Kräftiges Lebenszeichen von BlackBerry

BlackBerry reloaded: Neues Betriebssystem, neue Hardware, neue Apps. Die kanadischen E-Mail-Pioniere haben sich komplett neu erfunden - gerade noch rechtzeitig.

Kräftiges Lebenszeichen von BlackBerry

Aus einem lässig-trotzigen Sager kann schnell ein Schlachtruf werden. "Ich kämpfe um meinen BlackBerry“, sagte Barack Obama beim Oval-Office-Erstbezug 2009. Der Sicherheitsdienst wollte dem Präsidenten damals sein liebstes Werkzeug verbieten. E-Mail, SMS direkt aus des Präsidenten Brusttasche? Nationales Sicherheitsrisiko! Obama verkörperte elegant die Speerspitze der globalen Always-on-Elite - war ein mächtiges und noch dazu unbezahltes Werbegesicht.

Heute, vier Jahre später, haben die kanadischen BlackBerry-Erfinder ihr letztes Aufgebot in Stellung gebracht, das sie vor dem Exitus bewahren soll. Für treue BlackBerry-Kunden war die Performance in den letzten Jahren ein grausames Schauspiel. Als Pionier der mobilen E-Mail und zeitweiser Marktführer verschlief das Management die durch Apple veränderten Rahmenbedingungen - und das gleich zweifach. Physische Tastaturen waren plötzlich so etwas von out, und das geniale Vertriebskonzept eines AppStore ignorierten sie zuerst. Das ist Nokia auch passiert, aber wer nur eine Hand voll Geräte im Angebot hat, den trifft die Strafe unmittelbarer.

RIM hat am Verbrauchermarkt Federn gelassen. Vor allem Privatkunden konvertierten millionenfach zu iPhone und Konkurrenzgeräten. Anfang 2012 zog der Aufsichtsrat die Reißleine und berief den Deutschen Thorsten Heins, vorher Hardware-Chef, an die Spitze. Dem schien man die Umsetzung der Radikalkur eher zuzutrauen als den beiden Gründern Jim Balsillie und Mike Lazaridis.

Bereits 2010 hatten die mit QNX ein Betriebssystem zugekauft, das seine Stärken in vernetzten, verbauten Umgebungen hat und eigentlich aus der Automobilindustrie stammt. Das neue Betriebssystem BlackBerry 10 wurde auf dieser Basis entwickelt, die öffentliche Vorstellung aber immer wieder verschoben. Heins wusste, dass BlackBerry 10 die letzte Karte ist, die er spielen wird können, und wollte nicht mit halbgaren Produkten kommen, die qualitativ enttäuschen könnten. Aus der Not geboren, strategisch aber richtig.

Denn das Gros der 79 Millionen BlackBerry-Kunden hielt dem Konzern die Treue, weil BlackBerry noch immer als das sicherste Betriebssystem gilt, das sich zudem gut zentral verwalten und steuern lässt. BlackBerry war und ist Liebkind von Sicherheitsleuten und IT-Administratoren in Großfirmen. "Im Firmenkundenbereich gab es keine Abwanderungstendenzen, wir hatten zuletzt sogar einen leichten Zuwachs“, sagt A1-Produktmanager Zoran Blazic. Die schlechten Schlagzeilen sorgten zwar auch dort für Verunsicherungen. Aber: "Die großen BlackBerry-Kunden wie Raiffeisen, UniCredit oder Porr freuen sich jetzt aber schon richtiggehend auf das neue System.“

Bei den Netzbetreibern in aller Welt wird seit Wochen intensiv getestet, und die Rückmeldungen sind sehr positiv. RIM ist es mit dem BlackBerry-10-System gelungen, das private und berufliche Benutzerszenario auf einem Gerät erstklassig abzubilden - und das auch für den Nutzer transparent und einfach bedienbar zu machen. Das Prinzip: Nach Büroschluss geht der Nutzer in seinen "privaten“ BlackBerry-Modus, und da hat der IT-Admin nichts mehr zu suchen. Da können Apps installiert werden, die die Firmenrichtlinien nicht erlauben. Bei den Apps haben die Kanadier ihre Hausaufgaben gemacht. Sie bieten Entwicklern Programme an, mit denen sie ihre für die Konkurrenz geschnitzten Anwendungen schnell umprogrammieren können. 15.000 Programme wurden so in nicht einmal zwei Tagen "umgebaut“. Und wer in zwölf Monaten 1.000 Dollar mit seiner App umsetzt, bekommt von RIM 10.000 Dollar ausgezahlt. Das App-Angebot soll zum Start 70.000 Apps umfassen, und durch Deals mit Filmstudios wird BlackBerry auch Film-, Musik- und TV-Downloads anbieten. Für Unterhaltung ist gesorgt und könnte damit auch das hauseigene Tablet Playbook für die Verbraucher interessanter machen.

Die Nachrichten, die Heins der Weltöffentlichkeit am 30. Jänner präsentierte, sprechen dafür, dass der Name des Firmensitzes (Waterloo) nicht mehr Programm zu sein scheint. Das Flaggschiff Z10 (siehe Bild) ist das Smartphone der Stunde, an dem sich iPhone 5 und Galaxy-Flaggschiffe werden messen müssen. Für die BlackBerry-Kunden, die einfach nicht von den Tasten lassen können, gibt es ein Modell mit physischen Tasten: das Q10. Symbolisch für den Neustart haben die Kanadier auch gleich den Firmennamen RIM (Reserach in Motion) beerdigt. Jetzt gibt es nur noch BlackBerry und sonst nichts.

Obama wird das gern gehört haben. In einer neuen Fotoserie über den Alltag des Präsidenten zeigt eine Aufnahme die präsidiale Schreibtischunterlage. Neben der Mappe "Geheimdokumente“ liegt ein BlackBerry. Ein Liebesbekenntnis als kleiner PR-Beitrag. Gefallene Helden, die wieder aufzustehen versuchen, liebt nicht nur Hollywood.

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