Robin Hood oder nicht?

Robin Hood oder nicht?

Wie Obama und Romney erbittert um die Mittelklasse kämpfen - die Strategien könnten unterschiedlicher nicht sein.

"Wie Robin Hood, nur umgekehrt." So kommentiert US-Präsident Barack Obama die Steuerpläne seines Rivalen Mitt Romney. Die englische Heldenfigur nahm bekanntlich von den Reichen und gab den Armen. Romney aber stelle mit seinen geplanten Steuersenkungen für Amerikas Geldadel das Prinzip auf den Kopf: "Romney Hood", bemerkte Obama spöttisch bei einer Wahlveranstaltung im August.

Romney, Multimillionär und Präsidentenkandidat der US-Republikaner, verspricht ein vereinfachtes Steuersystem. Er will die vom Bund erhobene Einkommenssteuer um 20 Prozent senken. Fehlende Einnahmen sollen durch Streichungen von Streuererleichterungen finanziert werden. Der "Romney Hood"-Plan, so Obama, würde die Steuerzahler der Mittelschicht jährlich um Steuervergünstigungen im Wert von rund 2.000 Dollar bringen. Die Taschen der Spitzenverdiener würden dagegen mit bis zu 250.000 Dollar zusätzlich gefüllt werden, heißt es. Diese Kritik weisen die Republikaner zurück. Obama strebe einen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Muster an und verrate amerikanische Werte, etwa die Selbstverantwortung der Bürger, feuern sie zurück.

Eigentlich das gleiche Ziel

Dabei deklarieren beide Kandidaten das gleiche Ziel: Sie wollen die Staatsschulden von 16 Billionen Dollar (12.372 Mrd. Euro) senken und Amerikas schwindende "Middle Class" stärken. Ohne die Stimmen der "Otto-Normalbürger" kann eben keiner die Wahl gewinnen.

Ihre Wege aber unterscheiden sich: Während Romney eine Erhöhung der Einkommenssteuer ablehnt und stattdessen Sozialleistungen streichen will, ruft Obama zu Haushaltskürzungen auf und einer stärkeren Besteuerung von Amerikas Spitzenverdienern auf. Im Falle seiner Wiederwahl im November will er Einkommensmillionäre mit einem Mindestsatz von 30 Prozent zur Kasse bitten.

Haushaltseinkommen gesunken

Tatsächlich, die amerikanische Mittelschicht hat in den vergangenen Jahren gelitten. Nach Angaben des US-Instituts Pew Research sank das mittlere Haushaltseinkommen inflationsbereinigt von gut 63.300 Dollar im Jahr 2000 auf rund 59.100 Dollar im Jahr 2010. Amerikas oberen Einkommensgruppen ist in den vergangenen Jahrzehnten dagegen eine Steuererleichterung nach der anderen geschenkt worden - etwa auf Einnahmen aus Investitionen oder bei Erbschaften.

Während die Topverdiener in den 1950er Jahren noch Spitzensteuersätze von 90 Prozent zahlen mussten, fiel der Satz mittlerweile auf 35 Prozent und weniger. Romney - selbst ein Mann mit einem mehr als 200-Millionen-Dollar-Vermögen - hat in den vergangenen Jahren nur rund 14 Prozent Steuern bezahlt. Das ist weniger, als ein durchschnittlicher Amerikaner an den Fiskus abführt. Die Reichen führen nicht zuletzt prozentual weniger an den Fiskus ab, weil in den USA Einkommen aus Kapital deutlich geringer besteuert werden als Arbeitseinkommen.

Nicht automatisch zur Gegenseite

"Die Menschen sind (...) verärgert, dass Romney so wenig zahlt", sagt Bob McIntyre von der Interessengruppe "Citizens for Tax Justice" (Bürger für Steuergerechtigkeit). Das mache sie aber nicht automatisch zu Obama-Wählern. "Sie sind nicht sicher, dass es einen Unterschied macht, für wenn sie stimmen." Die Wähler hätten sich an ein System gewöhnt, in dem Lobbygruppen ihre jeweiligen Interessen durchsetzen, sagen Analysten immer wieder. Niedrige Steuersätze für Spitzenverdiener sollen das Wachstum ankurbeln und damit dem Land insgesamt dienen, sagen Romney-Unterstützer. Andererseits befürworten in einigen Umfragen Mehrheiten von gut 60 Prozent Obamas Vorschlag, die Reichen stärker zu besteuern. Fragt man die Wohlhabenden selbst, stehen demnach gar mehr als 70 Prozent hinter dem Obama-Plan. Einer von ihnen ist Eric Schoenberg. Er habe von seinem Vater Vermögen geerbt und zudem eine erfolgreiche Karriere an der Wall Street hinter sich, erzählt er. Die Reichen sollten mehr abgeben, schon um soziale Unruhen zu vermeiden, sagt Schoenberg.

Wer mehr Wähler am 6. November überzeugt, ist ungewiss. Der spätere republikanische US-Präsident George W. Bush hatte bei seinem Wahlkampf im Jahr 2000, trotz einer Staatsverschuldung von damals 5,6 Billionen Dollar, Steuersenkungen versprochen - und gewonnen.

Erektions- und Potenzstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
#Gesundheit #Sexualität
 

Gesundheit

Erektionsstörungen: Das ist bei Potenzproblemen zu tun

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der japanische Konzern präsentiert auf der IFA die neue Flaggschiff-Reihe Z3. Das Acht-Zoll-Tablet ist ein Angriff aufs iPad mini.
#sony
 

Mobile

Sony stellt Produkte der Z3-Reihe vor