Weshalb es Donald Trump beim Namen "Forbes" die Haare aufstellt

Weshalb es Donald Trump beim Namen "Forbes" die Haare aufstellt

Wenn Sie irgendwann mal die Gelegenheit haben sollten, einige Worte mit Donald Trump zu wechseln, sollten Sie ein Wort auf keinen Fall in den Mund nehmen: "Forbes".

Das liegt aber weniger am Wirtschaftsmagazin dieses Namens , sondern am schottischen Bauern namens Michael Forbes. Mit diesem liefert sich Trump seit Jahren ein erbittertes Duell. Ein David-gegen-Goliath-Duell, das angesichts der offensichtlichen Fakten – hier der Immobilien-Millardär, dort der Nebenerwerbs-Landwirt – leicht zu entscheiden sein sollte. Ist es aber nicht, denn diesmal hat sich der David mit Erfolg gewehrt.

Die Geschichte beginnt 2006

Aber beginnen wir von vorne: 2006 kaufte Trump ein Grundstück in der Größe von rund 560 Hektar an der schottischen Küste nördlich der Stadt Aberdeen. Sein Plan war es, einen Golfplatz sowie einige Hotels zu errichten, um das Gebiet touristisch und wirtschaftlich zu erschließen. Trotz des Widerstands von Naturschutz-Organisationen, die einen solchen Eingriff in die Natur der bisher unberührten Gegend kritisierten, wurde ein 18-Loch-Kurs errichtet. Dieser Golfplatz zählt heute zu den schönsten in Schottland. Trump hatte sich die Unterstützung der schottischen Politiker mit vollmundigen Versprechen geholt: So sollten in der Region dank seiner Milliarden nicht weniger als 6000 Jobs geschaffen werden, die davor touristisch brachliegende Gegend im Nordosten des Landes sollte zu einem begehrten Reiseziel werden.

Widerstand der Farmer

Womit Trump allerdings nicht rechnen konnte, war die Sturheit der schottischen Bevölkerung. Um Platz für seine weiteren Projekte zu schaffen und das Drumherum des Golfplatzes ansehnlich zu gestalten, wollten die Trump-Mitarbeiter weiteres Land kaufen. Doch einige Bauern wollten davon nichts wissen. Allen voran hat sich Michael Forbes, einer dieser Landwirte, gegen Trump gestellt. Egal, was der Milliardär bieten würde – er würde niemals verkaufen. Und als Darufgabe ließ er alle Welt wissen, dass dieser ganze Golf-Tourismus ein Blödsinn sei. Trump reagierte zunächst wie der Elefant, der von der zornigen Mücke sekkiert wird: Gereizt, aber auch amüsiert. Forbes störe mit seiner Farm, die vor allem schmutzig sei, das Geschäft.

Forbes spielte auch eine Rolle in der Dokumentation "you've been trumped" des britischen Filmemachers Anthony Baxter, in der der Konflikt zwischen den Grundeigentümern und Trump sowie dessen Geschäftsgebaren unter die Lupe genommen werden. Der Film konnte einige Preise gewinnen und wurde im Oktober des Vorjahres von der BBC ausgestrahlt – obwohl die Anwälte von Trump mit Klagen drohten.

Das Duell zwischen Forbes und Trump wurde nune aber immer erbitterter. Der Schotte wurde von den Lesern der Tageszeitung The Scotsman im Vorjahr sogar zum "Schotten des Jahres" gewählt und durfte sich die entsprechende Trophäe daheim aufstellen. Sponsor dieser Wahl ist der schottische Whisky-Hersteller Glenfiddich , der sich prompt den Unmut von Trump zuzog: Der Unternehmer mit der Kreativ-Frisur tobte angesichts der Preisvergabe an seinen Gegner und drohte damit, Glenfiddich als Whisky-Lieferant in seinen Hotels zu streichen. Trump hat ein zorniges Statement zu der Thematik veröffentlichen lassen.

Schottische Regierung plant Windräder

Die Geschichte ist damit aber nicht zu Ende, nun muss sich Trump schon wieder ärgern: Die schottische Regierung will vor der Küste riesige Windräder errichten – und zwar ausgerechnet vor Trumps wunderschönem Golfplatz. Die elf Windräder würden die Aussicht der betuchten Golfspieler stören, beklagt Trump – und hat wieder mal seine Anwälte beauftragt, gegen das Energieprojekt vorzugehen. Doch die Regierung hat auf Stur geschalten , zumal es ehrgeizige Ziele gibt, das Land unabhängig von Energie-Importen zu machen; Windkraft spielt dabei eine große Rolle.

Zudem zeigen jüngste Medienberichte, dass Trump bisher viel versprochen, doch vergleichsweise wenig gehalten hat: Laut der britischen Zeitung Independent hat der Amerikaner bisher gerade mal 200 Mitarbeiter rekrutiert und an die 25 Millionen Pfund investiert – es war mal von 6000 Jobs und 1,2 Milliarden Pfund die Rede gewesen. Bei den ersten Debatten um den Golfplatz waren das Killerargumente im Vergleich zum Naturschutz gewesen.

Forbes in der schottischen Nationalgalerie

In einer aktuellen Dokumentation in der Reihe „Real Sports“ des US-Senders HBO zeigen sich Trump und seine Gegner nicht kompromissbereit: Das Land von Forbes sei ein „Slum“, sagt Trump in der TV-Sendung. Michael Forbes reagierte mit dem Versprechen, nicht aufgeben zu wollen und bezeichnete den Tycoon als Lügner. Gute Freunde werden die beiden wohl nicht mehr…

Was Donald Trump ebenfalls nicht gefallen wird: Der zornige Bauer Michael Forbes ist sogar in die schottische Nationalgalerie eingezogen. Dieses Bild der Fotografin Alicia Bruce wurde nach dem Vorbild von Grant Woods Gemälde „American Gothic“ im Jahr 2010 aufgenommen und als fotografisches Meisterwerk prämiert.

Golfplatz in Google Maps:


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Robert Prazak

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