Fertighausbau: Welche Risiken jetzt ernstlich drohen

Fertighausbau: Welche Risiken jetzt ernstlich drohen

Die Idylle kann trügen. Bis ein Fertighaus steht, sind mehrere Hürden zu bewältigen.

Welche Punkte Fertighaus-Käufer vor Vertragsabschluss nicht bedenken: Von unerwarteten Koordinationsaufgaben über versteckte Kosten bis hin zu möglicherweise höheren Kosten als geplant.

Beim Hausbauen kann vieles schiefgehen. Zumindest wenn man unvorbereitet an die Sache herangeht. Beginnend bei der Finanzierung über die Wahl der richtigen Partnerfirmen bis zur konkreten Planung und der Abstimmung zwischen den einzelnen Handwerkern. Wer im Fertighausstil baut, bekommt von den Anbietern Unterstützung, besonders bei den Abstimmungs- und Koordinierungsaufgaben.

Etwa jedes dritte neu gebaute Einfamilienhaus in Österreich ist ein Fertighaus. Vor allem im Osten des Landes ist diese Art des Hausbaus sehr beliebt. Gründe dafür sind die fixen Baukosten, ein gutes Angebot bei Niedrigstenergie oder ein Passivhaus und die Zeitersparnis gegenüber der Massivbauweise. Da die Gebäudeteile vorgefertigt aus der Fabrik kommen, steht ein Fertighaus im Normalfall innerhalb von ein bis zwei Tagen und kann auch im Winter aufgestellt werden. Doch damit dies alles funktionieren kann, ist für den Bauherrn im Vorfeld einiges zu klären.

Risiko Keller und Bodenplatte

Fertighäuser werden meist ab Oberkante Keller oder Bodenplatte angeboten. Manche Firmen bieten jedoch an, sich auf Wunsch gemeinsam mit Partnerunternehmen auch darum zu kümmern. Normalerweise ist jedoch alles vom Aushub über die Anschlüsse und den Zufahrtswegen Sache des Bauherrn. "Um Schwierigkeiten und späteren Ärger zu vermeiden, sollten alle Leistungen, die der Bauherr selbst übernimmt, mit dem Bauberater besprochen werden", rät Josef Gruber Gründer und Geschäftsführer von Vario-Haus. Alle durch das Fertighausunternehmen zu erbringende Leistungen sollten dabei klar im Angebot und im Kaufvertrag ausgewiesen werden. Transparenz, genaue Informationen, ein gut strukturiertes und übersichtliches Angebot sind dabei oberstes Gebot.

Kosten nicht 100-prozentig kalkulierbar

Neben den Ausgaben für den Bau des Fertighauses selbst fallen aber noch weitere Kosten an, an die die Häuslbauer häufig nicht denken. Gruber: „Da es bei aller Hilfestellung immer wieder passiert, dass am Ende noch zusätzliche, vom Fertighaus-Anbieter unabhängige Kosten entstehen, rät Vario-Haus-Chef Gruber zu einer von vielen im Internet verfügbaren von Anbieter unabhängigen Checklisten, um nichts in der Finanzplanung zu vergessen. Ein Restrisiko bleibt aber. "Ein Großprojekt wie der Hausbau kann nie hundertprozentig genau kalkuliert werden", erläutert Gruber. Unabhängig von der gewählten Bauweise müssen Häuslbauer daher immer mit einigen zusätzlichen, nicht budgetierten Kleinigkeiten rechnen.

Beispiele für Zusatzkosten: Kosten für Ver- und Entsorgungsleitungen inklusive Grabarbeiten bis zur Grundstücksgrenze etwa für Gas, Wasser, Strom, Kanal und Telefon, Kosten für den Baustellen-Koordinator (dieser muss extern durch den Bauherrn beauftragt werden), Anschluss- und Installationsgebühren bei Versorgungsunternehmen, Versicherungen oder Kosten durch Behördenauflagen wie z.B. Schallschutzfenster, zusätzliche PKW-Abstellplätze auf dem Grundstück oder andere bauliche Maßnahmen.

Nicht alle Anbieter haben sich zur Fixpreisgarantie verpflichtet

Die Auswahl der Fertighaus-Anbieter ist mittlerweile groß. Ein Teil von davon ist Mitglied des Österreichischen Fertighausverbandes (ÖFV) und unterwirft sich damit freiwillig strengen Qualitätskontrollen durch eine unabhängige staatliche Prüf- und Überwachungsstelle. Nur diese überprüften Firmen dürfen das "Gütezeichen Fertighaus" tragen. „Außerdem verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen zur Fixpreisgarantie für ihre Kunden“, erzählt Gruber, der auch Vize-Präsident des ÖFV ist. Für den Fall, dass doch einmal etwas schiefgeht, können sich die Kunden zur „alternativen Streitbeilegung“ an die staatlich anerkannte und von der Europäischen Kommission notifizierten Ombudsstelle Fertighaus wenden. Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes IMAS ist die Kundenzufriedenheit mit ÖFV-Mitgliedern sehr hoch und liegt bei 1,6 nach dem Schulnotensystem.

Wer Bonität des Fertighausherstellers nicht prüft, riskiert Vorauszahlungen

Ein wichtiges Kriterium für die Anbieterauswahl ist auch die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Die Bonitätsratings von Wirtschaftsauskunfteien liefern hier gute Anhaltspunkte.

Empfehlungen und Musterhausbesuche wichtig

Viele Kunden kommen über Empfehlungen von Freunden oder Bekannten zum Unternehmen. Aus Sicht von Vario-Boss Gruber ist das nur logisch, schließlich haben diese den ganzen Bauprozess schon einmal mitgemacht und können daher die Qualität des Anbieters am besten beurteilen. Außerdem können sie auf potenzielle Schwierigkeiten bereits im Vorfeld aufmerksam machen. Wer nicht auf Direktempfehlungen zurückgreifen kann, sollte jedenfalls auf erfahrene Anbieter setzen, empfiehlt Gruber. Er rät zusätzlich zum Besuch von Musterhäusern, der Besichtigung von bereits gebauten Häusern und zu intensiven Gesprächen mit dem zuständigen Bauberater des jeweiligen Unternehmens.

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