"Politiker haben die Leute um ihre Jobs gebracht"

"Politiker haben die Leute um ihre Jobs gebracht"

Über französische Arbeiter Frankreichs Industrieminister ließ er ausrichten, dass seine extremistische Regierung keine Ahnung hätte, wie man Unternehmen führt. Der US-Konzernlenker hat aber im FORMAT-Exklusiv-Interview noch ganz andere Sprüche drauf…

FORMAT : Sie begannen 1983 damit, Betriebe zu übernehmen, die vor dem Bankrott standen: Warum Fabriken kaufen, die andere zusperren?

Maurice Taylor : Die Unternehmen, die wir kauften, stellten entweder Reifen oder Räder her. Und die braucht die Welt ja weiterhin, zumal es keine fliegenden Teppiche gibt, die alles herumtransportieren. Es galt also herauszufinden, warum diese Fabriken rote Zahlen schreiben und zugesperrt werden sollen. In den meisten Fällen war schlechtes Management die Ursache. Wenn in den Betrieben Gewerkschaften aktiv waren, dann kam zum schlechten Management auch noch schlechtes Gewerkschaftsmanagement – und das ist ein Desaster. Wir erklärten den Leuten, dass es so nicht weiterlaufen könne und dass wir die Dinge auf unsere Weise angehen werden. So einfach funktioniert das, und wir hatten damit bisher ziemlichen Erfolg.

Die Wirtschaftskrise in den USA wurde durch das Fehlen von Fertigungsjobs verschärft. Lassen sich diese Arbeitsplätze zurückholen?

Taylor : Früher gab es in den USA einen großen Fertigungssektor, wie auch in Europa. Erinnern Sie sich: China war Russland als Supermacht weit hinterher. China hatte nichts. Dann kam Präsident Bill Clinton. Heute reden alle davon, was er alles für die arbeitende Bevölkerung geleistet hat. Das ist totaler Unfug. Er gewährte China das Meistbegünstigungsprinzip, damit musste die Volksrepublik keine Abgaben mehr bei der Einfuhr in die USA zahlen. 1994 begann die amerikanische Fertigungsindustrie nach China abzuwandern. Dort angekommen konnte sie aber keine Waren für den chinesischen Markt herstellen, sondern musste die Güter zurück in die USA schicken. Wenn ich heute Reifen und Räder nach China exportieren will, schlagen die mir 100 Prozent Zoll auf, dasselbe gilt für Indien.

Hätte sich die Globalisierung aufhalten lassen können?

Taylor : Die Politiker haben das zu verantworten. Sie haben die Mittelklasse, die gut verdienenden Frauen und Männer, um ihre Jobs gebracht. Das gleiche gilt für Europa. Die Politiker haben China nicht aufgehalten, weil sie Flugzeuge verkaufen wollten – Boeing ebenso wie Airbus. China wird natürlich seine eigenen dummen Flugzeuge bauen, aber sie haben die Technologie gebraucht. Das Ganze ist so simpel, beinahe schon einfältig. Das Problem ist, dass die meisten Politiker nur reden. Wie der Typ in Frankreich.

Arnaud Montebourg, der Industrieminister?

Taylor : Der ist ja vielleicht ein wirklich netter Typ, aber er hat keine Ahnung. Er spricht von den französischen Arbeitnehmern. Sie sind es, die ihm die ganzen Jobs gekostet haben! Er beschimpft mich, dabei sollte er sich zuhause umsehen. Die Jungen haben keine Jobs, und das liegt wahrscheinlich an der 35-Stunden-Woche. Verbinden Sie Frankreich oder Paris mit guten Produkten, die noch dazu in einer 35-Stunden-Woche hergestellt wurden? Das ist doch albern. Sie schreiben doch für ein österreichisches Magazin, oder?

Genau.

Taylor : Die Österreicher haben immer hart gearbeitet, genauso wie die Deutschen. Ich bin jetzt gerade in Deutschland. Der Unterschied zwischen den Ländern Europas ist beachtlich.

Interessiert Sie das Goodyear-Werk in Amiens noch?

Taylor : Der Minister hätte mich damit überhaupt nicht erst behelligen sollen. Er wusste (was Sache ist, Anm.), alle wussten es. Die kommunistische Gewerkschaft ist das Problem im Werk. Titan wären die Hände gebunden gewesen, bevor sich die Gewerkschaft nicht mit Goodyear geeinigt hätte. Wissen Sie, die wollten im Grunde ja auch gar nichts unternehmen. Er (Montebourg, Anm.) wollte Publicity – damit er behaupten konnte, er täte etwas. Die Gewerkschaft wusste das, nicht einmal die wollten mit ihm reden. Er hat seinen Senf dazugegeben, als Marionette der kommunistischen Gewerkschaft. Mir tun die Frauen und Männer leid, die ihre Arbeit verlieren. Es tut mir leid, dass das Land solche Leute in die Regierung wählt. Dasselbe passierte in Großbritannien, und dann kam Maggie Thatcher. Schauen Sie nach Deutschland. Dort regiert eine Frau. Vielleicht sollten die Franzosen eine Frau wählen. Die Männer wollen ohnehin nur in Cafés herumsitzen und den Frauen hinterherschauen. Da können die Frauen gleich auch die Politiker sein – sie würden bessere Arbeit leisten.

Wie steht es mit Gewerkschaften in ihren Unternehmen?

