Superfund: Bank verzweifelt gesucht

Superfund: Bank verzweifelt gesucht

Freundschaft wird daraus wohl keine mehr. Das Verhältnis zwischen der Hedgefondsgesellschaft Superfund und den Finanzaufsehern von der FMA ist seit Jahr und Tag kein entspanntes. Doch nun ist wegen zweier kürzlich ergangener Verfahrensanordnungen der FMA sogar die Existenz des Unternehmens von Gründer Christian Baha ernsthaft in Gefahr.

Denn diese Verfahrensanordnungen, die FORMAT vorliegen, haben es in sich: Darin heißt es, dass jenes Geld, das in den Genussscheinen Superfund A, B und C sowie in zwei Ansparplänen liegt – Schätzungen reichen bis 100 Millionen Euro –, unzulässigerweise von der Superfund Vermögensveranlagungs-AG und der Superfund Unternehmens-Beteiligungs-AG verwaltet wird. Die Entgegennahme und Verwaltung der Gelder, so die FMA, stelle nämlich ein Bankgeschäft dar. Und über eine dafür erforderliche Bankkonzession verfügt Superfund nicht. Die Aufseher sind unerbittlich: Ist die Sache nicht bis längstens 30. Dezember 2012 bereinigt, „so hat die FMA mit Bescheid die zur Herstellung des zur Rechtsordnung entsprechenden Zustandes jeweils notwendigen Maßnahmen zu verfügen“.

Eingedeutscht heißt das: Im Worst Case müsste Superfund die Verwaltung in Österreich einstellen und die Gelder an die Investoren zurückzahlen. Im kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss der Superfund Unternehmens-Beteiligungs-AG liest sich das dramatisch: „Erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die letztlich zur Bestandsgefährdung der Gesellschaft führen könnten, sind nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen.“

Umwandlung schwierig

Um all dies abzuwenden, hat Baha nun im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Er kann die Tausenden Genussscheininhaber anschreiben und mit ihnen eine Umwandlung in eine direkte Beteiligung vereinbaren. Denn einseitig können die Bedingungen nicht geändert werden. Das Problem dabei: Das Genussscheinmodell brachte den Anlegern erhebliche steuerliche Vorteile, die bei einer Umwandlung wegfielen. Die Erfolgsaussichten dieser Variante dürften also enden wollend sein.

Deshalb hat Baha sich bereits vor Monaten einer Variante B zugewandt: dem Kauf einer Bank. Wäre Mister Superfund nämlich im Besitz einer Banklizenz, stellte die Verwaltung von Kundengeldern kein Problem mehr dar. In der Finanzszene ist zu hören, dass sich Superfund intensiv auf der Suche nach einer Bank befindet. Wie bereits bekannt, hätte Baha die Österreich-Tochter der Schweizer Privatbank Vontobel gut gefallen. Und tatsächlich waren die Gespräche mit den Schweizern schon weit gediehen. Baha wollte dem Vernehmen nach 30 Millionen Euro hinblättern. Letztendlich sollen sich die eigens angereisten Schweizer Bankmanager aber an der unkonventionellen Verhandlungsführung des ehemaligen Polizisten gestoßen haben, wird gemunkelt. Ein Imageschaden bei einem Verkauf an Superfund wurde befürchtet. Und so entschlossen sich die Schweizer stattdessen für eine Liquidierung des österreichischen Private-Banking-Geschäfts.

Ebenso erfolglos verlief die Kontaktaufnahme zu den Eigentümern der angeschlagenen Alizee-Bank, der früheren M&A-Bank. Die Alteigentümer Thomas Polak und Claudia Böhme verkauften ihre Bank lieber an ein Konsortium honoriger Herren: an Richard Schenz, Franz Löschnak, Andreas Staribacher und Novomatic-Eigentümer Johann Graf.

Auch bei der Linzer Partner Bank hat Baha zuletzt sein Glück versucht. Hier hat man sich mit der Verkäuferin, einer Stiftung in Liechtenstein, über den Kaufpreis aber nicht einigen können. Rund 15 Millionen Euro standen zuletzt im Raum. Aktuell, so der Chef der Partner Bank, gibt es keine Verkaufsgespräche mehr.

Der letzte Ausweg, die Superfund-Einlagen einer anderen Bank zur Verwaltung zu übergeben, dürfte nicht leicht sein. Angeblich will keine Bank das Risiko auf sich nehmen. Wie Superfund jetzt mit der misslichen Lage umgehen will, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Nur so viel ist Rene Danzinger, dem neuen Superfund-Vorstand, zu entlocken: „Superfund wird das Genussscheinmodell in Abstimmung mit der FMA anpassen, um der Rechtsansicht der FMA zu entsprechen.“ Diese Rechtsansicht teile man aber keinesfalls: „Die investierten Gelder werden in Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen verwaltet“, ist Danzinger nach wie vor überzeugt.

Gebühren zurückzahlen?

Kommt die Finanzmarktaufsicht Ende des Jahres zum gegenteiligen Schluss, könnte es für Superfund noch dicker kommen: Findige Anleger könnten auf die Idee kommen, ihre über Jahre bezahlten Verwaltungsgebühren auf dem Zivilrechtsweg zurückzuverlangen. Dann wäre die Gesellschaft überschuldet. Rückstellungen in der Superfund-Bilanz wurden dafür jedenfalls nicht gebildet.

Christian Baha selbst hat aber seine Schäfchen vorsorglich ins Trockene gebracht: Er hat sich zuletzt den gesamten Bilanzgewinn von 4,2 Millionen Euro ausschütten lassen.

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