Offshore-Oligarchen – Wodka, Walzer & Moneten

Offshore-Oligarchen – Wodka, Walzer & Moneten

Die jüngsten Offshore Leaks-Enthüllungen enttarnen Österreich als Angelpunkt russischer Finanztransaktionen in imposantem Ausmaß. Tarnfirmen, Treuhandgesellschaften und Privatstiftungen werden von milliardenschweren Oligarchen genützt, um via Wien verschwiegene Briefkästen auf Zypern, in Hongkong oder der Karibik zu steuern.

Bei den Geschäftsleuten aus dem Osten handelt es sich teilweise um unbekannte, verhältnismäßig kleine Fische, aber auch um echte Karpfen im Oligarchenteich. Gasbarone, Rohstoff-Mogule und höchste Regierungsbeamte zählen nicht nur wegen Heuriger und Walzer zu den Liebhabern des heimischen Finanzplatzes.

Das internationale Journalisten-Netzwerk ICIJ listet auf seiner Internetseite dutzende Adressen und Unternehmen in Wien auf, die direkt oder indirekt mit Steueroasen und Treuhandgesellschaften verbunden sind. Diese haben klingende Namen wie "Portcullis“ oder "Commonwealth Trust“ und dienen der Steuervermeidung. Laut dem Tax Justice Network sind global 24 Billionen Euro in solchen Steueroasen geparkt, wodurch den Staaten jährlich 148 Milliarden an Einnahmen entgehen.

Milliarden-Fluchtpunkt Wien

Besonders ins Auge sticht der ukrainische GasZwischenhändler Dmytro Firtash. Neben seinem Energie-Handelsimperium RosUkrEnergo und der InterMedia Group zieht er über die in Wien domizilierte DF Group die Fäden zu zahlreichen Offshore-Gesellschaften. Als Prokuristin der in der Löwelstraße - mittlerweile in der Wiedener Schwindgasse - ansässigen Unternehmen fungiert seine Frau Lada. Diese Beziehung ist auch mit ausschlaggebend für die Übersiedlung seines Vermögens in die Donau-Metropole, um die Reichtümer vor seiner Ex-Frau in Sicherheit zu bringen.

Weniger privat sind die sonst üblichen Gründe für die Wien-Affinität der Milliardäre aus der Taiga: Rechtssicherheit, geringes öffentliches Bedrohungspotenzial, Lebensqualität, die Möglichkeit von Privatstiftungen und auch gute Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder. Die russische Community in Wien ist bestens vernetzt und profitiert auch von der historischen Stärke der einstigen Supermacht in Österreich. Kein anderes Land hat so viele Diplomaten in Wien akkreditiert wie die russische Föderation. In der Erzherzog Karl-Strasse findet sich gar eine als Hochsicherheitsareal ausgestattete eigene Wohnsiedlung.

Milliarden im Dreivierteltakt

Sicherheit ist bei Iskander Makhmudov, einem russisch-usbekischen Metall-Oligarchen, groß geschrieben. Seine frühere Wiener Firma Krutrade scheint in den Offshore Leaks prominent auf. Bis zur Überführung in die zypriotische Alinos Enterprises machte Makhmudov in Wien einen Umsatz von über 1,9 Milliarden Euro und einen Jahresgewinn von 309 Millionen Euro. Der einstige Orientalistik-Student mit Militärvergangenheit in Libyen legte eine tolle Karriere hin und ist Haupteigentümer der Uralskaya Gorno-Metallurgicheskaya Kompaniya (UGMK) Holding, der viertgrößten Metall-Firma in Russland.

Auch Yuri Borysov muss sich in punkto Reichtum nicht verstecken. Der russisch-ukrainische Unternehmer ist eng mit Dymitro Firtash verbandelt und ebenfalls im Gasgeschäft aktiv. Auch er nützt die Wiener Löwelstrasse für Geschäftsbeziehungen mit Offshore-Destinationen. Borysov unterhält zudem beste politische Kontakte in frühere Sowjet-Republiken, was seinen Unternehmen offenbar nicht schadet. Übrigens gehört die persönliche Verbindung zu aktuellen und einstigen Machthabern quasi zur Grundausstattung des Oligarchentums.

Der Jäger-Oligarch

Der 3,5 Milliarden Euro schwere Rashid Sardarov machte sein Vermögen mit der South Urals Industrial Group. Privat zieht es ihn allerdings weniger in den Ural als in die afrikanischen Steppen - und nach Niederösterreich. Sardarov ist nämlich passionierter Jäger und baute das Gut Brunntal in Rohr im Gebirge zu einem feudalen Jagdsitz aus. Sein Revier umfasst satte 214 Hektar. Erstaunliches fördert der Fuhrpark des Oligarchen zu Tage: Mercedes G500, Jeep Wrangler, Land Rover Defender, zig Quads, ein VW-Bus sowie landwirtschaftliche Maschinen. Sardarov meint es offenbar ernst mit seiner Austro-Pirsch. Umtriebiger ist sein Sohn Timur, der in der Offshore Datenbank des ICIJ gelistet ist.

Eine weitere russische Größe sucht statt dem lauten Büchsenknall lieber leise Stiftungsvehikel in Österreich: Vladimir Sergeenkov, der Gouverneur der Region Kirov, einer Verwaltungseinheit in eineinhalbfacher Größe Österreichs. Der wohlhabende Politiker ist Stifter der Notti Privatstiftung, die ihren Sitz bei der mittlerweile zu Bekanntheit gekommenen Finanzverwaltung Lighthouse am Franz-Josefs-Kai hat. Die dortige Prokuristin ist Mitstifterin. Sergeenkov ist zugleich Eigentümer der an der gleichen Adresse ansässigen RU Management AG mit dem Geschäftszweck Beteiligungsverwaltung. Lighthouse ist mit 50 Beteiligungen der zentrale Knotenpunkt im österreichischen Teil der Offshore Leaks.

Erstaunlich aktiv ist auch der russische Business-Angel Igor Ryabenkiy in Wien. Neben seiner R.I. Privatstiftung, die auch Offshore-Leaks-relevante Beteiligungen hält, ist Ryabenkiy in mehreren österreichischen Unternehmen aktiv. Ein Teil davon gehört ins Uralchimplast-Imperium.

Diskreter ist es Petrovich Bukhtoyarov angegangen, der sich an der heimischen Wettpunkt-Gruppe beteiligt hat. Der Siuglemet-Herrscher mit einem Vermögen von 1,2 Milliarden Euro lässt das Österreich-Geschäft von Geschäftsführern managen und hält sich sonst im Hintergrund.

Attersee statt Karibik

Ähnlich dezent legt es der russische Vizepremier und frühere Gazprom-Aufsichtsrat Igor Schuwalow an, der das mondäne Waldschlössl am Südufer des Attersees sein Eigen nennt. Während er sich gerne beim rustikalen Wirt "z’ Neuhausen“ bei Lenzing dicke Steaks auf den Grill legen lässt, managt seine Frau Olga die auf den British Virgin Islands ansässige Severin Enterprise Incorporation. Severin gehörten wiederum mehrere Tochterfirmen, darunter die Sevenkey Limited, über die Millionendeals mit russischen Oligarchen abgewickelt wurden.

Fazit: So manche Offshore-Oligarchen ziehen Grünen Veltliner dem Wodka vor und haben Wien als Standort für diskrete Finanzaktivitäten auserkoren. Dass so manches heimische Bankinstitut bei der Herkunft der immensen Vermögenswerte nicht so genau nachgefragt hat, dürfte der Attraktivität keinen Abbruch getan haben.

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