"Sido ist mir sympathisch, weil wir beide das Gesetz der Straße kennen"

"Sido ist mir sympathisch, weil wir beide das Gesetz der Straße kennen"

Als Juror der "Großen Chance“ kehrt Peter Rapp in das ORF-Hauptabendprogramm zurück. Beim Interview im Wiener Prater spricht er über Unterhaltung & seinen neuen Kultstatus und rekrutierte ganz nebenbei Fannachwuchs.

Fährst du mit mir eine Runde Auto mit? Ich bin der Peter. Wie heißt du? Patrick?! Ein schöner Name, irischer Ursprung, oder?“ Schon sind auch die Eltern des kleinen Jungen ins Gespräch eingebunden. Peter Rapp versteht sein Geschäft. Auch beim Fototermin im Wiener Prater erweist sich der 68-jährige Entertainer als Routinier alter Schule, der das umstehende Publikum in kürzester Zeit am Schmäh und im Griff hat.

Am 7. 9. kehrt der ORF-Altmeister als Juror in der "Großen Chance“ in eine Hauptabendshow auf den Bildschirm zurück. Peter Rapp möchte es noch einmal wissen. Der ehemalige Sängerknabe hat als Journalist gearbeitet, eine Schauspielausbildung absolviert und als Rocksänger getourt, ehe er 1968 zum ORF-Fernsehen wechselte. Er hat Sendungen wie "Spotlight“, "Wurlitzer“ und "Hoppala“ gemacht und moderiert bis heute die "Brieflos-Show“.

In den 90er-Jahren war Rapp, dessen Klodeckelbart zur Trademark wurde, aber vor allem wegen seiner Schulden, seiner angeblichen Spielsucht und Frauengeschichten im Gerede. "Man muss zu seinen Fehlern stehen“, schreibt er dazu in seiner Autobiografie "Mein Versuch, niemals aufzugeben“, in der er mit Kindheit, Konkurs und Rosenkriegen abrechnet. Dass darin auch zu lesen war, dass er als Moderator von "Licht ins Dunkel“ am Weihnachtsabend entsorgt wird, löste im Vorjahr einen Entrüstungssturm aus, der Rapp - selbst Vater dreier erwachsener Kinder (Christopher, 24, Rebecca, 22, und Roxanne, 19) - zum Hero einer neuen Generation machte.

FORMAT: Während Sie nun mit der zweiten Staffel der "Großen Chance“ starten, arbeitet Vorjahrssiegerin Christina Hödl wieder in ihrem Job als Kindergärtnerin. Wie nachhaltig ist diese Chance?

Peter Rapp: Der Titel heißt: Große Chance. Und eine Chance ist keine Garantie. Das ist eine Plattform für Träume, es geht nicht um die paar Minuten Berühmtheit, auch nicht um die innere Geilheit, einmal vor der Kamera zu stehen. Obwohl, kindliche Produziersucht steckt in uns allen.

Sie scheint auch vor dem Hintergrund der vielen Castingshow-Formate stärker geworden …

Rapp: Sie hat nur mehr Möglichkeiten, katalysiert zu werden. Auch 100.000 Euro zu gewinnen ist sicher kein Nachteil. Aber es gibt andere Vorteile: Ob Hundetrainer oder Mädchenschuhplattler-Truppe - man bekommt Angebote. Das kann ein Kick sein.

Sie sind jedenfalls gerade dabei, eine neue Generation für sich zu gewinnen …

Rapp: Das macht unglaublich viel Spaß. Aber ich halte es mit den Shaolin-Mönchen: Ich plane kaum voraus. Der Moment ist das Entscheidende.

Passt die Chemie in der Truppe um Sido?

Rapp: Das ist optimal für mich: Sido macht den bissigen Rapper-Intellektuellen, Zabine ist Folklore, gepaart mit Mütterlichkeit, und Karina Sarkissova wäre, wären wir ein Bauerntheater, die jugendliche Naive, das Blonde in der Truppe. Sido ist mir sympathisch, vielleicht weil wir beide das Gesetz der Straße kennen.

Kennen Sie seine Songs?

Rapp: Einige. Ich rede nicht von den Untergürtel-Sachen, das ist nicht mehr so mein Thema, aber wie er sein Leben in den Texten behandelt - echt toll. Meine Töchter sind auch Fans. Da bin ich im Kurs wieder gestiegen.

Sie waren ja auch schon als Tänzer bei "Dancing Stars“, Kultstatus haben Sie allerdings erst nach dem Auftritt bei Stermann & Grissemann in "Willkommen Österreich“ erlangt, als Ihnen danach einer an die Facebook-Pinnwand: "Coole Sau“ geschrieben hat …

Rapp: Coole ALTE Sau. Das hat mich mehr gefreut als jede Auszeichnung. Aber ich überschätze nie, dass das alles Unterhaltung ist. Frei nach Nestroy: Alles Schimäre, aber mich unterhalt’s. Nur bei "Dancing Stars“ wollte ich beizeiten raus. Das war mir zu anstrengend.