Taylor : Viele meiner Arbeiter zahlen hundert Dollar pro Monat Gewerkschaftsbeitrag. Und wofür? Kann ihnen die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung garantieren oder auch nur eine Minute mehr Urlaub? Nein. In Privatunternehmen verlieren Gewerkschaften an Boden, weil es die Angestellten satt haben, eineinhalb Prozent ihres Gehalts abzuliefern. Den höchsten Betrag, den etwa ein Lehrer an die Gewerkschaft zahlen sollte, sind zehn Dollar im Monat.

In einem Interview mit The Daily Caller haben Sie gesagt: „Sie wissen genauso gut wie ich, dass ich kein Politiker bin. Ich bin einer, der die Dinge in die Hand nimmt (Orig.: a fixer).“ Wie würden Sie das Defizit in den USA angehen?

Taylor : Ich bin kein Politiker, auch kein Anwalt. Im Geschäftsleben repariere ich, was kaputt ist. Die USA sind eine Republik, ein Staatenverbund, und die meiste Macht liegt bei den Bundesstaaten. Nach der Weltwirtschaftskrise haben die Bundesstaaten beschlossen, dass sie einige Verantwortung lieber an Washington abgeben. Der US-Präsident kontrolliert 95 Prozent des gesamten Geldes und 95 Prozent der Staatsangestellten. Politikern fehlt nicht nur die wirtschaftliche Berufserfahrung, sie wollen auch noch beliebt sein. Dabei sollte es um Respekt gehen. Wenn sie geliebt werden wollen, legen sie sich eine Ehefrau zu oder einen Hund.

Wo würden Sie Einschnitte machen?

Taylor : Ein Beispiel, das jeder versteht: Die Post. Das US Postal Service schreibt Milliarden Dollar an Verlusten. Und was passiert, wenn bei der Post gespart werden soll? Sie setzen bei den Briefträgern an: „Die schaffen wir ab“, heißt es dann. Doch was ist mit der ganzen Bürokratie? Weil Leute, die an der Spitze stehen, mehr Geld bekommen, wenn sie mehr Leute unter sich haben, wächst die Bürokratie immer weiter. Das ist doch verrückt, und deswegen ist auch das Budget verrückt. Wissen Sie wie schwierig es ist, jemanden zu entlassen? Es ist brutal. Aber manchmal muss man es tun, um den Rest zu retten. Unser aktueller Präsident ist ein netter Typ mit netter Familie, der nett redet. Er lächelt und liest gut vom Teleprompter ab. Aber glauben Sie, dass er weiß wie man managt? Auf gar keinen Fall.

Wo würden Sie noch ansetzen?

Taylor : Nehmen wir das Amt für indianische Angelegenheiten. Das gibt es seit rund 150 Jahren, und was glauben Sie, haben die für die indianische Bevölkerung getan? Nichts. Hauptsache, die Bürokraten hatten es dort gut – Generation um Generation. Verstehen Sie, was ich meine? Die Misswirtschaft ist überall. Wir sollten den Leuten, die in den Reservaten leben ihr Land überlassen und ihnen noch vier Jahre lang Unterstützung zahlen. Danach sage ich: „Hey, wir sind alle Amerikaner.“ Hören wir doch mit diesem Schwachsinn auf: Afroamerikaner, asiatische Amerikaner. Wenn Sie Amerikanerin wären, wären sie eine europäische Amerikanerin, was auch immer das sein mag. Das alles gibt es nur, damit irgendein Typ in der Regierung einen Job hat.

In Europa stecken Griechenland, Portugal und Spanien in der Krise, in Zypern wurde ein Bankenkollaps abgewendet. Wie geht es mit dem Euro weiter?

Taylor : Jeder europäische Staat hatte über Jahrhunderte hinweg seine eigene Bürokratie. Wie bringt man das auf einen Nenner? Man schafft eine weitere Bürokratie, die die anderen überragt. Und wer soll das alles bezahlen? Na, heben wir doch die Steuern an! Dabei zahlen die Leute ohnehin schon viel zu viel Steuern. Das alles zeigt, wie dumm Politiker sind. Warum haben sie sich zum Euro entschlossen? Weil einige Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Griechenland Geschäfte machen und sich dachten: „Wäre es nicht praktisch, wenn es eine einheitliche Währung gäbe, ohne Wechselkurse?“ Was dabei herauskam war, dass der Lebensstandard aller Europäer gesunken ist. Und das alles, weil die Politiker keine Ahnung hatten, was sie tun.

Titan hat Werke auf fünf Kontinenten. Wo verbringen Sie die meiste Zeit?

Taylor : Die meiste Zeit stecke ich im Flieger – fliege durch die Wolken, und kann mir alles von hoch oben aus ansehen. Die Leute sind überall gleich. Jeder will fair behandelt werden und gute Arbeit leisten. Die Guten wollen einfach ihren Job machen und dann zur Familie nachhause gehen. Mit Politik wollen sie nichts zu tun haben.

Sie haben 2012 in einem Interview erklärt, dass Sie 2016 zum Präsidentschaftswahlkampf antreten werden, falls Präsident Obama ein zweites Mal gewinnt. Stehen Sie dazu?

Taylor : Ich glaube, das könnte ein Riesenspaß werden. Ich würde durchs Land reisen und den Leuten erklären, worauf sie achten sollen. Nicht wie gut jemand lächelt, sondern wie viel er am Kasten hat. Ein hübscher Präsident oder eine Präsidentin – das ist doch wie Hollywood. Man schreibt ihm ein Skript und sagt: „Du übernimmst die Rolle“. Ob ich darüber nachdenken werde? Ja. Werde ich durchs Land fliegen und ein paar Politiker nervös machen? Ja. Wie gesagt, ich glaube, das wäre einfach ein Riesenspaß.

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