, wenn Sie Ihren Strom in das Stromnetz einspeisen. Wenn Sie den Strom dann bei Bedarf wieder zurückkaufen, müssen Sie allerdings mit Kosten zwischen 18-20 ct/kWh rechnen. Das heißt, dass es für Sie rentabler ist den Strom selbst zu verbrauchen. Diese Tatsache ist vielen Österreichern ein Dorn im Auge. Sie sehen nicht ein, weshalb sie den eigens produzierten Strom bei Überproduktion günstig verkaufen und bei Bedarf wieder teuer zurückkaufen müssen. Die Frage die sich daraufhin aufdrängt: gibt es eine Alternative zur Einspeisung in das Stromnetz? Die Antwort dazu lautet ja.

Strom mittels Batterien speichern

Grundsätzlich gilt, dass der überschüssige Strom muss nicht in das Stromnetz eingespeist werden. Er kann mittels Batterien auch gespeichert werden. Ohne Speicher lassen sich in etwa 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms zur eigenen Versorgung nutzen. Mit Speichersystemen lässt sich die Eigenverbrauchsquote auf mehr als das Doppelte erhöhen. Das Interesse an Sonnenstrom-Speichersystemen wächst. Das Bundesland Salzburg fördert heuer erstmals Speichersysteme für Privathaushalte. Die Technologie zum Speichern ist schon ausgereift und für Privathaushalte durchaus geeignet. Ob sich das Speichersystem finanziell rentiert, kann aber nicht eindeutig beantwortet werden. Grundsätzlich gilt, je höher der Eigenverbrauch ist, desto früher rentiert sich die Photovoltaik-Anlage. Dies gilt besonders auch für Anlagen mit Speichersystem. Mit einer zeitlich optimierten Inbetriebnahme der Haushaltsgeräte kann beispielsweise der Eigenverbrauchsanteil um 20 Prozent gesteigert werden. Für das Speichersystem muss man mit einem zusätzlichen Kostenaufwand in Höhe der Kosten für die Photovoltaik-Anlage rechnen.


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