Papst Benedikt-Rücktritt – "Hat er nicht mehr mögen, der Sepp"

Papst-Rücktritt hin oder her: Die Benedikt-Schnitten werden bleiben.

Papst Benedikt-Rücktritt – "Hat er nicht mehr mögen, der Sepp"

"Ich denke, dass das dem Besucherandrang keinen Abbruch tut", sagt Marktls Bürgermeister Hubert Gschwendtner am Montag. Der 64-Jährige verweist auf die Erfahrungen des polnischen Geburtsorts von Johannes Paul II., wo nach dessen Tod die Zahl der Pilger deutlich anstieg. Der mittlerweile medienerfahrene Gschwendtner eilte am Mittag, als die Nachricht vom Rücktritt Benedikts alle überraschte, in sein Büro. Er ahnte, was auf seinen Ort zukommen würde. Denn als Joseph Ratzinger 2005 zum Papst gewählt wurde, erfuhr das 2700-Seelen-Dorf einen gigantischen Ansturm. Und die Marktler Geschäftsleute witterten blitzschnell ihre Chance. Noch in der Nacht buk die örtliche Bäckerei Bischofsmützen und Papst-Torten. Andere Unternehmer folgten rasch und boten Papst-Würste und Benedikt-Souvenirs aller Art feil.

Die knapp acht Jahre von Benedikts Pontifikat prägten Marktl. Das Dorf baute Busparkplätze und ein Tourismus-Center, um den Besucheransturm zu bewältigen. Anfangs kamen jährlich 200.000 Neugierige in den Ort, mittlerweile sind es immer noch rund die Hälfte. Mit Hilfe des Freistaats und der Diözesen kaufte die Gemeinde Benedikts Geburtshaus zurück. "Zu einem hohen Preis", sagt Gschwendtner. Seinerzeit sah sich die Gemeinde unter Zugzwang, ausländischen Finanzinvestoren zuvorzukommen. Rund 15.000 Menschen pro Jahr sehen sich das zum Museum umgebaute Haus von innen an. Mitte April, um den Geburtstag des Kirchenoberhauptes, feiert der Ort wie jedes Jahr seit 2006 das Papst-Fest. Doch zu einer blühenden Stadt ist Marktl auch durch Benedikt nicht geworden. Mitten im Ort verfallen - wie immer häufiger in der bayerischen Provinz - Häuser, darunter ein großes Gasthaus, das schon zur Zeit seiner Wahl leerstand.

Die Amtszeit von Benedikt XVI. bewegte auch Marktls Pfarrer Josef Kaiser. "Durch die vielen Besucher ist der Kirchenbesuch natürlich mehr geworden", sagt der 62-Jährige. "Aber vom Glauben her kann man das nicht messen." Marktl erweist sich nicht als kirchentreuer als andere katholische Gemeinden in Bayern. "Wir hatten auch die Austrittswelle vor zwei Jahren, als das alles mit dem Missbrauch war", räumt Kaiser ein.

Doch kein Faschingsscherz

Wie viele andere Marktler kommt für den Geistlichen der Rücktritt überraschend. "Ich war zunächst einmal sprachlos", sagt Kaiser. Viele Marktler halten die Nachricht, von der sie häufig erst durch die Fragen der Reporter erfahren, an diesem Rosenmontag für einen Faschingsscherz. Andere nehmen den Rücktritt mit Gleichmut und Verständnis auf. "Das ist ja jeden Tag eine enorme Belastung. Man darf nie ein verfehltes Wort sagen, dazu kommen die vielen Auslandsreisen", sagt Gschwendtner. Auf den Straßen wird der Rückzug mitunter mit Humor genommen. Ein Autofahrer ruft Bekannten lachend zu: "Hat er nicht mehr mögen, der Sepp?" Die Antwort ist lakonisch: "Müde ist er halt, hat er gesagt."

Der Bürgermeister berichtet, beim letzten Treffen habe der Ehrenbürger Benedikt noch einen "vitalen Eindruck" vermittelt, sowohl geistig als auch körperlich. Eine Rückkehr an seinen Geburtsort, an dem der Papst nur wenige Jahre seiner Kindheit verbracht hat, würde den Bürgermeister freuen: "Er wäre natürlich willkommen, aber es ist nicht realistisch, dass er zurückkommt." Für die Kirche sei es eine Frage, wie sie überhaupt mit einem pensionierten Pontifex umgehe, gibt Kaiser zu Bedenken. Bei seinem letzten Besuch in Marktl 2006 trug sich der Papst ins goldene Buch des Dorfes ein: "Der Herr segne diesen mir so teuren Ort."

Pfarrer Kaiser nimmt die Kritik, Marktl habe durch den Wirbel um Benedikt vor allem fürs Geschäft ausgeschlachtet, gelassen. Zum Teil hätten die Touristen selbst nach Mitbringseln verlangt. "Marktl hat ja keine Attraktionen", sagt er. Die wildesten Auswüchse habe der Markt geregelt. Vor dem Papst-Bier warnt der Pfarrer allerdings nach wie vor: "Das schmeckt grauslich."

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