E-Bikes Wegbereiter für neue Mobilität - schon 150.000 in Österreich

E-Bikes Wegbereiter für neue Mobilität - schon 150.000 in Österreich

E-Bikes überrollen E-Cars und E-Mopeds. Während Elektroautos und Mopeds in Österreich kaum an den Mann zu bringen sind, wurden laut VCÖ im Vorjahr 43.000 Elektro-Fahrräder verkauft. In Summe rollen bereits 150.000 Elektrofahrräder auf Österreichs Straßen und Wegen.

Die Elektromobilität kommt, aber anders als sich das Zukunftsforscher oder die Bundesregierung gedacht hatten. 200.000 Elektroautos sollen den Zielen der Bundesregierung zufolge bis zum Jahr 2020 auf Österreichs Straßen rollen. Doch wenn kein Wunder geschieht, dann wird dieses Ziel unerreichbar bleiben. Im Vorjahr konnten die Autohersteller, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) erhoben hat, hierzulande gerade einmal 654 E-Cars an den Mann bringen. Noch ernüchternder ist die Bilanz bei den E-Mopeds. Nur 439 der Flüster-Zweiräder wurden im Jahr 2013 verkauft.

Ganz anders ist die Entwicklung hingegen bei den E-Fahrrädern (E-Bikes). Im Vorjahr war bereits jedes neunte verkaufte Fahrrad in Österreich ein E-Fahrrad. In Summe wurden 43.000 E-Bikes verkauft, auf Österreichs Straßen und Wegen sind damit bereits 150.000 E-Bikes unterwegs. Allerdings zeigt sich, dass die Nachfrage bereits stagniert. Grüße Sprünge, wie von den Jahren 2008 auf 2010, in denen sich die Zahl der verkauften E-Bikes von 8000 auf 20.000 fast verdreifachte, gibt es nicht mehr. Von 2012 auf 2013 ist die Zahl nur noch von 41.000 auf 43.000 gestiegen. Dennoch stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest: „Während Elektro-Fahrräder auf einen Marktanteil von elf Prozent kommen, krebsen E-Autos bei 0,2 Prozent Marktanteil herum. Nicht nur in Österreich, sondern auch EU-weit sind Elektro-Fahrräder die mit Abstand beliebteste E-Fahrzeuge“, . Tatsächlich zeigt sich das Kräfteverhältnis zwischen E-Bikes und anderen Elektro-getriebenen Verkehrsmitteln in der gesamten EU. EU-weit wurden im Vorjahr rund 1,2 Millionen E-Fahrräder verkauft, aber nur 24.000 E-Autos.

Enormes Potenzial

Elektro-Fahrräder haben nach Einschätzung des VCÖ ein sehr großes Potenzial, die Zahl von kürzeren Autofahrten zu verringern. So habe etwa das Vorarlberger Projekt Landrad mit rund 500 Testpersonen gezeigt, dass 35 Prozent der mit dem E-Fahrrad zurückgelegten Strecken vorher mit dem Auto gefahren wurden. Rund 60 Prozent der Autofahrten seien kürzer als zehn Kilometer, eine Distanz, die mit einem E-Fahrrad gut und ohne Schweißperlen zu bewältigen wäre, betont der VCÖ.

Von dem Boom der Elektrofahrräder profitiert auch Österreichs Wirtschaft. KTM, der größte österreichische Fahrrad-Hersteller mit Sitz in Mattighofen, zählt zu den Pionieren und Vorreitern der E-Bike-Hersteller, und kann in der Produktion kaum mit der Nachfrage Schritt halten. Im Gespräch mit format.at erklärte KTM-Chefin Carol Urkauf-Chen, dass bereits Ende März 90 Prozent der Produktion des Jahres 2014 verkauft waren. Aus ökologischer Sich ist diese sanfte Mobilität zu begrüßen. E-Bikes verbrauchen im Schnitt rund 1kWh pro 100 Kilometer, das entspricht in etwa der Energiemenge von drei Litern Benzin auf über 2000 Kilometer.

Zum Artikel: "Vom guten Rad - KTM Fahrrad trotzt der Krise in der Fahrradbranche"

Der VCÖ fordert angesichts des Fahrrad-Booms den Ausbau des Radweg-Netzes in Östererich. Vor allem in Siedlungsnähe wären sichere Radverbindungen entlang von Freilandstraßen notwendig. Für Pendler wäre es zudem wichtig, dass Bahnhöfe und Haltestellen gut mit dem Fahrrad erreichbar sind und es für E-Fahrräder sichere Abstellanlagen gibt.

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