Tom Cruise gibt sich den Rest

Tom Cruise gibt sich den Rest

Rockt Tom Cruise? Nicht wirklich, aber der bald 50-jährige Hollywoodstar ist am besten, wenn er spielt, wie die Welt von ihm denkt: nicht ganz dicht.

Rock ’n’ Roll zu zelebrieren ist eine Gratwanderung. Überall lauern Klischees, die man entweder gekonnt für sich einsetzt oder unreflektiert vor sich herträgt. Die einen werden dabei zu Göttern erkoren, von jubelnden Massen kultisch verehrt und finden am Ende gar Aufnahme in eine Hall of Fame. Die anderen verglühen - manchmal leider auch von der Gegenwart verkannt - zu einer traurigen Fußnote der Populärkultur.

Noch schmäler wird dieser Grat übrigens, wenn man sich eine Person oder mehrere Protagonisten einer Epoche der Rock-’n’-Roll-Geschichte aussucht, um ihnen dann ein filmisches Denkmal zu setzen. Als Biopic wurde so etwas oft gar nicht schlecht umgesetzt. Stimmungsfilme, die den Zeitgeist vergangener Dekaden einzufangen versuchen, scheitern aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit.

Klangvolles Scheitern

In dieser Hinsicht vermag auch das Musical "Rock of Ages“, das am Broadway seit 2006 für Besucheranstürme sorgt und nun von Regisseur Adam Shankman verfilmt wurde, keine Ausnahme zu sein. Wohl auch, weil das Genre Musicalfilm per se eine recht biedere Angelegenheit ist. Selbst dann noch, wenn alles mit etwas kräftigeren Zutaten wie Sex, Drugs und eben Rock ’n’ Roll gewürzt ist. Familientauglichkeit geht eben vor. Insbesondere dann, wenn - wie bei "Rock of Ages“ - ein 70-Millionen-Dollar-Budget reingeholt werden soll. Sicherheitshalber setzt man also ein bisschen mehr auf "Glee“ und "High School Musical“ als auf "Rocky Horror Picture Show“. Nostalgiewahnsinn und ein glatt gebügelter, nicht allzu fordernder Blick auf ein schräges Figurenpanoptikum herrschen demnach vor, wenn es zurück nach Los Angeles ins Jahr 1987 geht. Somit sind auch etwaige Erwartungen, dass die subversiven Elemente des Rock ’n’ Roll gar arg in den Mittelpunkt gestellt werden, eher niedrig.

Worum geht es also? Das Landei Sherrie (Country-Sängerin Julianne Hough) kommt nach L. A., um ein Star zu werden. Sie landet im Bourbon, dem heißesten Club der Stadt, und verliebt sich in den jungen Kellner und Möchtegernrocker Drew (Diego Boneta). Eine Romanze mit ihren kleineren und größeren Hindernissen trägt freilich keine zwei Stunden. Selbst wenn auf dem Weg zur erlösenden Findung der eine in einer Boyband landet und die andere sich in der Strip-Bar aufs Popschi greifen lassen muss. Deshalb braucht es Nebenrollen-Glamour.

Den bringen der irre Brite Russell Brand (der sich wieder selbst spielt) und Alec Baldwin als Clubbetreiber-Duo, Paul Giamatti als schmieriger Musikmanager und Catherine Zeta-Jones, die eine stockkonservative Politikergattin auf persönlichem Rachefeldzug mimt, um sich am Ende als Teresa-Orlowski-Double selbst zu finden.

Cruise gibt sich den Rest

Ach ja, und da wäre auch noch Tom Cruise. An dem Amerikaner - ein waschechter Zeitzeuge, der die 80er-Jahre übrigens ohne gröbere Probleme überlebt hat - scheiden sich ja seit jeher die Geister. Wobei man eigentlich getrost behaupten kann, dass der Scientologe, der Anfang Juli seinen 50. Geburtstag feiert, ordentlich plemplem ist. Ja, Cruise ist abseits der Kameras zu einer Art "Larger than life“-Figur des Grauens avanciert. Selbst wenn nur zehn Prozent von dem stimmen, was über ihn in den Medien herumgeistert, kann man als Küchenpsychologe aus der Ferne eine schwere narzisstische Störung diagnostizieren.

Das macht es schwer, ihn in Filmrollen ernst zu nehmen. Das hat Cruise zumindest erkannt. Wie viele Auditing-Sessions er dazu brauchte, weiß kein Mensch, ist auch Privatsache. Wichtig ist - und das tut dem seichten Film mit seinen unendlichen Längen und unverhohlen billigen Plot-Twists gut -, dass er genau dort ansetzt. Cruise gibt sich mit Genuss der Lächerlichkeit hin. Das hat er bereits als extrem grindiger Produzentenprolo in der Satire "Tropic Thunder“ gemacht. Nun tut er es als alternder Glamrocker Stacee Jaxx wieder.

Nicht unwitzig, wie er als absurde Mischung aus Gottfried Helnwein und Jon Bon Jovi zwischen Groupies schläft oder seinem betrügerischen Manager ans Bein schifft. Selbstredend, dass er "dabei auch literweise Hochprozentiges, serviert von einem gut dressierten Hausaffen, in sich reinschüttet. Als er dann auch noch mit einer Journalistin vom "Rolling Stone“ in Unterwäsche Sex am Billardtisch hat, fragt man sich aber, trotz aller vorherrschenden Überzeichnung, ob nicht auch die unfreiwillige Komik im Regiesessel Platz genommen hat.

Wobei, was könnte die 80er-Jahre besser charakterisieren als unfreiwillige Komik? Ab 15. 6. im Kino.

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