Zyprer erzürnt: Bittere Pillen Statt Pralinen Aus Brüssel

Zyprer erzürnt: Bittere Pillen Statt Pralinen Aus Brüssel

Verwundertes Augenreiben und Frust, der in Wut umschlug: So reagierten viele Zyprer auf die Entscheidung der Euro-Gruppe, die Bankkunden zur Abwendung des Staatsbankrotts heranzuziehen.

Guthaben über 100.000 Euro werden mit einer einmaligen Sonderabgabe von 9,9 Prozent belegt, geringere Summen mit 6,75 Prozent besteuert. "Und ich dachte, alles unter 100.000 Euro wäre sicher", stöhnte der Angestellte Andri Menelapou. "Ich habe nicht viel und sehe nicht ein, warum ich für Fehler der Banken zahlen soll."

In einer radikalen Abkehr von früheren Rettungsaktionen für Griechenland, Irland, Portugal und Spanien baten die Finanzminister der Euro-Zone die zyprischen Bankkunden direkt zur Kasse. Statt der beantragten 17 Milliarden bekommt die Mittelmeerrepublik nur zehn Milliarden Euro von den Partnern spendiert. Und so gibt es für die Insulaner statt Pralinen aus Brüssel bittere Pillen, die den meisten nicht munden. Denn ihre Geldeinlagen wurden im selben Atemzug quasi an die Kette gelegt.

Die Genossenschaftsbanken, die normalerweise am Samstag arbeiten, ließen ihre Rollläden sicherheitshalber unten. So verhinderte der Staat einen Run auf die Institute und die Kapitalflucht mit Hilfe der Elektronik. Auch an den Geldautomaten kamen Sparer nicht weiter. Bargeld habe man zwar noch abheben können, andere Transaktionen seien jedoch nicht mehr möglich gewesen, klagten Kunden genervt.

"Wo bleibt die Solidarität der EU?", fragte entsetzt ein 28-jähriger Mechaniker. "Was haben wir bekommen? Nichts". Die Banken auf der Insel sind wegen der engen Verflechtungen mit der griechischen Finanzbranche ins Schlingern geraten. Sie wurden durch das Anfang 2012 geschnürte Rettungspaket für Griechenland überproportional getroffen. Die beiden größten Institute Zyperns häuften Verluste von 4,5 Milliarden Euro an - das entspricht einem Viertel des zyprischen Bruttoinlandsprodukts der Insel.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Euro-Zone lange mit Schritten zur Sanierung Zyperns gezögert hat. Schließlich steht die Insel im Ruf, mit russischem Geld gewaschen worden zu sein. Doch von den 69 Milliarden Euro, die auf zyprischen Konten liegen, gehören nur rund 37 Prozent ausländischen Anlegern. Dennoch machen manche wie der 54-jährige Andy Georgiou ihrem Zorn über die Russen Luft: "Ich bin sehr verärgert. Ich habe Jahr um Jahr dafür gearbeitet und nun verliere ich es, weil die Holländer und Deutschen es so wollen. Die Russen bleiben ungeschoren." Georgiou hatte voriges Jahr sein Haus in London verkauft und war mit seinen Ersparnissen nach Zypern gezogen.

Entsetzen auch im Regierungslager

Entsetzen über die Brüsseler Beschlüsse auch im Regierungslager. Er sei schockiert, bekennt Nicholas Papadopoulos, der Vorsitzende des Finanzausschusses im Parlament. "Die Entscheidung ist schlimmer als erwartet und ist das genaue Gegenteil von dem, was uns die Regierung noch gestern Abend versprochen hat", stöhnt der Vizechef der mitregierenden Demokratischen Partei. Er wisse nicht, wann das Parlament abstimmen werde, das die Beschlüsse aus dem fernen Brüssel bis zur Wiedereröffnung der Banken am Dienstag in Gesetze gießen muss. "Wenn wir so weitermachen, droht ein Schrecken ohne Ende, weil die Banken wegen massiver Kapitalflucht anfällig bleiben werden."

Erektions- und Potenzstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
#Gesundheit #Sexualität
 

Gesundheit

Erektionsstörungen: Das ist bei Potenzproblemen zu tun

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der japanische Konzern präsentiert auf der IFA die neue Flaggschiff-Reihe Z3. Das Acht-Zoll-Tablet ist ein Angriff aufs iPad mini.
#sony
 

Mobile

Sony stellt Produkte der Z3-Reihe vor