Kambodscha: Die tödliche Gefahr lauert in den Flüssen

Kambodscha: Die tödliche Gefahr lauert in den Flüssen

Ganze Schiffe, beladen mit Waffen und Munition, liegen am Grund von Flüssen in Kambodscha.

Der Fischer Khiev Chem verbindet einen dünnen Atemschlauch mit einer Luftpumpe, dann sinkt er langsam in die schlammigen Tiefen des Tonle-Sap-Flusses in Kambodscha. Stundenlang kann er so unter Wasser bleiben. In fast vollständiger Dunkelheit versucht er, seine Netze von dem Müll und Treibgut am Grund zu befreien. "Man kann fast nichts sehen, aber nach all den Jahren weißt du, wo Osten und Westen ist", erzählt er. Seine Netze verheddern sich oft in Felsen oder Ästen. Doch vor zwei Jahren ging ihm ein viel gefährlicherer Fang ins Netz: Eine 1,5 Meter lange Bombe, gefertigt in den USA und vermutlich irgendwann in den 1960er oder 70er Jahren über dem südostasiatischen Land abgeworfen.

Ganze Schiffe, beladen mit Waffen und Munition, liegen am Grund von Kambodschas Flüssen. Im Land sind noch Millionen Landminen vergraben. Noch in den 80er Jahren ließ das Terrorregime der Roten Khmer Minen auslegen. Außerden wurden Millionen Bomben über dem Land abgeworfen. Noch heute werden jedes Jahr Hunderte Menschen von Minen und Blindgängern getötet oder verstümmelt.

Allein 2011 wurden Informationen der Regierung zufolge fast 90.000 Blindgänger entschärft. Einzelne Funde wie der von Khiev Chem haben keine Priorität für die Entschärfer der Regierung und von Hilfsorganisationen. Zu groß ist das Risiko, dass eine ganze Ladung nicht detonierter Kampfstoffe in die falschen Hände gerät. Die Sorge gilt nicht nur Verbrecherbanden oder Terroristen, sondern auch Altmetallhändlern.

Diese Händler bergen die Munition aus dem Wasser und entfernen den Sprengstoff, um die Metallhüllen zu verkaufen. Mit dieser gefährlichen Tätigkeit riskieren sie ihr Leben und die Sicherheit ihrer Umgebung. Zu oft explodieren die Blindgänger in ihren Händen. "Sie haben keine Erfahrung damit", warnt Heang Sambo von der Hilfsorganisation Golden West Humanitarian Foundation. "Aber sie verdienen Geld, wenn sie die Munitionshüllen als Altmetall verkaufen und den Sprengstoff an die Fischer verhökern." Fischen mit Sprengstoff ist in Kambodscha noch immer verbreitet.

Hilfsorganisationen liefern Metalldetektoren

Die Hilfsorganisation will helfen, die Gefahr im Wasser zu beseitigen. Dafür wurde eine Art auf dem Wasser schwimmendes Metalldetektorsystem entwickelt. Bei ersten Tests im Vorjahr wurde ein Wrack im Tonle Sap entdeckt. Als es von den Tauchern der kambodschanischen Minenbehörde CMAC untersucht wurde, fanden diese kistenweise Munition. "Die Taucher können in dem trüben Wasser nichts sehen", sagt CMAC-Chef Heng Ratana. "Wir müssen sicherstellen, dass sie die Gefahren kennen." Der Metalldetektor könne den Arbeitern unter Wasser die Augen öffnen. "Anstatt monatelang unter Wasser zu suchen, arbeitet man nun nur wenige Tage am richtigen Ort", meint Heng Ratana.

Das Wrack hatte etwa 20 Tonnen Munition an Bord. Experten von Golden West vermuten, dass es im Konflikt zwischen den Roten Khmer und der von den USA unterstützen Regierung (1960-75) gesunken ist. Die geborgene Munition wird recycelt - die Stücke werden fachmännisch aufgesägt. Der Sprengstoff wird entfernt und neu verarbeitet. Damit werden dann zum Beispiel Landminen entschärft.

Doch trotz der wissenschaftlichen Fortschritte bei der Entsorgung dieser gefährlichen Altlasten muss das Leben für Fischer wie Khiev Chem ohne Hochtechnologie-Hilfe weitergehen. "Es sind viele Schiffe da unten, und viele Bomben. Ich habe nur eine gefunden", sagt er. Er habe nicht gewagt, sie an Land zu bringen. "Ich hatte zu viel Angst", sagt der Fischer, bevor er seinen selbst gemachten Bleigürtel um die mageren Hüften schlingt und wieder im trüben Wasser versinkt.

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