Wie sich der ORF an die Marke Assinger heranschleicht

Wie sich der ORF an die Marke Assinger heranschleicht

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen verwendet Publikumslieblinge wie Armin Assinger und Mirjam Weichselbraun für seine ehrgeizigen Quotenpläne. Die passende Werbung darf dabei nicht weit weg sein.

Es gibt sie noch, die Quotenstars und Publikumslieblinge des ORF – auch wenn der deutsche Rapper Sido vor kurzem wegen seines Gewaltausbruchs aus der „Großen Chance“ entfernt wurde und durch einen ungleich milderen, wenn weit weniger schlagfertigen kaiserlichen Gefolgsmann ersetzt wurde.
Zwei dieser anderen „ORF-Stars“ sind Armin Assinger und Mirjam Weichselbraun. Sie spielen die Hauptrollen in der Neugestaltung des Abendprogramms am Mittwoch . Während Assinger mit seinem so genannten „Einser-Team“ Menschen aus allen möglichen Not- und Gefühlslagen hilft, testet die universell einsetzbare Weichselbraun Menschen die Nerven von Österreichern – nicht nur jener vor den Fernsehgeräten.

“Kreative“ Planung

Die beiden sind wichtig für den ORF. Als „kreative Planerin“ hatte sich ORF-Direktorin Kathrin Zechner diesen Sommer in einem Interview mit dem trend selbst bezeichnet. O-Ton: „ Heute muss man viel mehr Marken definieren und aufladen.“ Was man unter „Marken definieren“ verstehen könnte, wird am Paradebeispiel Armin Assinger schnell ersichtlich. Der ehemalige Skiprofi, der unter anderem auch die „Millionenshow“ moderiert , ist nicht nur ein ORF-Aushängeschild, sondern außerdem in der Werbung für Parallelschwünge einsatzbereit. Im ORF sieht das dann so aus: Gleich nach der Ankündigung des „Einser-Teams“ schwingt Herr Assinger fürs Lagerhaus den Hammer – in einem Werbespot. Soviel Nähe zwischen Sendung und Werbung darf schon sein.

Aber die Überschneidungen zwischen Fernsehen und Werbung scheinen weiter zu gehen. Denn wo kauft Herr Assinger die Ausrüstung für notleidende Menschen ein, denen er mit seinem Team helfen will? - Selbstverständlich beim Lagerhaus seines Vertrauens , glaubt man diesem euphorischen Bericht. Wo das Gute doch so nah liegt. Armin Assinger ist bekanntestes Testimonial des Lagerhaus und dafür gerne auch abseits von TV-Werbespots im Einsatz .

Die liebe Familie im ORF

Überhaupt ist die Familie Assinger im ORF recht häufig vertreten – auch mit ihren anderen Werbepartnern, wie von der Plattform Kobuk in einer eigenen Rubrik sehr gut dargelegt. Frau Assinger durfte – und da schließt sich der Kreis zu einem anderen ORF-„Star“ – in der Sendung „Chili“ von Dominic Heinzl über ihre Kosmetik-Vorlieben berichten. Hier das entsprechende Video:

Ihr umtriebiger Ehegatte ist zudem für die Sporthandelskette Hervis im Einsatz – natürlich ebenfalls in Form von TV-Werbespots wie diesem hier:

Auch Mirjam Weichselbraun, die für den ORF schon in vielen Sendeformaten antanzte, ist für werbetreibende Unternehmen ein beliebtes Gesicht. Derzeit läuft im ORF – passend zu den neuen Sendungen am Mittwoch – beispielsweise ein neuer TV-Spot der Handelskette Spar, in dem Frau Weichselbraun mit Skifahrern die natürlichen Vorzüge einer naturnahmen Produktreihe bewirbt. Spar ist Kooperationspartner des Österreichischen Skiverbands ÖSV, wie in dieser Presseaussendung , in der auch Weichselbraun vorkommt, stolz erklärt wird. Die Moderatorin war diesen Sommer auch für die „Stickermania“ von Spar im Einsatz, etwa in diesem Werbespot:

Armin Assinger und Mirjam Weichselbraun sind neben Hermann Maier die Top-Testimonials in TV und Hörfunk, wie das Branchenmagazin Horizont berichtet .

Ein heikler Spagat

Der ORF, vor kurzem wegen seines Programms in die Kritik geraten und seither in Defensivstellung , kann ja theoretisch und auch praktisch nicht dafür gerade stehen, was seine „Stars“ so werbemäßig treiben. Und an sich ist es für Medien nicht ungewöhnlich, dass die Werbepartner die (redaktionellen) Inhalte nutzen, um passende Kampagnen zu platzieren – kommt ja auch in Printmedien vor.

Der ORF muss laut ORF-Gesetz allerdings ganz genau aufpassen, was er macht. In den rechtlichen Vorgaben heißt es unter Paragraf 13wörtlich: “Kommerzielle Kommunikation muss als solche leicht erkennbar sein. Schleichwerbung und unter der Wahrnehmungsgrenze liegende kommerzielle Kommunikation in Programmen und Sendungen sind untersagt.“ Und weiters: „In der kommerziellen Kommunikation dürfen weder im Bild noch im Ton Personen auftreten, die regelmäßig Nachrichtensendungen und Sendungen zum politischen Zeitgeschehen vorstellen oder die regelmäßig als programmgestaltende und journalistische Mitarbeiter des Österreichischen Rundfunks sonstige Sendungen moderieren. . Im Falle von Assinger und Weichselbraun dürfte da keine Gefahr bestehen, denn als Nachrichtensendungen sind deren Formate ja kaum zu beschreiben.

Über das Fingerspitzengefühl des ORF beim heiklen Spagat zwischen öffentlichem (und rechtlichem) Auftrag, Quotendruck und Umsatzschaffung kann man indes diskutieren.

Übrigens: Der nächste Einsatz des Einser-Teams zum Wohle der österreichischen Menschheit läuft am Mittwoch im ORF. Hier die eine Vorschau . Und: Der ORF sollte aufpassen, dass man seine „Stars“ nicht reizt. Herr Assinger zum Beispiel reagiert nicht immer sehr freundlich, wenn man ihm ins Wort oder sonstwohin fällt:

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Robert Prazak

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