Über Detroit kreisen die Geierfonds

Über Detroit kreisen die Geierfonds

Die Geldschwemme der Notenbanken bereitet vielen Finanzinvestoren Kopfschmerzen. Die Rede ist von sogenannten "Geierfonds", die sich auf die Übernahme pleitebedrohter Firmen spezialisiert haben. Ihnen gehen nun die Kaufziele flöten.

Denn selbst angeschlagene Unternehmen können sich momentan günstig Kredite verschaffen. Die Fonds müssen daher neue Objekte ins Visier nehmen, die ihnen bei einem späteren Verkauf attraktive Renditen versprechen. In den USA sind sie bereits fündig geworden: überschuldete Kommunen und Landkreise. Und kein Ziel scheint momentan verlockender zu sein als die darbende Autostadt Detroit.

Andere Regularien

Zwar unterliegen Städte anderen Regularien als Unternehmen. Sie müssen Dienste wie die Polizei und die Müllabfuhr zahlen und können diese nicht einfach zwangsweise dichtmachen. Doch lassen sich viele Hedgefonds davon nicht abschrecken. So hat laut Gerichtsdokumenten der Investor Monarch Alternative Capital bereits mehr als 600 Millionen Dollar an Schulden des Jefferson County im Bundesstaat Alabama aufgekauft. Der Bezirk hatte 2011 Insolvenz angemeldet - es war der größte Kommunalkonkurs der USA. Auch der Investor Stone Lion, der in die Pleite des traditionsreichen Fotokonzerns Eastman Kodak verwickelt war, ist hier eingestiegen.

Eine wachsende Zahl an Städten und Gemeinden hat immer größere Schwierigkeiten, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, die sie sich in den Boomjahren aufgeladen haben. Erst kürzlich meldeten sich die kalifornischen Städte Stockton und San Bernardino zahlungsunfähig. Doch ein wahres Dorado für findige Finanzinvestoren könnte Detroit werden. Die einst blühende Industrie-Metropole steckt trotz der Erholung der in der Region beheimateten Autoriesen General Motors und Ford in einer tiefen Krise. In der ehemals fünftgrößten US-Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern leben heute nur noch 700.000 Menschen, davon ein Drittel unter der Armutsgrenze. Viele öffentliche Dienste funktionieren nicht mehr.

Die neuen Goldgräber

Sollte die Stadt mit ihren 8,6 Milliarden Dollar an langfristigen Verbindlichkeiten Konkursantrag stellen, wäre dies vergleichbar mit den größten Unternehmenspleiten. Der Bundesstaat Michigan hat im März die Finanzen von Detroit schon in die Hände eines Insolvenzexperten gelegt. Selbst wenn dieser eine Pleite noch abwenden kann, so ist doch eine Umschuldung wahrscheinlich - und damit auch eine günstige Aussicht auf kräftige Gewinne für finanzstarke Investoren.

Wie bei einem Goldrausch zieht Detroit daher momentan Finanzberater, Sanierungsexperten und Anwälte an. Sie werden von Fonds ausgesandt, um nach lukrativen Geschäften Ausschau zu halten. "Alles sucht nach Wegen nach Detroit. Es ist neu und einzigartig," sagt Marti Kopacz von der Beraterfirma Brant Point Advisers, die für Behörden nach Sparmöglichkeiten sucht. Auch führende Köpfe aus der gewöhnlich verschlossenen Fondsbranche bekennen sich dazu: "Detroit ist etwas, das wir und andere Fonds uns anschauen", ergänzt Stone-Lion-Gründer Alan Mintz.

Privatisierungen und Schulden

Dabei haben Hedgefonds mehrere Investmentmöglichkeiten im Auge. Dazu gehören neben Privatisierungen auch die Schulden der öffentlichen Hand. Im Fall Detroit sind die städtischen Anleihen am reizvollsten. Wenn der Kurs der Schuldtitel weiter falle, werde dies Investoren zum Einstieg anlocken, sagt Experte Lewis Feldman von der Anwaltskanzlei Goodwin Procter voraus. Diese würden dann darauf setzen, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung eine Erholung der Stadt und damit auch der Bond-Kurse zu erreichen, um satte Gewinne einzustreichen. Andere spekulierten auf eine Umschuldung. Sie könnten bei einem günstigen Einstieg und einem späteren Schuldenschnitt kräftig Kasse machen. Das wäre aber nicht nur in ihrem Sinne, sondern käme auch der Stadt zugute, da die Gesamtverschuldung dadurch sinken würde, so Feldman.

Eine andere Investmentmöglichkeit könnten die Schuldtitel im Besitz ausländischer Banken sein. Laut Hector Negroni von dem auf den Kommunalmarkt spezialisierten Fonds Fundamental Credit Opportunities sind es allein 1,5 Milliarden Dollar an Pensionszertifikaten. Einige Experten gehen davon aus, dass Banken eher an einem Verkauf interessiert sind, als in langwierige Restrukturierungsverhandlungen mit der Politik in Übersee verwickelt zu werden. Doch Berater Kopacz warnt vor allzu großer Goldgräberstimmung: Es bleibe ein großer Unterschied zu Firmenpleiten. Die Polizei und die Feuerwehr würden gebraucht. "Man kann eine Stadt nicht abwickeln."

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