Rainer Schönfelder: "Mit so mancher Bank als Mieter hätte ich mehr Sorgen"

Rainer Schönfelder: "Mit so mancher Bank als Mieter hätte ich mehr Sorgen"

FORMAT : Sie liegen nach der ersten Staffel von Dancing Stars vorne. Wenn Sie das mit Ihren Skirennen vergleichen: Ist das ein gutes Omen für den nächsten Durchgang oder eine Belastung?

Rainer Schönfelder : Gut zu starten hat den Nachteil, dass man stark nachlassen kann. Entscheidend für die Show wird sein, wie weit ich mich persönlich steigern kann, darauf kommt es an.

Was ist einfacher: Skifahren, Tanzen oder Geld anlegen?

Schönfelder : Mit Abstand am Schwierigsten ist die Geldanlage.

Warum?

Schönfelder : Weil ich dabei von Faktoren abhängig bin, die ich überhaupt nicht beeinflussen kann. Beim Skifahren und beim Tanzen habe ich irrsinnig großen Einfluss auf meine Performance. Bei der Geldanlage gibt es zwar Basics, die man berücksichtigen muss, aber insgesamt ist das Ergebnis viel, viel schwieriger abzuschätzen.

Wie sind Sie überhaupt zum Thema Geldanlage gekommen?

Schönfelder : Ich hatte schon in der Schule, auf dem Skigymnasium Stams, einen irrsinnigen Faible für Mathematik. Ich habe in diesem Fach auch ein Jahr früher maturiert, das Rechnen und das logische Denken haben mir getaugt. Ich habe mir sogar überlegt, Mathematik zu studieren, aber dann wäre hinterher nur Lehramt oder Uni in Frage gekommen, das ist nichts für mich. Nach der Schule, Ende der neunziger Jahre, habe ich dann praktisch im Eigenstudium mit Hilfe des Internets mir die Finanzwelt erschlossen. Und seitdem befinde ich mich auf dem Weg des Eigenlernens, mit großer Leidenschaft, weil ich mein Faible für Rechnen und Kalkulieren hier einbringen kann.

Allerdings mit wechselndem Erfolg.

Schönfelder : Natürlich, ich war auch schon mit einigen hunderttausend Euro im Minus. Ich habe ganz reales Lehrgeld gezahlt. Wie andere Geld in ihre Ausbildung stecken, habe ich das in ein Learning by Doing investiert. Mittlerweile bin ich wieder deutlich im Plus – und zwar weit mehr, als ich jemals im Minus war.

Wie passt ihr Spaßvogel-Image zum seriösen Finanzinvestor?

Schönfelder : Warum soll sich das ausschließen? Wo steht geschrieben, dass jemand, der sein Leben mit Spaß gestaltet, nicht auch in einem anderen Bereich Kompetenz haben kann?

Aber der typische Geld-Experte sieht anders aus als Sie…

Schönfelder : ..stimmt, aber das ist ein Klischee, gegen das ich ankämpfe. Ich hasse solche alten Denkmuster. Viele Leute in der Szene wissen gar nicht, wie viel Knowhow ich mir angeeignet habe.

Vermutlich hätten Sie mehr Kunden, wenn Sie eine ordentlichere Frisur hätten.

Schönfelder : Mag sein, aber will ich das überhaupt? Ich bin nicht der klassische Kundenberater und will das auch nicht sein. Ich stelle meine Expertise und mein Netzwerk zur Verfügung, das ist es. In erster Linie ist es ja zunächst um mein privates Geld gegangen. Und das Wissen, das ich dabei erworben habe, stelle ich jetzt auch anderen zur Verfügung. Und das ich dabei etwas mitverdiene, ist doch ganz legitim.

Sie sind Gründer und Gesellschafter der Investmentgesellschaft „You will like it“. Was tut die?

