Emissionsziele bis 2030 nur mit Kraftakt erreichbar

Derzeit erreicht Österreich die Treibhausgas-Ziele locker, doch schon die nächste größere Etappe, die Emissionsziele 2030, sind mit den derzeitigen Maßnahmen nur schwer schaffen. Das Umweltbundesamt setzt vor allem auf die neuen, strengeren Vorgaben für Unternehmen.

Emissionsziele bis 2030 nur mit Kraftakt erreichbar

Die aktuelle Bilanz des Klimaschutzberichts 2015 des Umweltbundesamtes fällt durchwegs positiv aus. Im Vorjahr sanken die Emissionen um relativ hohe vier Prozent. Grund für den Erfolg ist ausgerechnet der Klimawandel. Jürgen Schneider, Klimaexperte des Umweltbundesamtes: "Durch den extrem warmen Winter 2014 wurde weniger geheizt und so weniger CO2 emittiert." Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sinken insgesamt seit Jahren kontinuierlich und der Trend setzt sich fort. 2013 wurden 79,6 Millionen Tonnen Treibhausgase in Österreich emittiert, das sind 0,2 Millionen Tonnen weniger als im Jahr 2012. Gelungen ist das etwa durch den steigenden Biomasse-Einsatz, einem höheren Einsatz von Wasser- und Windkraft und die Verwendung von kohenstoffärmerer fossiler Brennstoffe.

Nationale Ziele bisher sogar unterschritten

Das nationale Ziel für 2013 wird mit 49,7 Mio. Tonnen sogar um rund 2,9 Mio. Tonnen unterschritten. Für 2013 bis 2020 gelten in Österreich und in den anderen EU-Mitgliedstaaten Höchstmengen für die Treibhausgase aus den Wirtschaftssektoren, die nicht im Emissionshandel geregelt sind.

Hohe Einsparung bis 2030 geplant

Die EU plant die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 weiter zu senken. Ziel der Emissionsreduktion für Österreich für diese nächste Etappe wird voraussichtlich zwischen 34 und 38 Prozent sein. Mit den bisher eingesetzten Maßnahmen werden diese allerdings nicht erreichbar sein, so das Ergebnis der Klimaforscher. Mit zusätzlichen Maßnahmen, wären laut Berechnungen des Umweltbundesamtes 30 Prozent relativ einfach erreichbar. Die Forscher setzen diesbezüglich ihre Hoffnungen auf das Energieeffizienzgesetz, da seit 1. Jänner 2015 in Kraft ist. Doch ab 30 Prozent Einsparung bei den Emissionen wird es schwierig. Die nächsten vier bis acht Prozent sind laut den Klimaforschern nur mit einem Kraftakt zu erzielen.

Noch beträgt der Spagat zwischen angestrebter Ziele und mit aktuellen Maßnahmen erreichbaren Emissionsausstößen bei 30 Prozent für 2030.

Energielieferanten müssen sparen

Durch das Energieeffizienzgesetz werden Energielieferanten verpflichtet jährlich Energieeinsparmaßnahmen in Höhe von 0,6 Prozent ihres Energieabsatzes an den Endkunden des Vorjahres durchzuführen. Energie sparen müssen die betroffenen Unternehmen bei sich selbst, den eigenen Endkunden oder anderen Endenergieverbrauchern. 40 Prozent der Maßnahmen sind im Haushalt (zB im Haushalt der Kunden oder etwa auch der Dienstnehmer) anzuwenden. Betroffen sind unter anderem Tankstellen. Sie sollen durch Messung des Reifendrucks, Anbieten von Spritspartrainings, Spritspartipps auf Kassabonds oder Foldern sparen. Im eigenen Betrieb sind die Unternehmen angehalten bei Beleuchtung, Lüftung und Heizung zu sparen.

Wohnbau soll energieeffizienter werden

Das Umweltbundesamt sieht jedoch in allen Sektoren große Potenziale für die Emissionsreduktion: Steigerungen bei der thermischen Qualität von Gebäuden und beim Ausbau erneuerbarer Energieträger, die Forcierung des öffentlichen Verkehrs, den Einsatz von Elektrofahrzeugen und der Einsatz neuer Technologien für die Speicherung von Energie.
Das Umweltbundesamt rechnet insgesamt damit, dass zunächst die österreichischen Klimaziele bis 2020 erreichbar sind. „Wir gehen auch davon aus, dass durch das Maßnahmenprogramm 2015-2018 und das Energieeffizienz-Gesetz neue Impulse gegeben werden, die bis 2020 noch weitere Reduktionseffekte nach sich ziehen,“ erklärt Schneider. Weitere wichtige Voraussetzung seien, dass bestehende Maßnahmen, etwa im Wohnbau, nicht zurückgenommen werden.

Klimakonferenz in Paris: Konkrete Szenarien bis 2050 für Österreich

Noch härter wird es jedoch die Klimaziele bis 2050 zu erreichen. Bis dahin müssen Industriestaaten ihre Treibhausgas-Emissionen um mindestens 80 Prozent reduzieren, um die durchschnittliche Erderwärmung auf 2°C zu beschränken. Die Klimakonferenz in Paris wird in wenigen Wochen zeigen, inwieweit die Staatengemeinschaft bereit ist, ambitionierte Klimaziele einzugehen, die mit dem 2-Grad-Ziel vereinbar sind. Für Österreich hat das Umweltbundesamt konkrete Szenarien erstellt, die klar die Vorteile einer langfristigen Klima- und Energiestrategie zeigen: Durch den Einsatz Erneuerbarer Energie und eine deutliche Verringerung des Gesamtverbrauchs an Energie kann der Import fossiler Energieträger deutlich verringert und die hierzulande verfügbaren Ressourcen besser genutzt werden. Schneider: „Neben einer Verbesserung der Versorgungssicherheit können dadurch auch Impulse für Innovationen gesetzt werden.“

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