Vor Ort in Syrien: "Bunker-Hopping" in Damaskus

Vor Ort in Syrien: "Bunker-Hopping" in Damaskus

Es ist kurz nach 11.00 Uhr in Syrien. Die Sonne brennt. Die Nerven der Menschen in Damaskus liegen seit Tagen blank. Seit bekannt geworden ist, dass der Westen nach dem Giftgasanschlag vom 21. August, für den die Rebellen das Regime verantwortlich machen, eine unmittelbare Militäraktion plant, hat sich der Alltag verändert.

Familien bleiben beisammen. Fahrgemeinschaften wirken verkehrsberuhigend. Viele Gegenden der syrischen Hauptstadt wirken ohnehin wie ausgestorben. Unnötige Ausgänge werden vermieden. Die Menschen decken sich mit Reis, Nudeln, Gemüse und Fleisch ein. Bei den Bankomaten und Supermärkten herrscht Hochbetrieb.

Mahmoud R. ist einer von vielen Persern, die in diesen Tagen sehr viel zu tun haben. Er hortet Decken und Leintücher, denn er hat in seinem Haus mehr als 30 Syrer aufgenommen. Sie mussten ihre Häuser verlassen. Aus Angst vor Anschlägen. "Viele von ihnen wohnten unweit von Militäreinrichtungen, die derzeit besonders im Fokus stehen. Daher habe ich ihnen angeboten bei mir zu bleiben, bis Allah einen Weg für uns findet", resümiert Mahmoud nüchtern.

Er hat sich wie viele seiner Landsleute im Stadtteil Saida Zeinab niedergelassen. "Die Grabmoschee der Enkeltochter des Propheten Mohammed wurde 2008 und 2012 durch Anschläge teilweise beschädigt. Sie ist ein Abbild unserer Seele. Auch letztere wurde durch die Ereignisse der letzten Monate tief verletzt. Daher ist es gerade jetzt in diesen schwierigen Tagen an der Zeit, Menschlichkeit zu zeigen und unseren syrischen Mitbewohnern zu helfen", flüstert er mit sanfter Stimme.

Auf der Rawda-Straße riecht es nach persischen Süßspeisen wie "Zulbia Bamie" und "Nun Khamei". Hier im Schiitenviertel wird auch der iranische Rial als Zahlungsmittel akzeptiert. "Wir haben durch den seit März 2011 andauernden Dauerangstzustand gelernt, näher zusammenzurücken. Wir sind eine Großfamilie geworden. Viele haben die Stadt verlassen, aber wir bleiben hier, denn es ist unsere Heimat geworden. Wir müssen unseren syrischen Schwestern und Brüdern nun Mut zusprechen", meint Zahra R, die Ehefrau von Mahmoud. Sie trägt wie die meisten Frauen hier ein schwarzes Kopftuch.

Da der Iran der engste Verbündete Syriens und damit von Machthaber Bashar al-Assad ist und das Land auch tatkräftig unterstützt, ist die Stimmung hier natürlich dementsprechend rebellenfeindlich. "Sie sind Barbaren, ich habe selbst gesehen, wie sie verletzten Regierungssoldaten mit ihren Messern aufgeschlitzt haben. Es ist nur traurig, dass manche von euch im Westen glauben, die Lage in Syrien lässt sich in 'Assad ist der Teufel und böse und die Rebellen sind die Guten' zusammenfassen", beklagt Mahmoud.

" Terror, Schrecken und viele Tote "

"Doch so einfach ist das Spiel hier nicht. Wenn die Amerikaner angreifen, werden sie wie in Afghanistan und im Irak scheitern. Nur mit dem Unterschied, dass sie dann den Drachen aus der Höhle holen und sich wie im Märchen Ali Baba und die 40 Räuber ein Tor öffnen wird. Nur gibt es dahinter keine Schätze und Gold, sondern Angst, Terror, Schrecken und viele Tote", ergänzt Ali, der beste Freund von Mahmoud. Sie alle hier hoffen auf die Russen und den Iran, die die "schrecklichen Rebellen" endlich verjagen sollen. Mörsergranaten, welche die Rebellen in die Hauptstadt schießen, seien "das tägliche Horrorszenario", mit dem man hier leben müsse.

Im Hintergrund hört man Musik des persischen Popsängers Ebi. Eines haben die meisten Häuser hier gemein: Sie haben unterirdische Bunker, die anders als die in Europa bekannten Keller über mehrere Verbindungsgänge oft miteinander verbunden sind.

Das sogenannte "Bunker-Hopping" ist in diesen Tagen eine Art Lebensversicherung für viele Syrer. Sie haben sich in den verschiedenen Bunkern koordiniert und arrangieren sich für den Ernstfall.

Von einem Bunker, wo Reis und Zucker gehortet werden, bis zum anderen, wo Kinder in einer Art "Kindergarten-Bunker" im Ernstfall zusammenblieben sollen, wird alles minutiös geplant. Mahmoud muss nun aufhören zu telefonieren. Es warten schon neue Syrer, die seine Hilfe brauchen.

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