Schönfelder : Gemeinsam mit meinem Partner Thomas Schmid machen wir für Kunden Anlagekonzepte, die alle Asset Klassen einbeziehen. Der größte Teil ist derzeit der Immobilienbereich, das ist ein großes Thema. Völlig unterschätzt werden zur Zeit Aktien, die kommen sicher wieder. Unser Wertpapier Knowhow bieten wir seit Ende 2010 auch in einem eigenen Investmentfonds an, dem Alpin Global Trend. Jetzt ist ein Fonds dazu gekommen, der nachhaltige Investments im Fokus hat, der Alpin Global Ethic. Ich selber decke mein Aktien-Engagement komplett mit dem Alpin Global Trend ab, der breit aufgestellt ist und über Short-Positionen das Risiko begrenzt.

Der Fonds hat allerdings seit Gründung 14 Prozent verloren…

Schönfelder : …ja, 2011 war für uns als Trendfolger ein furchtbares Jahr. Aber einen Total-Absturz wie nach der Lehmann-Pleite hätten wir mit dieser Strategie abfangen können.

Wie viel Geld zum Anlegen muss ich denn mitbringen, damit Sie mich beraten?

Schönfelder : Ab einem Euro macht es Sinn, ab 50.000 Euro ist es interessant.

Was empfehlen Sie mir als Anleger aktuell?

Schönfelder : Das kann ich so nicht sagen. Das hängt davon ab, wie viel Sie verdienen, wie Ihre steuerliche Situation ist, was Ihr Anlageziel ist, wann Sie das Geld wieder benötigen usw. Da müssen wir Ihre ganze Lebenssituation betrachten – was allerdings einige Finanzberater nicht machen.

Haben Sie keine Angst vor dem nächsten Crash?

Schönfelder : Nein. Ich habe viele Lehrjahre hinter mir, bin aber seit mehreren Jahren im Bereich Kapitalanlage optimiert. Das ist ein echter Wohlfühl-Faktor. Und wenn morgen der Euro flöten geht und die neue Zahlungseinheit zum Beispiel Schweine sind, weiß ich: Ich habe ausreichend Werte, dass ich mir genug Schweine leisten kann. Am nervösesten bin ich, wenn ich am Konto Cash liegen habe, das mag ich nicht. Geld muss angelegt werden.

Heißt das, Sie investieren in Sachwerte?

Schönfelder : Ja, ich habe Gold schon vor vielen Jahren gekauft, da kostete die Unze 300 Euro. Und zwar physisches Gold, in kleiner Stückelung. Denn wenn die totale Krise kommt, kann ich mir von einem Barren nichts runterschneiden, das nützt dann nichts.

Sie haben über 900.000 Euro in das Nobel-Projekt Palais Principe am Hohen Markt in Wien investiert. Ist das ihr eigenes Geld oder das von Anlegern?

Schönfelder : Das ist mein eigenes Geld. Ich habe auch in der Felberstraße im 15. Bezirk in Wien ein Zinshaus, das die Stadt Wien für ihren Fonds soziales Wohnen gemietet hat. In diesem Haus gibt es auch ein von mir unterstütztes soziales Projekt für Familien, die sonst auf der Straße stehen würden, die finden dort vorübergehend eine Unterkunft. Und ich sage Ihnen auch: Ich habe bei der Stadt Wien als Mieter ein viel besseres Gefühl als bei so mancher Bank, da hätte ich mehr Sorgen.

Sie glauben also weiter an eine positive Entwicklung des Wiener Immobilienmarktes?

Schönfelder : Wien ist von der Lebensqualität her und im internationalen Vergleich ein billiger Boden. Ich verstehe allerdings auch die Sorgen vieler Menschen, dass Wohnraum in der Stadt für sie leistbar bleiben muss, da sind wir bei den Preisen sicher am Limit. Was wird also passieren: Die Immobilienpreise in den innerstädtischen Bezirken werden moderat weiter steigen, für günstigeren Wohnraum wird die Stadt wachsen müssen, das ist der klare Trend. Auch wir arbeiten an zwei Projekten, bei denen günstiger Wohnraum geschaffen werden soll für Kleinfamilien, wo das Netto-Einkommen 2.500 Euro ist, die sich ein Haus mit Grundstück um 250.000 bis 300.000 Euro leisten können. Das wird ein großes Thema.

