Myanmar: Der Krieg gegen das Bargeld beginnt...

Myanmar: Der Krieg gegen das Bargeld beginnt...

Vor einem Jahr gab es in Myanmar keinen einzigen Geldautomaten. Kein einziges Restaurant oder Hotel war in der Lage, die Karten zu akzeptieren, mit denen Ausländer in dem sich gerade öffnenden Land so gerne gezahlt hätten. Jeder musste harte Dollar mit sich bringen, um alles und jeden in bar bezahlen zu können.

Doch die Dinge ändern sich langsam. Inzwischen gibt es in Myanmar ganze 450 Geldautomaten. Zudem wurden 2500 Kreditkarten- und Debitkarten-Lesegeräte installiert. Das geht aus Daten von Kanbawza Bank (KBZ) hervor, der größten Bank des Landes in privatem Besitz.

"Die absolute Notwendigkeit, Taschen voller Bargeld mit sich rumzutragen, nimmt ab", sagt Matt Davies von der Mission des Internationalen Währungsfonds (IWF) in dem Land. Er reiste im November vergangenen Jahres das erste Mal nach Myanmar, als es noch eine Geldautomaten-Wüste war. Und selbst heute könne er sich nicht ganz auf Plastik verlassen. "Es dauert eine Zeit, bevor Gewohnheiten sich ändern."

Nicht wenn es nach dem Willen von Finanzriesen wie etwa Visa und MasterCard geht, die dem Bargeld den Kampf angesagt haben. MasterCard begann im September 2012 damit, Verträge mit lokalen Banken abzuschließen. Bislang wurden Lizenzen an sieben Banken vergeben. Diese wiederum haben im Gegenzug Lesegeräte für MasterCard-Karten bei 285 Händlern installiert, wie der Konzern sagt. Hinzu kämen 210 Automaten, bei denen mit MasterCard Geld abgehoben werden könne. Visa gelang es, acht Banken für Lizenzen zu gewinnen. Nach Unternehmensangaben wird Visa inzwischen bei 550 Händlern und an über 200 Geldautomaten akzeptiert.

Die verbleibenden 1665 Karten-Lesegeräte nehmen Karten der chinesischen UnionPay und in Myanmar ausgegebene Debit-Karten (ähnlich den deutschen EC-Karten) an. Diese Zahlungen werden über Myanmar Payment Union abgewickelt - dem lokalen elektronischen Netzwerk, das im September 2012 von 17 lokalen Banken und der Zentralbank des Landes aufgebaut wurde. Die Gebühren für die Kartenzahlungen sind allerdings recht hoch. Abhebungen sind zudem auf umgerechnet 225 Euro begrenzt, wie es von Co-Operative Bank heißt.

Alles wird lockerer

Thein Sein, der seit rund zwei Jahren im Amt befindliche Präsident von Myanmar, hat die politischen Freiheiten im Land ausgebaut und wirtschaftliche Kontrollen gelockert. Die USA und die Europäische Union begannen vergangenes Jahr, Sanktionen gegen Myanmar zurückzuschrauben.

Für Visa besteht das unmittelbare Ziel darin, die Akzeptanz von Karten angesichts des erwarteten Besucherstroms zu erhöhen, wie Somboon Krobteeranon - der zuständige Manager für Thailand und Myanmar - erklärt. Ähnliche Aussagen kommen auch von Ajay Banga, dem Chef von MasterCard. Länder wie Myanmar seien für sein Unternehmen ein geeignetes Schlachtfeld, um in den "Krieg gegen das Bargeld" zu ziehen. MasterCards Südostasien-Präsident Matthew Driver glaubt, dass es fünf bis zehn Jahre dauern könnte, bis sich die Leute an Karten gewöhnt haben.

Weitere Finanzriesen stehen in den Startlöchern, um in Myanmar aktiv zu werden. Karten von JCB Co. aus Japan, die sich wie die chinesischen UnionPay mit dem Netzwerk Myanmar Payment Union zusammengetan hat, sollen nach Angaben von KBZ noch diesen Monat akzeptiert werden.

Weil die Netzwerke - Visa, MasterCard sowie das lokale - unabhängig voneinander funktionieren, müssen Händler gleich drei verschiedene Karten-Lesegeräte installieren, wenn sie alle Karten akzeptieren wollen.

American Express - der nach Kundenausgaben größte US- Kreditkartenanbieter, der global auch sein eigenes Netzwerk betreibt - hat nach eigenen Angaben vergangenes Jahr begonnen, Händler in Myanmar zu finden, die seine Karten nehmen. Zumindest das bekannte Governor’s Residence Hotel akzeptiert American Express für eine Gebühr von fünf Prozent.

Für Ausländer und Händler gleichermaßen könnten die Dinge allerdings bald einfacher werden. CB Bank hat gerade das erste Lesegerät vorgestellt, das sowohl Visa als auch MasterCard annimmt. Solche kleinen Schritte werden jeden Tag gemacht, sagt Davies vom IWF: "Es ist sehr beeindruckend, was das Land auf die Beine gestellt hat - über einen so kurzen Zeitraum."

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