"Kein Badeurlaub für alte Leute“

"Kein Badeurlaub für alte Leute“

trend: Hilft uns Wachstum aus der Krise?

Niko Paech: Nein, unter keinen Umständen. Wir tragen dadurch ökonomische und soziale Probleme auf dem Rücken der Ökosphäre aus. Schon jetzt schaffen wir die Natur ab, nur damit das BIP weiter zulegen kann.

trend: Wachstum ist aber wirtschaftspolitisch wichtig, etwa um dem Rückgang der Arbeitsnachfrage entgegenzuwirken - wenn alle produktiver werden.

Paech: Plünderung hat immer Vorteile, fragen Sie mal einen Bankräuber. Außerdem hält Wachstum nicht mehr, was es verspricht: In den entwickelten Staaten sind wir seit Längerem mit Jobkilling-Growth konfrontiert, also zunehmender Arbeitslosigkeit trotz Wachstums.

trend: Was können wir dagegen tun?

Paech: Wir müssen endlich über die Umverteilung von Arbeit reden. Wir befinden uns mitten in einer Transformationsphase. Eine Stabilisierung des BIP ist unmöglich, die Wirtschaft wird unweigerlich schrumpfen.

trend: Warum?

Paech: Die globalen Wertschöpfungsketten von heute verlangen danach zu wachsen. Wenn die Entwicklung nur angehalten wird, können die damit verbundenen Renditeanforderungen nicht mehr erfüllt werden. Eine Welle von Zusammenbrüchen wird die Folge sein. Die Postwachstumsökonomie ist kein Badeurlaub für alte Leute, wie sich das manche erhoffen.

trend: Wie können sich Unternehmen darauf einstellen?

Paech: Beispielsweise so, wie es Volkswagen zuletzt zweimal vorexerziert hat: Zu Beginn der Finanzkrise und infolge des Fukushima-Unglücks kam es zu größeren Nachfrageausfällen. In beiden Fällen wurde sofort flexibel und solidarisch mit Kurzarbeit reagiert. Das kann als Blaupause für den künftigen Normalzustand dienen.

trend: Was noch?

Paech: Unternehmen müssen beginnen, ihre Wertschöpfungsketten zu verkürzen, regionaler beschaffen. Sie sollten Regionalwährungen unterstützen, da die zur Stabilität der Wirtschaft in der Region beitragen. Und sie müssen sich auf einen neuen Kundentypus einstellen, den Prosumenten.

trend: Was heißt das konkret?

Paech: Der Kunde in der Postwachstumsökonomie ist kein einfacher Konsument mehr. Alle werden wesentlich ärmer sein und Produkte deshalb anders nutzen, intensiver und länger. Dazu müssen sie aber in die Lage versetzt werden, Gebrauchsgegenstände auch instand zu halten. Sie werden also selbst zu Produzenten. Ein Beispiel: Zum Kauf eines Laptops könnte automatisch ein mehrstündiger Workshop gehören. Dort bringt der Hersteller seinen Kunden bei, wie sie Laufwerke oder Akkus selbst tauschen oder wie sie die Bildschirmscharniere reparieren können.

trend: Wie wird sich unser Leben noch ändern?

Paech: Wir werden weiter hoch qualifizierte Arbeit leisten, aber diese ergänzen müssen um Subsistenzleistungen, etwa den Gemüseanbau im eigenen Garten. Und wir werden eine neue Sesshaftigkeit pflegen, weniger oder gar nicht mehr fliegen. Das ist kein Rückfall in die Steinzeit, sondern ein neues, befriedigenderes Dasein. Schließlich bedeutet das eine neue Form von ökonomischer Souveränität, da wir nicht mehr wie Marionetten an den Fäden der Fremdversorgung hängen werden.

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