"Schindlers Liste brachte eine echte Veränderung"

"Schindlers Liste brachte eine echte Veränderung"

Vor 20 Jahren (30.11.) hatte das Holocaust-Drama "Schindlers Liste" in den USA Premiere. Steven Spielbergs Film über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkriegs in seiner Krakauer Fabrik jüdische Arbeiter vor dem Holocaust rettete, erhielt sieben Oscars, darunter als bester Film und für die Regie. 1994 gründete Spielberg die Shoah Foundation.

Mit mehr als 60 Millionen Dollar verfolgte er das Ziel, die Judenvernichtung durch das Nazi-Regime mit Zeitzeugen-Interviews zu dokumentieren. Der Film habe damals den Holocaust einem breiten Publikum nahegebracht und damit eine "echte Veränderung" bewirkt, sagt der Leiter der Shoah-Stiftung an der University of Southern California in Los Angeles, Stephen Smith, im Interview.

Millionen Menschen schauten sich vor 20 Jahren "Schindlers Liste" an. Was hat Steven Spielberg mit dem Holocaust-Drama bewirkt?

Smith: Der Film brachte eine echte Veränderung. Plötzlich redete die breite Masse über den Holocaust. Der Begriff hielt Einzug in den täglichen Sprachgebrauch. Es war ein ganz deutlicher Unterschied, vorher und nachher. "Schindlers Liste" konnte viele Hürden abbauen. Der Film ging mit dem Thema sehr sensibel, aber auch sehr kreativ und passend um.

Gibt es eine Verbindung zwischen dem Film und den über 50.000 Interviews der Shoah Stiftung mit Zeugen des Holocausts?

Smith: Steven Spielberg verstand es als Filmemacher, die Geschichte einer wichtigen, zentralen Figur zu erzählen. Er wusste aber auch, dass alle Zeitzeugen, die von der Shoah-Stiftung befragt wurden, eine ebenso komplexe und wichtige Lebensgeschichte hatten. Vielleicht nicht als Blockbuster-Story auf der großen Leinwand, aber gewiss bedeutsam für den Einzelnen. Die durchschnittliche Länge unserer Interviews mit den Zeitzeugen beträgt um die zwei Stunden. Das entspricht etwa der Länge eines Spielfilms. Wir haben also 52.000 Aussagen in Spielfilmlänge, die jeweils eine wichtige Lebensgeschichte schildern.

Welche Ziele verfolgt Steven Spielberg heute als Ehrenvorsitzender der Shoah Foundation?

Smith: Er ist ein leuchtendes Licht für die Stiftung und steht uns mit viel Aufmerksamkeit, Unterstützung und Fachwissen zur Seite. Sein Hauptinteresse gilt nun der Lehre und Verbreitung der Zeugenaussagen. Erst ging es darum, die Interviews zu sammeln, dann wurde alles archiviert. Als dritte Aufgabe steht nun an, das Wissen der nächsten Generation in aller Welt nahezubringen. In den letzten Monaten war ich etwa in Russland, Polen und Ungarn unterwegs, um dort Lehrern zu zeigen, wie sie das Material im Unterricht einsetzen können. Das ist als nächstes auch in China geplant.

Wie machen Sie das Archiv für Schüler und Studenten interessant?

Smith: Wir haben ein Online-Werkzeug namens IWitness , das den Nutzern Zugang zu über tausend Zeitzeugen-Videos bietet. Schüler können dort selber forschen, spezielle Personen etwa aus ihrem Umfeld suchen und eigene Videos zusammenstellen. Die Neugier junger Menschen, mehr über den Holocaust zu erfahren, ist immer noch sehr groß. Was sie hier sehen, ist reale Gewalt, kein gewalttätiges Videospiel. Aus meiner Erfahrung mit Jugendlichen weiß ich, dass sie viele universale dpan haben. Wie haben die Betroffenen das überlebt? Wem konnten sie vertrauen? Welche Rolle spielte Familie und Freundschaft?

Die Befragung von Holocaust-Zeugen ist weitgehend abgeschlossen. Gibt es andere Genozid-Opfer, die befragt werden?

Smith: Wir haben Programme in Ruanda und arbeiten mit einer Organisation in Darfur, die dort Zeugenaussagen aufzeichnet. Augenzeugen und Opfer von Gewalt haben eine starke und direkte Wirkung, wenn sie über das Erlebte sprechen können. Was wäre gewesen, wenn wir 1936 in den Straßen von Berlin Juden befragt hätten? Die Opfer wissen besser als alle anderen, was vor sich geht. Man muss nicht 50 Jahre damit warten.

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