Tanzen Sie noch?

Rapp: Nur wenn ich kein Klo in der Nähe finde. - Die wirklich große Anerkennung und Zuwendung hat dann mein Hinauswurf von "Licht ins Dunkel“ gebracht. Was da nach dem Bekanntwerden meiner Absetzung abging, vor allem im Internet, war eine Riesenüberraschung! Dann kam die Anfrage von Stermann & Grissemann. Der Abend hat sich in Situationskomik entwickelt. Ich bin ja immer schon ein Kasperl gewesen. Jetzt bin ich halt ein alter Kasperl. Das hat die Jugend angesprochen. In der gleichen Nacht hatte ich 3.000 Facebook-Anfragen!

Auch Udo Huber ist wieder on air - ist Know-how im Entertainment wieder gefragt?

Rapp: Wenn einer dort sitzt, der ein bissl was weiß, kann’s ja nicht schaden. Das ist vielleicht in manchen Sendungen der Fehler, dass man keine Mischung zwischen Alt und Jung macht, wie im US-Fernsehen. Nicht immer wollen Jugendliche nur von Jugendlichen unterhalten werden.

Im ORF haben Sie viele kommen und gehen sehen. In ihrer Biografie schreiben Sie von Jahren, in denen niemand mit Ihnen sprach …

Rapp: Es hat mir halt von den Bossen keiner mehr ein Angebot gemacht, aber ich habe auch nie selber wo angerufen …

Jetzt werden Sie als Gemeindebauversion von Harald Schmidt gefeiert …

Rapp: Das ist auch nur eine Laden-Bezeichnung wie Guru oder Show-Dino, ich bin der Rapp, ein Unterhalter. Wenn es mir gelingt, mit einer Sendung die Leute auch nur eine halbe Stunde von ihren Problemen abzulenken, habe ich ein Ziel erreicht.

Wie tief darf man gehen? Sie sind ja auch Bierzelt-trainiert.

Rapp: Ich habe mich entwickelt. Ein Unterhaltungskonzept ist wie ein Maßanzug: Man muss wissen, wen man vor sich hat. Im Bierzelt wird was anderes verlangt als bei "Christ in der Zeit“. Aber mit meinen fast 70 Jahren bin ich glaubwürdiger, und man verzeiht mir mehr als einem 25-Jährigen. Daher kann ich auch mal ungestraft Arsch sagen.

Sie gelten als einer, der sich wenig vorbereitet.

Rapp: Ich bin aber nie unvorbereitet. Was ich ablehne - und das hat mir den Beinamen des Disziplinlosen eingebracht: Ich lerne keine Texte auswendig. Damit sollte man als Schauspieler in der Josefstadt auftreten und nicht als Gastgeber im Fernsehen. Ein Moderator muss die freie Rede beherrschen. Alles andere ist Aufsagen. Ich assoziiere und pointiere aus dem Stegreif mit dem Hintergrund einer langjährigen Erfahrung, einer ständigen Neugierde und dem Verlangen nach Allgemeinwissen. Ich lese Zeitung, höre Radio, sehe fern.

Als Sie begonnen haben, gab’s zwei Kanäle.

Rapp: Ich denke, dass viele junge Moderatoren heute keine Chance mehr hätten, ins TV zu kommen, wenn es nicht diese Vielzahl von kleinen Sendern gäbe. Das sind geschützte Werkstätten, wo einer das Metier erlernen kann. Zu meiner Zeit hat man ungestraft im Nachmittagsprogramm werken dürfen, bis man Routine hatte. Das geht heute nicht mehr. Für den Zuschauer bedeutet die Palette der Sender aber nicht unbedingt eine Vielfalt. Die meisten Sender stürzen sich doch auf billige Produkte, Realityshows. So etwas kann ich nicht anschauen. Als Producer wäre es vielleicht lustiger. "Drei Tussis für Peter“ …

Sie sind 68 Jahre alt. Gibt es keine Sehnsucht nach Rückzug?

Rapp: Nein. Solange ich ohne fremde Hilfe zum Millionenrad raufkomme und man mich haben will, mach ich weiter.

ORF: "Die große Chance“, ab 7. 9.
Gemeinsam mit Sido, Zabine & Karina Sarkissova sitzt Peter Rapp ab 7. 9. (ORF eins, 20.15 Uhr) in der Jury der "Großen Chance“. Rapp-Nachlese: "Mein Versuch, niemals aufzugeben“, Seifert, € 22,90

Erektions- und Potenzstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
#Gesundheit #Sexualität
 

Gesundheit

Erektionsstörungen: Das ist bei Potenzproblemen zu tun

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der japanische Konzern präsentiert auf der IFA die neue Flaggschiff-Reihe Z3. Das Acht-Zoll-Tablet ist ein Angriff aufs iPad mini.
#sony
 

Mobile

Sony stellt Produkte der Z3-Reihe vor