Wir sind dann mal online...

Wir sind dann mal online...

Gerade mit einem Freund auf Facebook gechattet, dem Sie noch 20 Euro schulden? Kein Problem, die überweisen Sie ihm einfach über Facebook, während er noch an der Antwort zu Ihrer Frage nach den Weihnachtswünschen seiner Kinder schreibt.

Und weil Ihnen einfällt, dass Sie auch einem zweiten Freund noch etwas schulden, der sich aus den Social Media zurückgezogen hat, überweisen Sie sein Geld an seine E-Mail-Adresse, weil Sie seine Kontodaten nicht kennen.

Klingt komisch? Klingt nach einer Zukunft, in der wir uns am Wochenende in die Karibik beamen? Nein, so funktioniert die Gegenwart - zumindest in Südkorea und Australien. "Die Entwicklung, wie sie neue Medien vorgeben, wird sich nicht umkehren“, sagt Michael Fröhlich, Partner beim Beratungshaus Capco. Banken müssten stärker dorthin kommen, wo ihre potenziellen Kunden bereits sind - im Internet. Sie müssten investieren, um technisch und organisatorisch aufzuholen. In Österreich, aber nicht nur hierzulande, gibt es laut Experten Aufholbedarf in einer Entwicklung, die das klassische Banking auf den Kopf stellt: Erstens, weil Bankgeschäfte kaum noch in Filialen ablaufen werden. Und zweitens, weil ganz neue Konkurrenz auftaucht.

Schleichender Übergang

Dass Geldgeschäfte wie Überweisungen nur eine Sache der Bank sind, hat sich in den vergangenen Jahren rasant geändert. Die meisten Online-Händler akzeptieren Zahlungen durch reine Webfinanzdienstleister wie PayPal. Amazon und Apple haben Shop- und Bezahlstrukturen, die selbst für kleine Kinder einfach zu handhaben sind. Zwar stehen hinter diesen Transfers noch Verrechnungen über Institute, doch den Kunden ist das oft gar nicht bewusst.

Für die Banken, zu denen Kunden oft lebenslange Beziehungen pflegten, ist diese Gleichgültigkeit eine große Herausforderung: Die Bedürfnisse der Kunden haben sich durch die neuen Technologien massiv geändert. Sie fordern mehr Transparenz, einfache Abläufe, auf ihre Situation abgestimmte Produkte und gute Erreichbarkeit über Filialen, Websites und Apps am Mobiltelefon - Dinge, für die Banken, die zusätzlich unter Vertrauensverlust leiden, nur bedingt stehen. "Wichtig ist heute, dass alles schnell und einfach geht, online wie mobil“, sagt Fröhlich. In den USA nutzen bereits 36 Prozent aller Bankkunden das Mobiltelefon für ihre Überweisungen, in Österreich waren es zuletzt 17 Prozent. Zahlungsmöglichkeiten, bei denen einfach das Handy über einen Sensor gehalten und dann der Wochenendeinkauf vom Konto abgezogen wird, werden ebenfalls gerade erprobt.

Längerfristig geht Dirk Vater, weltweiter Leiter für Retail-Banking bei Bain, davon aus, dass nur noch drei Arten von Bankprodukten persönliche Beratung benötigen: die Baufinanzierung, die Altersvorsorge und Investments in Wertpapiere. Er hält es für realistisch, dass mehr als 25 Prozent der Filialen geschlossen werden, andere Schätzungen reichen bis zu einem Drittel. Auch die großen österreichischen Banken rechnen mit einer Verkleinerung des kostenintensiven Filialgeschäfts. "Basisbankgeschäfte werden durch mobile Technologien hosentaschengerecht, Berater ortsunabhängiger und flexibel verfügbar sein“, sagt etwa Peter Bosek, Retail-Vorstand der Erste Group.

IT-Investitionen in Millionenhöhe

"Fest steht, Banken müssen investieren, um mit den Veränderungen mitzuhalten“, ist Dirk Vater - trotz erster Schritte seitens der Banken - überzeugt. Damit digitale Angebote optimal abgewickelt werden, sind funktionierende Systeme gefragt, in denen die Kundendaten an allen Verknüpfungspunkten verfügbar und sicher sind. Die Citibank etwa investiert gerade vier Milliarden Euro, um zukunftsfit zu werden.

In Zukunft wird es für Banken, die alle unter Kostendruck stehen, dabei noch mehr um effiziente Lösungen gehen. Dass das nicht unbedingt einfach, sondern aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Bestimmungen und gewachsener Systeme schwierig sein kann, zeigt das IT-Desaster der Bank Austria (BA).

"Die IT spielt weiterhin eine große strategische Rolle“, sagt aber Rainer Hauser, BA-Retail-Vorstand, "durch die neue, integrierte Plattform werden sich die Durchlaufzeiten und der Kundennutzen verbessern.“ Auch Raiffeisen arbeitet gerade daran, bis 2014 die IT-Systeme seiner Banken und Landesbanken zusammenzuführen, um Mehrgleisigkeiten zu vermeiden und dem Kunden höhere Professionalität zu bieten, so RZB-Vorstand Johannes Schuster.

Die heimischen Institute haben allesamt ihr Online- und App-Angebot ausgebaut, sie sind in den Social Media präsent und arbeiten an automatischen Bezahlsystemen über das Mobiltelefon. Die Schwierigkeit dabei ist, dass niemand genau weiß, welche Standardtechnologien sich durchsetzen werden. Dennoch müssen sie investieren, um mitzuhalten.

Die Google-Bank

Die Konkurrenz schläft nicht, und sie sieht oft gar nicht aus wie die klassische Bank. "Menschen, die jetzt heranwachsen, wird es irgendwann egal sein, ob sie ihr Gehalt auf ein Bankkonto oder auf ihren PayPal-, Facebook- oder Apple-Account überwiesen bekommen“, so Capco-Berater Fröhlich. Das sei eine große Gefahr für Banken, darauf müssen sie sich einstellen, denn: "Das Gehaltskonto ist das Tor zum Kunden“, so Fröhlich. Wenn es sich schließt, ist der Kunde verloren. All diese Konzerne gehören wie selbstverständlich zum Leben der Menschen, und umgekehrt wissen diese Konzerne quasi alles über ihre Kunden.

Spätestens seit Google über eine Bankenlizenz verfügt, wird deshalb darüber spekuliert, wer von diesen Cash-starken Riesen zuerst ins Bankengeschäft einsteigt. Google hält seit 2007 eine Lizenz, und im Oktober 2012 fing es laut "Financial Times“ in Großbritannien damit an, seinen Kunden kleine Kredite zwischen 200 und 10.000 Dollar anzubieten. Facebook probt gerade in Australien, Bankgeschäfte über seine Seite abzuwickeln; auch hier glauben Experten, dass der Konzern dafür in Zukunft keine Bank als Partner braucht, sondern es selbst macht.

Die heimischen Institute sehen sich diese Entwicklungen an, wollen aber nichts übereilen. Noch sind ja auch viele rechtliche Fragen unklar. Fragt sich nur: Wie lange noch?

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