Weshalb sich kleine Banken vor strengeren Aufpassern fürchten

Weshalb sich kleine Banken vor strengeren Aufpassern fürchten

Die EZB will den europäischen Bankensektor strenger kontrollieren - dagegen wehren sich auch kleinere Banken vehement. Sie fürchten, dass bei zentraler Aufsicht das Wissen um regionale Vorgänge fehlt.

Ralf Müller ist beunruhigt. Der Vorstand der Stadtsparkasse Bad Sachsa kann nicht verstehen, warum das Geldhaus im Südharz mit seinen 46 Mitarbeitern künftig von der mächtigen Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt kontrolliert werden soll. "Wir befürchten, dass unserer regionaler Ansatz nicht länger akzeptiert wird", sagt Müller. Die Bank - Deutschlands kleinste Sparkasse - strebe nicht nach Eigenkapitalrenditen von 20 oder 25 Prozent. Sie sei zufrieden, wenn sie das Geschäft mit kleinen Gewinnen am Laufen halte. "Regulierungsbehörden, die sich in der Region nicht auskennen, werden sagen, die verdienen zu wenig, und uns in eine Schublade stecken mit Banken, die tatsächlich Probleme haben", unkt Müller.

Kleine Institute haben Angst

Mit den Sorgen ist er nicht allein. Seit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Mittwoch seine Pläne für die Neugestaltung des europäischen Bankensektors vorstellt hat, geht bei vielen kleinen Instituten in Europa die Angst um. Barroso will, dass die EZB alle 6000 Banken der 17 Euro-Länder überwacht - die Deutsche Bank und Santander genauso wie die Sparkasse Bad Sachsa.

Die deutsche Politik und viele kleine Institute wollen dagegen auch künftig von den nationalen Behörden beaufsichtigt werden, die ihre Geschäftsmodelle seit Jahren kennen. "Mir hat noch niemand erklären können, weshalb die Bewahrung der Systemstabilität in Europa es notwendig macht, dass sich statt der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin die EZB mit der Sparkasse Westmünsterland, der Volksbank Paderbon-Höxter-Detmold oder der Fürstlich Castell'schen Bank in Würzburg beschäftigt", sagt Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. "Da ist die EZB zu weit weg und hat keinerlei praktische Aufsichtserfahrung - und übrigens auch keinerlei entsprechendes Personal."

In der Praxis, beschwichtigen Aufseher, werde sich für kleine Banken wenig ändern. Denn die EZB werde die Alltagsarbeit an die nationalen Aufseher delegieren. Doch dass die ganze Macht künftig im Euro-Tower in Frankfurt liegt, bereitet den Kleinen trotzdem Unbehagen.

Widerstand auch in Österreich

Auch im Ausland regt sich Widerstand. Die österreichischen Sparkassen seien ausschließlich regional tätig und hätten in der Krise keine Probleme verursacht, argumentiert Michael Ikrath, der Generalsekretär des österreichischen Sparkassenverbands. "Es ist nachvollziehbar, dass die systemrelevanten, international tätigen Banken unter EZB-Aufsicht gestellt werden, aber mit Sicherheit nicht regionale Sparkassen."

Bei der etwas größeren italienischen Banca Carige gibt es ebenfalls Bedenken. Das Institut aus Genua, das vor über 500 Jahren von einem Franziskaner-Mönch gegründet wurde, hat sich in der wohlhabenden Küstenregion Ligurien in Nordwestitalien einen Marktanteil von einem Fünftel erarbeitet. Die Kapitalanforderungen, die die EU an alle großen Banken erhebt, erfüllt das Institut jedoch nicht. Mit 6,7 Prozent liegt sie unter den sieben Prozent, die künftig das Maß der Dinge sind. Sieben Milliarden Euro billiges Geld von der EZB hat sie sich zuletzt schon besorgt, um ihre Refinanzierung zu sichern.

Die Banca Carige könnte einer der ersten Fälle werden, in dem sich zeigt, wie die EZB ihre Rolle als "Banken-Polizist" interpretiert. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission soll die EZB Banken überwachen, bestrafen und im Extremfall sogar schließen dürfen.

Schwächephasen überstehen

Sparkassen-Vorstand Müller stehen bei der Vorstellung schon heute die Haare zu Berge. Seine Bank hat eine Bilanzsumme von 130 Millionen Euro und gerade mal 5500 Kunden. Die deutsche Bankenaufsicht kenne die Region und die Struktur der Bank gut, sagt Müller. "Im Gegensatz zu einer Großbank können wir uns nicht zurückziehen, wenn es Probleme gibt." Das Institut müsse zu seinen Kunden stehen und Schwächephasen gemeinsam mit ihnen durchstehen. "Bisher haben die Regulierungsbehörden das so akzeptiert." Müller hat seine Zweifel, ob die EZB in schwierigen Zeiten ebenfalls so verfahren würde.

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