Sir Ridley Scott fliegt wieder ins All

In „Prometheus“ erzählt Ridley Scott die Vorgeschichte zu seinem Kultfilm „Alien“. Der 74-jährige britische Erfolgsregisseur im Porträt.

Sir Ridley Scott fliegt wieder ins All

Es gibt Geständnisse, die alles andere als unerwartet kommen. Hauptsächlich, weil es ohnehin irgendwie auf der Hand gelegen ist. „Für mich ist es logisch, dass es anderes Leben geben muss. Werfen Sie doch bloß mal einen Blick nach oben. Ich halte es für unsinnig, zu glauben, wir wären die einzige Lebensform in dieser gewaltigen Galaxie“, doziert der britische Regisseur Ridley Scott in der Filmzeitschrift „Cinema“ und verleiht erstmals seinem Glauben an außerirdische Lebensformen deutlich Ausdruck. Verwundern tut dies nicht.

Der 74-Jährige hat mit „Alien“ vor mittlerweile 33 Jahren einen Meilenstein in Sachen Science-Fiction gedreht, der sich zu einer mehrteiligen filmischen Space-Franchise-Unternehmung auswuchs und zum Studienobjekt in universitären Filmseminaren wurde. Zu Recht übrigens. Denn der Film verlegt geschickt Horror- und Splatterelemente ins Weltall, hat mit Sigourney Weaver eine zähe Action-Heldin ins Kino eingeführt und löst die – zugegeben – sehr schlichte Handlung in großartigen Bildwelten und Ästhetizismen auf, für die mitunter auch der Schweizer Künstler HR Giger verantwortlich zeichnete. Die Nachfolgefilme, gedreht von den Fachgrößen James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet, arbeiten sich an der Vorlage ab und reichen nur schwer an das Original heran.

Der wenigen Verwunderung zweiter Teil: Ridley Scott hat zurzeit auch noch einen Film zu promoten. „Prometheus“ heißt dieser, spielt im All und ist – mehr oder weniger – die Vorgeschichte zu „Alien“. Der Streifen fügt sich somit perfekt ans Scott’sche Glaubensbekenntnis in Sachen extraterrestrische Existenzen und somit auch in die Werbemaschinerie, die bei Blockbustern mittlerweile ja obligat ist.

Marketing-Maschine

Wie Werbung funktioniert, weiß der Sohn eines Soldaten übrigens genau. Vor seiner Weltkarriere als Film- und Blockbusterregisseur, die er erst als fast 40-Jähriger mit „Die Duellisten“ startete, arbeitete er als gut gebuchter und hochbezahlter Werbefilmer. „Ich drehte 100 Werbefilme im Jahr. Heutzutage hält man sich für gut beschäftigt, wenn man jährlich zwölf Spots dreht“, erinnert sich Scott. Was er aus dieser Zeit mitnahm, war vor allem ein zügiges und effizientes Arbeiten. Selten dreht er eine Szene öfter als dreimal. „Jeder Regisseur, der 90 Takes braucht, hat ein Problem“, kommentiert Scott trocken. Dementsprechend stolz ist er auch darauf, dass er bei seinen Mega-Produktionen die Kosten relativ schlank halten kann.

Der Sandalenfilm „Gladiator“ etwa, in dem mit modernster Tricktechnik das alte Rom wiederauferstanden ist, kostete 106 Millionen Dollar. Und für „Prometheus“ wurden moderate 130 Millionen Dollar in die Produktion gebuttert. Scott geht also ohne weiteres auch als ausgezeichneter Geschäftsmann durch und kennt die Gepflogenheiten der Branche sehr gut. Seine Firma Ridley Scott Associates (RSA) beschäftigt rund 60 Regisseure und produziert nebst Spielfilmen und Fernsehshows auch Musikvideos und Werbung.

Selbstverständlich auch in eigenen Belangen. Für die Bewerbung von „Prometheus“ auf YouTube und anderen Videoplattformen wurden von Scott virale Marketing-Filmchen gedreht, die seit geraumer Zeit im Netz herumgeistern und die Filmcharaktere einführen. So wird der interessierten Öffentlichkeit die Archäologin Elizabeth Shaw, gespielt von Noomi Rapace, die das schwere Erbe von Sigourney Weaver antritt, vorgestellt. Und auch eine tragende Säule des Prequels, der seelenlose, aber dennoch sehr eigenwillige Android David, den der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender verkörpert, hat seinen Netz-Auftritt, abseits von Trailern. Keine schlechte Idee.

Detailverliebt

300 Millionen hat „Prometheus“, der übrigens in wichtigen Kinomärkten wie Deutschland, Japan und Italien noch nicht gestartet ist, weltweit bereits eingespielt. Man kann die erneute All-Expedition von Ridley Scott also getrost als kommerziellen Erfolg werten.

Das ist nicht bei jedem Scott-Film üblich. Der Regisseur, der bis jetzt dreimal für den Regie-Oscar nominiert war, unter anderem für die Freundinnenstudie „Thelma & Louise“ und „Gladiator“, kennt den Geruch von Flops und Niederlagen nur allzu gut. Der Fantasy-Film „Legende“ etwa, den man absolut als Zusammenrottung gängiger Klischees sehen muss, gehört in diese Kategorie. Ebenso wie das – für viele als stupid und zu plakativ aufgefasste – Armee-Drama „Die Akte Jane“. Zudem verschoss Scott mit „Hannibal“, der Fortsetzung von „Das Schweigen der Lämmer“, einen Elfmeter, bei dem kein Torwart im Gehäuse stand.

Simple, eher B-Movie-würdige Handlungsstränge sind meist der Hauptvorwurf, dem sich Scott ausgesetzt sieht. Nicht immer gelingt es dem studierten Grafikdesigner, dieses Manko mit schönen Bildwelten und seiner Akribie und Detailversessenheit auszugleichen.

Kritisierter Klassiker

Aber nicht immer ist die Kritik an seinem Output auch gerechtfertigt. Bei „Blade Runner“, einem mittlerweile von Cineasten heilig gesprochenen Klassiker im SF-Fach, taten ihm US-Publikum, vor allem aber auch die Kritiker vor genau 30 Jahren Unrecht. Zu düster, zu deprimierend war die nahe Zukunft, die Ridley Scott damals auf die Leinwand warf. Heute weiß man, die Geschichte um Androiden, die sich kaum mehr von wirklichen Menschen unterscheiden lassen, war ihrer Zeit weit voraus und behandelte Themen, die gegenwärtig den Gesellschaftsdiskurs bestimmen: Umweltverschmutzung, globale Erwärmung, Überbevölkerung und genetische Reproduktion von Lebewesen.

Rückblickend kommentiert Scott in einem „Spiegel“-Interview diese Zusammenhänge charmant und mit hörbarer Freude am späten Triumph: „‚Blade Runner‘ hat viele Regisseure inspiriert, die mit ähnlichen Sujets später enorm erfolgreich waren. Die Wachowski-Brüder und ihre ‚Matrix‘-Trilogie zum Beispiel.“ Auch dieses eine Erkenntnis, die nicht wirklich überrascht.

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