Lampedusa – "Allein das Geschäft des Todes funktioniert hier"

Lampedusa – "Allein das Geschäft des Todes funktioniert hier"

Auf Lampedusa erleben die Bewohner seit Jahren, wie die Boote voller Flüchtlinge aus Afrika an ihrer Küste landen. Immer wieder kommen sie den oft völlig überfüllten und seeuntauglichen Schiffen zu Hilfe. Doch auch wenn sie Mitgefühl für die Migranten haben, von denen viele bei der gefährlichen Überfahrt ihr Leben verlieren, wächst auf der kleinen Insel der Unmut.

"Diese Insel hat die schönsten Strände der Welt, doch sie ist zu einem riesigen Friedhof für die Ertrunkenen geworden", sagt der 57-jähriger Fischer Filippo Bruno, während Taucher noch immer weitere Leichen aus dem Schiffswrack bergen, das vergangenen Donnerstag mit hunderten Flüchtlingen vor der Küste versank. "Europa muss sich zum Handeln entschließen und etwas unternehmen, bevor dies erneut passiert. Denn es wird wieder geschehen", sagte Bruno.

Der Friedhof der Insel ist längst überfüllt durch die oft namenlosen Flüchtlinge, die bei früheren Unglücken vor der Küste ertranken. Wenn bei ruhiger See und gutem Wetter, wie in den letzten Wochen, mal wieder besonders viele Flüchtlinge eintreffen, übersteigt ihre Zahl oft die der rund 5000 Einwohner des Eilands.

Das einzige Aufnahmezentrum ist derart überfüllt, dass die Flüchtlinge selbst im Regen draußen schlafen müssen. Am Dienstag rebellierten Flüchtlinge gegen ihre Unterbringung. Sie warfen Matratzen aus den Gebäuden und versuchten, Busse mit Neuankömmlingen auf dem Weg ins das Lager aufzuhalten. Nach einem Brand im Herbst 2011 ist das Auffanglager nur noch auf 250 Menschen ausgelegt, zuletzt waren aber mehr als tausend Menschen dort untergebracht.

"Dies gleicht nicht mehr unserer Insel"

Die Bewohner sympathisieren mit den Flüchtlingen, doch wächst zugleich der Ärger. "Dies gleicht nicht mehr unserer Insel", sagt die junge Kellnerin Silvana Martelli. Für die Migranten gebe es Geld, doch die Schulen verfielen und der Müll werde nicht entsorgt. "Es gibt keine Arbeit. Allein das Geschäft des Todes funktioniert hier", sagt Martelli bitter.

Die Hotelbesitzerin Angela Lombardo beklagt ebenfalls die Hilfen für die Flüchtlinge, während die eigentlichen Bewohner Lampedusas keine Bibliotheken oder Buchläden hätten. "Die Bibel sagt, dass du dich zuerst um deine Familie, dann erst um deinen Nachbarn kümmern sollst. Die Immigranten können nicht Priorität haben."

"Wir können diese armen Seelen nicht allein lassen", sagt dagegen die Restaurantbetreiberin Ornella Gervasi, während sie Teller mit Nudeln an Flüchtlinge austeilt. Doch auch sie warnt vor zunehmendem Unmut auf der Insel, die näher an Tunesien als an Sizilien liegt. "Der Winter kommt und wenn dann wegen der rauen See die Fähre nicht verkehrt, fliegen sie Essen (für die Flüchtlinge) ein, während uns die Grundnahrungsmittel ausgehen", beklagt sie.

Hilfeleistung wäre Begünstigung der illegalen Einwanderung

Als am Donnerstag das Schiff kenterte, waren es Bewohner von Lampedusa, die als erstes den Flüchtlingen zur Hilfe kamen. Doch Überlebende berichteten auch, dass mehrere Fischerboote zuvor abgedreht waren. Grund ist ein Gesetz, das Hilfe für Flüchtlinge als Begünstigung der illegalen Einwanderung unter Strafe stellt.

Der Fischer Calosero Spalma, der am Hafen seine Netze ausspült, gibt zu, wiederholt Flüchtlingen in Not nicht geholfen zu haben. "Wenn sie mein Boot konfiszieren und ich nicht arbeiten kann, würde meine Familie den Preis zahlen. Das kann ich nicht riskieren", sagt er. Ohne Hilfe aus Rom und Brüssel fühlt sich Spalma wie viele Einwohner hilflos. "Ich habe Mitleid mit den armen Leuten, die vor Krieg und Schrecken fliehen, doch was kann ich machen?"

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