Street Art und Sammler haben sich gefunden

Street Art und Sammler haben sich gefunden

In Städten wie New York, Los Angeles oder London ist Street Art ein integrierter Bestandteil des Stadtbildes.

Ihre Protagonisten wie der britische Szenestar Banksy oder der Amerikaner Shepard Fairey, der durch seine Obama-Wahlkampagne Berühmtheit erlangte, hängen bereits in Museen, sind bei Kunstmessen wie der Armory Show durch Top Galerien vertreten und erzielen Bestpreisen von bis zu 1,3 Millionen Euro bei Auktionen. Die Künstler von der Straße haben es zu Ruhm gebracht. Kein Wunder also, dass Banksys Stencil (Schablonenarbeit) "Sklavenarbeit“ heuer im Februar von seinem ursprünglichen Platz, einer Supermarktwand im Londoner Stadteil Haringey, entfernt wurde, um in Miami für Bestpreise zu sorgen. Nach Demonstrationen der Londoner für die Rückgabe des Werks, wurde die Auktion abgesagt und eine Diskussion über die Eigentumsrechte von Street Art losgetreten.

"So etwas ist ganz klar Diebstahl an der Gesellschaft“, betont Nathalie Halgand. Die Wiener Galeristin hat sich bereits 2006 gemeinsam mit Geschäftspartner Nicholas Platzer auf Street Art spezialisiert und gilt mit ihrer Inoperable Gallery als eine der besten Urban Art-Spaces Europas. Aktuell ist sie mit Künstlern wie der heimischen Boygroup Perfekt World oder dem belgischen Star Roa in gleich zwei Ausstellungsprojekte eingebunden, die sich in Wien ab 17. Mai mit der vielfältigen Ausprägung von Street Art beschäftigen: In der Ankerbrotfabrik präsentiert Ernst Hilger "Cash, Cans & Candy“, eine Ausstellung mit Festivalcharakter, die über 40 Künstler der Szene zeigt und performen lässt. Und im Palais Kinsky lädt Sarah Musser zur Schau "Escape the Golden Cage Art Affair“, die sie 2010 initiert hat. Bereits im Vorjahr konnte man 6000 Besucher verbuchen, die sich für Urban Art interessierten: "Anfangs konnte hier, selbst in der Kunstszene, kaum jemand etwas mit dem Begriff anfangen, mittlerweile wird die Street Art als ernstzunehmendes Kunstgenre gesehen“, freut sich Musser.

Dass sich hierzulande einiges verändert hat, kann die engagierte Galeristin Halgand nur bestätigen: "Rechnete man noch vor einigen Jahren nur die Schadenssummen des Vandalismus’ hoch, gibt es heute von der KÖR/Kunst im öffentlichen Raum für Street Art-Projekte Subventionen.“ Dafür gilt es aber Genehmigungen einzuholen, mit Hausbesitzern und der MA19 zu verhandeln - ein langer Prozess, wie Halgand bestätigen kann. Zumal das österreichische Publikum immer noch viel zu wenig über das weite Feld der Urban Art wisse: Es gilt, so die Fachfrau, zu unterscheiden zwischen Graffiti und Street Art. Während Graffiti das Writing meint, das kunstvolle Malen des eigenen Namens als eine Form von identitätsbildender Zugehörigkeit, wie sie US-Gangs der 1960er Jahre zur territorialen Abgrenzung verwendet haben, überwiegt bei Street Art der Bildteil.“ Als Street Art gelten alle Interventionen im urbanen Raum von der Malerei bis zur Schablonenkunst. Die Künstler bedienen sich neben der Sprühdose auch anderer Medien wie Marker, Pinsel oder Aufkleber. "Der Begriff hat sich ja schon in den 70ern entwickelt, mit Banksy wurde die Kunstrichtung zweifellos popularisiert“, ergänzt Kathrin-Sophie Dworak. Die einstige Mitgründerin von "Escape The Golden Cage“ kuratiert nun das Projekt "Cash, Cans & Candy“.

Zwischen Anonymität & Ruhm

Standen in den Anfängen der Kunstrichtung Anonymität, Kritik am Establishment und eine gewisse Guerilla-Attitüde im Vordergrund, die die Protagonisten der Szene von Galerien fern hielt, scheint dieser Spagat zwischen Anonymität und Ruhm, Vereinnahmung durchs Establishment und Illegalität, kein Problem mehr. "Die Künstler sind längst alle um die 40, haben Kinder, sind verheiratet und wollen nach Jahren der Rebellion von ihrer Kunst auch leben und nicht mehr permanent das Risiko der Illegalität eingehen. Dass man in einer Galerie hängt, heißt ja noch lange nicht, dass man Street-Credibility verliert“, rückt Katrin-Sophie Dworak zurecht. Bei ihren Arbeiten für den Innenraum setzen die Künstler auf Leinwand, Papier, Holz, Kupferplatten oder Oberflächen wie Verpackungsmaterial.

Neben Größen wie Shepard Fairey, Roa, der südafrikanischen Künstlerin Faith47, Los Angeles-Hero Retna oder dem Duo Faile aus Brooklyn, kann man sich bei "Cash, Cans & Candy“ auch mit Arbeiten von Künstlern auseinandersetzen, die sich erst etablieren. Zu den zehn Lokalmatadoren der hiesigen Szene, die in ihrer Bildsprache herausstechen, zählen etwa Thomas "Keramik“ Mock, der Steirer Nychos, Perfekt World oder Vasilena Gankovska, die eine der wenigen Frauen der Branche ist.

Die Hochburg der Street Art-Sammler befindet sich zwar immer noch in England, aber mittlerweile bildet sich auch in Wien ein guter Sammlerstock. "Die meisten Käufer sind 30 plus und in ihrer Jugend mit Skaterkultur oder Graphikdesign in Berührung gekommen oder einfach visuell von der Popkultur geprägt“, umreißt Galeristin Nathalie Halgand. "Regelwerk und Codes zu verstehen schadet nicht, aber es ist nicht zwingend notwendig, um mit dieser Kunst zu leben.“ In jedem Fall sei es immer noch ein idealer Zeitpunkt, um als Sammler einzusteigen. Bei Prints, in der Auflage von 150 Stück, ist man schon ab 50 Euro dabei, kleine Originale gibt es, je nach Bekanntheit des Künstlers, von 500 bis zu 15. 000 Euro. Für die Arbeiten bekannter Namen wie eben Shepard Fairey oder Retna muss man allerdings schon 60.000 Euro aufwärts berappen.

Escape The Golden Cage Art Affair
Der Gewölbekeller des Palais Kinsky wird bis 31.5. zum Schauplatz urbaner Kunst. U.a. mit Dan Witz (USA), XOOOOX (D), Ozmo (I) oder Brad Downey (USA). Eröffnung: 16.5., 19.30 Uhr, Palais Kinsky, Info: www.escape-goldencage.com

Cash, Cans & Candy
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von über 40 österreichischen und internationalen Künstlern. Bereits im Vorfeld gibt es Live-Painting-Aktionen mit u.a. Shepard Fairey am Silo der Ankerbrotfabrik (21. 5., ab 15 Uhr!) Galerie Hilger next10 & und HilgerBROTKunsthalle in der Ankerbrotfabrik: Eröffnung: Fr., 31. 5. 19 Uhr, zu sehen bis 15. 9.

Inoperable Gallery
In der Wiener Galerie findet man Arbeiten von internationalen und heimischen Urban Art Künstlern. 7., Burggasse 24, www.inoperable.at

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