7 Fragen und Antworten zum Energieausweis

7 Fragen und Antworten zum Energieausweis

Vermieter, Verkäufer oder Verpächter von Gebäuden und Nutzungsobjekten sind grundsätzlich dazu verpflichtet, spätestens bei Angebotslegung einen Energieausweis vorzulegen. Ein Verstoß ist mit einer Strafe von bis zu 1 450 Euro bedroht.

1. Was ist der Energieausweis?
Der Energieausweis gilt als der „Typenschein für das Haus“ und enthält alle wichtigen Informationen zur thermischen Qualität und zum Energieverbrauch eines Gebäudes. Es wird nicht nur die Dämmung sondern die gesamte Haustechnik beurteilt. Der Energieausweis bietet auch Hinweise für mögliche Verbesserungsmaßnahmen.

2. Wer benötigt einen Energieausweis?
Mit wenigen Ausnahmen alle Vermieter, Verpächter und Verkäufer von Gebäuden bzw. Nutzungsobjekten. Der Energieausweis darf höchstens zehn Jahre alt sein und muss spätestens bei Angebotslegung gezeigt werden. Eine Kopie muss innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss ausgehändigt werden.

Es gilt auch eine Informationspflicht. Wenn Objekte in Print- oder Onlinemedien angeboten werden, so sind der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) anzugeben.

Der Energieausweis wird auch bei der Einreichung um Baubewilligung, um Förderung eines Neubaus oder einer Sanierung gefordert. Hier gelten länderspezifisch unterschiedliche baurechtliche Bestimmungen.

Das Energieausweis-Vorlage-Gesetz aus 2012

3. Was sagt der Energieausweis aus?
Die wichtigsten Kennwerte sind der Heizwärmebedarf, der Primärenergiebedarf, die CO2-Emission und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor.

Heizwärmebedarf (HWB): Der Heizwärmebedarf beschreibt den Energiebedarf pro Quadratmeter beheizter Fläche, also welche Wärmemenge notwendig ist, um die bewohnten Räume auf einer bestimmten Temperatur zu halten.
Primärenergiebedarf (PEB): Der Primärenergiebedarf beschreibt den gesamten Energiebedarf eines Gebäudes für Heizen, Lüften und Warmwasser inklusive Strombedarf. Es werden bereits die Verluste die im Rahmen der Erzeugung (Gewinnung, Aufbereitung, Transport etc.) anfallen berücksichtigt.
Kohlendioxidemission (CO2-Emission): Diese Kennzahl gibt Auskunft über die CO2-Emission des Gebäudeenergiebedarfs. Auch hier wird der Aufwand für den Transport und die Erzeugung der Energieträger berücksichtigt.
Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE): Dieser Wert vergleicht den Energiebedarf des Gebäudes mit einem Referenzobjekt. Es kann abgeschätzt werden, ob es sich um ein energetisch besseres oder energetisch schlechteres Gebäude handelt.
Warmwasserwärmebedarf (WWWB): Die Wärmemenge, die zur Erwärmung des benötigten Warmwassers nötig ist.
Heiztechnikenergiebedarf (HTEB): Die Verluste des Heiztechniksystems, auch getrennt für Raumheizung (RH) und Warmwasser (WW) angegeben.
Heizenergiebedarf (HEB): Der Energiebedarf, welcher für die Heizungs- und Warmwasserversorgung aufzubringen ist.
Haushaltsstrombedarf (HHSB): Der durchschnittliche flächenbezogene Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes.
Endenergiebedarf (EEB): Heizenergiebedarf plus Haushaltsstrombedarf

4. Worauf ist zu achten?
Beim Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) wird der Energiebedarf des Gebäudes mit dem Referenzwert des Energiebedarfs eines anderen, im gleichen Jahr errichteten Objektes, verglichen. Ist der Faktor kleiner als 1, so ist das vorliegende Gebäude energetisch besser. Liegt der Wert über 1, handelt es sich um ein energetisch schlechteres Haus.

Beim Heizwärmebedarf gilt, je kleiner der Wert ist desto besser die Energieeffizienz. Er wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche angegeben und in den Energieklassen A++ bis G bewertet.

5. Wer darf den Energieausweis ausstellen, wer trägt die Kosten?
Die Berechnung der Energieausweise darf nur von qualifizierten und/oder zugelassenen Fachleuten durchgeführt werden. Die Kosten variieren je nach Größe und Komplexität des Gebäudes und hängen auch von der Genauigkeit der Datenerhebung ab. Die Kosten sind vom Gebäudeeigentümer zu tragen.
Wer den Energieausweis ausstellen darf:
- Gewerbetreibende in folgenden Sparten: Baumeister, Elektrotechnik, Gas- und Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Kälte- und Klimatechnik, Lüftungstechnik, Zimmermeister, Ingenieurbüros für Bauphysik/Elektrotechnik/Gebäudetechnik/Innenarchitektur/Maschinenbau/Technische Physik/Umwelttechnik/Verfahrenstechnik/Rauchfangkehrer (nur für bestehende Gebäude und nicht bei Neubauten)/Hafner (nur bei Ein- und Zweifamilienhäusern)
- Ziviltechniker: Architekten, Zivilingenieur und Ingenieurskonsulenten für Bauingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen/Technische Physik/Verfahrenstechnik/Maschinenbau/Gebäudetechnik

6. Was passiert wenn kein Energieausweis ausgestellt wird?
Die Nicht-Einhaltung des Energieausweis-Vorlage-Gesetzes bzw. der Verstoß gegen die Informationspflicht bei Inseraten ist mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 1 450 Euro bedroht.

7. Wie werden die Werte ermittelt?
Der Ausweis enthält eine rechnerisch ermittelte Gesamtenergieeffizienz. Berücksichtigt werden die Gebäudehülle, die Heizungsanlage, die Lüftung, die Warmwasserbereitung, Energiegewinne durch Sonneneinstrahlung, Geräte und Personen sowie der eingesetzte Energieträger. Aus diesen Daten wird anschließend die benötigte Energiemenge unter genormten Bedingungen errechnet.
Folgende Unterlagen werden zur Berechnung benötigt:
- Pläne vom Gebäude: Grundrisse, Schnitt, Ansichten, Lageplan
- Beschreibung der Bauteilaufbauten aller Bauteile der beheizten Gebäudeteile, Informationen über die Bauphysik sowie Bauphysikdaten zu den Fenstern
- Informationen zur Heizung, Belüftung, Warmwasserbereitung
- Gute Fotodokumentation kann eine Besichtigung vor Ort ersetzen


Die Experten der EVN-Energieberatung stehen Ihnen unter der gebührenfreien Service-Hotline 0800/800333 zur Verfügung. Gerne beantworten Sie rasch und kostenlos Ihre Fragen zum Thema Energie.

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