USA: Die riesige Kluft zwischen Arm und Reich

USA: Die riesige Kluft zwischen Arm und Reich

Die Schere zwischen Armen und Reichen klafft derzeit so weit auseinander wie zuletzt Ende der 60er. Daraus klare Vorteile für Barack Obama im Wahlkampf abzuleiten, wäre allerdings ein (europäischer) Trugschluss.

Zwei Meldungen, die konträrer nicht sein könnten:

Meldung eins: Die französische Bank BNP Paribas SA beginnt gerade ihre Geschäfte mit reichen Kunden in den USA auszubauen, denn dieses ist sehr lukrativ. Die US-Tochter von BNP Paribas verwaltet derzeit Vermögen im Gesamtwert von rund zehn Milliarden US-Dollar, Tendenz steigend.

Meldung zwei: Der Anteil der Armen an der US-Bevölkerung ist auf einem konstant hohen Niveau; derzeit leben 15 Prozent unter der Armutsgrenze. Zugleich ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen erneut gesunken. Nicht weniger als 46,2 Millionen Menschen in den USA werden offiziell als „arm“ eingestuft; der höchste Wert seit 53 Jahren, also seitdem entsprechende Aufzeichnungen überhaupt geführt werden.

Soziale Fragen

Diese beiden Meldungen sind sichtbares Zeichen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich im mächtigsten Land der Welt immer weiter auseinanderklafft. Und es wirft Fragen auf, wie es denn mit der sozialen Stabilität in diesem Land in Zukunft aussehen wird? Robert Greenstein, Chef des „Center on Budget and Policy Priorities“ in Washington sagte gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg: „Die Gewinne durch das wirtschaftliche Wachstum im Jahr 2011 waren ungleich verteilt, denn das Haushaltseinkommen ist in der Mitte gefallen, an der Spitze aber gestiegen.“ Studien bestätigen das: Die reichsten Haushalte, die nur ein Prozent aller Haushalte ausmachen, konnten sechs Prozent der Einkommen lukrieren.

Als Europäer ist man versucht, daraus voreilige Schlüsse für den US-Wahlkampf zu ziehen. Doch in den USA denkt man anders: Die Probleme der US-Wirtschaft seien schuld an der Armut und an der wirtschaftlichen Misere sei wiederum Präsident Barack Obama schuld – das ist die Argumentationslinie von Herausforderer Mitt Romney. Obama wiederum weist auf die Pläne von Romney hin, den reichsten Familien weitere Steuererleichterungen zu gewähren, was wiederum auf Kosten der Mittelklasse und zulasten der Armen gehen würde.

Wer auch immer gewählt wird: Der Kampf gegen die Armut wird ihn mit Sicherheit beschäftigen. Laut US-Volkswirtschaftlern hat die Rezession langfristige Auswirkungen auf die Armutsrate, die noch viele Jahre konstant hoch bleiben wird. Aber selbst wenn die Wirtschaft stark wachsen sollte: Unter den derzeitigen Voraussetzung erreicht das Wachstum kaum die ärmeren Bevölkerungsschichten, sondern bleibt vor allem bei den Reichen hängen – unter anderem wegen entsprechender Steuerregelungen.

Eine Mini-Revolution

Immerhin gibt es eine Zahl, die für amerikanische Verhältnisse fast schon revolutionär ist: Die Zahl der US-Bürger, die keine Krankenversicherung haben, ist zuletzt ganz leicht auf 15,7 Prozent zurückgegangen - das ist hauptsächlich auf die Reform von Obama zurückzuführen, nach der Amerikaner unter 26 bei ihren Eltern mitversichert werden können.

Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Armut ein Kernproblem bleibt – auch wegen der zuletzt wieder steigenden Arbeitslosigkeit: So hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der letzten Woche um 15.000 auf 382.000 erhöht. Einer der Gründe: Der Staat insgesamt und die einzelnen Bundesstaaten müssen sparen und daher Mitarbeiter in der Verwaltung entlassen bzw. müssen sie Infrastrukturprojekte zurückfahren.

Ein Teufelskreis

Die hohe Armutsrate bedroht auch die US-Wirtschaft, denn es ist ein Teufelskreis: Immer mehr Kinder wachsen in armen Familien auf, haben dadurch eine niedrigere Ausbildung und sind als Arbeitnehmer nicht so produktiv. Ein Experte wird mit den Worten zitiert, die USA „schießen sich selbst in den Fuߓ, wenn sie die Kinderarmut nicht rechtzeitig bekämpfen.

Eine Zahl zum Schluss: Im Juni haben 46,7 Millionen Amerikaner Essensmarken erhalten.

Quellen: u.a. Bloomberg, Reuters, APA

Robert Prazak

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