Wird Rainer Schönfelder auch noch Immobilienentwickler?

Schönfelder : Ja, das könnte einer der nächsten Schritte sein. Aber das muss langsam wachsen, wie bei den Fonds. Ich halte nichts von dieser aggressiven Keiler-Mentalität, auch ich als Person muss da erst langsam hinein wachsen.

Werden Sie nackt vor der Börse auf- und abgehen, wie sie es auch Skiern getan haben, um für Ihre Fonds zu werden?

Schönfelder : Nein, das wird sicher nicht passieren. Sie müssen doch unterscheiden: Es gibt den Rainer Schönfelder des öffentlichen Interesses, den Clown, den Nacktfahrer, den Dancing Star usw. Diese Person wird nie verschwinden, die gibt es, damit mache ich ja auch mein Geld. Ist es jetzt vermessen, das Geld, das ich in diesem Metier verdiene, in ein solideres Unternehmen hineinzustecken? Das steht mir doch frei, auch wenn es nach außen vielleicht schwer zu vermitteln ist. Ich arbeite daran, dass diese beiden Rollen von mir irgendwann akzeptiert werden, auch wenn es zehn Jahre dauert.

Es ist fantastisch, wenn man als 23- oder 25jähriger ein super-erfolgreicher Sportler ist und Ruhm und Geld erntet. Das bedeutet aber meistens auch, dass man den Höhepunkt seines Lebens sehr früh erlebt und die nächsten 50 Jahre nicht mehr viel kommt. Wie gehen Sie damit um?

Schönfelder : Ich habe nie geglaubt, dass meine Skikarriere der Höhepunkt meines Lebens sein wird, sondern dass neue Höhepunkte kommen werden. Mein Grundsatz war immer, dass das Leben über dem Sport steht. Betrachtet man die Welt als Ganzes, ist der Skisport kein sehr wichtiger Faktor. Wenn man ihn abschaffen würde, wäre das nichts Schlimmes. Für viele Kollegen ist das aber sehr schwierig, weil sie immer nur auf die eine Karte Skisport gesetzt haben.

Muss man das nicht um Erfolg zu haben?

Schönfelder : Ja, das muss man, aber Skifahren nimmt einen trotzdem nicht 24 Stunden am Tag in Beschlag, das weiß ich aus Erfahrung. Deshalb bleibt Zeit, parallel zum Skisport etwas zu tun. Ich habe nie Playstation gespielt, sondern Bücher gelesen über Kapitalanlage oder im Internet recherchiert. Da habe ich mindestens so viel Zeit investiert wie ins Skifahren selber. Ich habe also parallel zum Sport die Möglichkeit genutzt, meine Interessen zu entwickeln. Deshalb bin ich jetzt dort, wo ich bin. Und ich habe meine ganz schweren Fehler sehr früh gemacht, als noch nicht so viel Geld im Spiel war, weil ich damals noch nicht so viel verdient habe.

Zur Person
Rainer Schönfelder, 35, ist nicht nur Skisportler (Motto: „Don’t worry, Ski happy“) und aktueller Dancing Star, sondern auch Gründer und Gesellschafter von „You will like it“, einer Gesellschaft, die Finanzkonzepte für Anleger erstellt und Ideengeber zweier Investmentfonds ist (Alpin Global Trend und Alpin Global Ethic).

Erektions- und Potenzstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
#Gesundheit #Sexualität
 

Gesundheit

Erektionsstörungen: Das ist bei Potenzproblemen zu tun

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der japanische Konzern präsentiert auf der IFA die neue Flaggschiff-Reihe Z3. Das Acht-Zoll-Tablet ist ein Angriff aufs iPad mini.
#sony
 

Mobile

Sony stellt Produkte der Z3-Reihe vor