Petraeus-Biografin Broadwell: West-Point- und Harvard-Absolventin

Paula Broadwell, mit der der nun zurückgetretene CIA-Chef David Petraeus eine Affäre gehabt haben soll, ist laut US-Medien Absolventin der Militärakademie West Point. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern verfügt demnach zudem über Abschlüsse der Universitäten Denver und Harvard und ist Doktorandin am Department of War Studies des Londoner King's College.

Im Jänner erschien die Biografie "All In. The Education of General David Petraeus", die Broadwell gemeinsam mit dem "Washington Post"-Journalisten Vernon Loeb verfasste. Nach eigenen Angaben hat die als "Fitness-Champion" beschriebene Autorin viele Interviews mit Petraeus beim Laufen in Afghanistan geführt.

Die "New York Times" (Online-Ausgabe) beschreibt die aus North Dakota stammende Broadwell als aufstiegsorientierte Person, die seit ihrer Jugend in vielen Bereichen Erfolge feiern konnte. Sie soll auch einmal Model für einen Maschinengewehr-Hersteller gewesen sein.

In früheren Interviews habe Broadwell beschrieben, wie sie Petraeus 2006 in Harvard getroffen habe, wo sie sich mit dem Thema Leadership befasst habe, schreibt die "Washington Post" in ihrer Online-Ausgabe. Sie hätten bald begonnen, E-Mails auszutauschen und Broadwells Forschungsarbeit zu besprechen.

Im Vorwort zu ihrem Buch habe die Autorin erklärt, dass der General sie nach Kabul eingeladen habe, nachdem Präsident Barack Obama ihn 2010 zum Oberkommandierenden der US-Truppen in Afghanistan gemacht habe. Sie entschied sich dafür, ihre Dissertation zu einer Biografie zu machen, und reiste laut der Zeitung für ihre Recherchen wiederholt nach Afghanistan.

Ihr Mann, der Röntgenfacharzt Scott Broadwell, soll von der Affäre zwischen Petraeus und seiner Frau Wind bekommen haben. Er dürfte auch der Autor eines anonymen Schreibens an die "New York Times" unter dem Titel: "Der Liebhaber meiner Ehefrau" sein, wie die italienische Zeitung "Corriere della sera" schrieb. Darin soll er berichtet haben, dass seine Frau mit einem hochrangigen Regierungsbeamten liiert sei, er nannte aber keine Namen, weil er die betreffende Person nicht an den Pranger stellen wollte.

Der Brief stammt von 13. Juli. In der Zwischenzeit habe sich Paula Broadwell von dem General getrennt, hieß es laut der Zeitung in informierten Kreisen. Doch Petraeus habe nicht aufgegeben und ihr zahlreiche E-Mails geschickt. Eines davon sei in die falschen Hände geraten.

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