John F. Kennedy – Verdächtige, Komplotte und Spekulationen

John F. Kennedy – Verdächtige, Komplotte und Spekulationen

Über die Ereignisse dieses Tages und ihre tatsächlichen oder möglichen Hintergründe der Ermordung von John F. Kennedy wird auch ein halbes Jahrhundert später noch spekuliert.

Am 22. November 1963 um 11.40 Uhr Ortszeit landet das Präsidentenflugzeug Air Force 1 auf dem Flughafen von Dallas. John F. Kennedy, seit November 1960 Präsident der Vereinigten Staaten, besucht Texas, um den Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr vorzubereiten. Der Gouverneur von Texas, John Connally, und seine Frau begrüßen John und Jacqueline Kennedy am Flughafen. Frau Kennedy bekommt einen riesigen Strauß roter Rosen überreicht. Die beiden Ehepaare steigen in einen großen, nachtblauen Lincoln mit offenem Verdeck, der sie in 45 Minuten durch die Stadt fahren soll, wo Tausende begeisterter Amerikaner auf ihren Präsidenten warten.

Kennedy und seine Frau nehmen auf der hinteren Sitzbank Platz, das Gouverneurspaar sitzt vor ihnen. Um 11.50 Uhr fährt der Wagen hinter einer großen Motorradeskorte los. Zweimal lässt Kennedy die Eskorte anhalten, um den an der Straße stehenden Menschen die Hände zu schütteln. Im Stadtzentrum verlangsamt der Lincoln seine Fahrt und biegt in die Elm Street ein. An der Kreuzung befindet sich ein sechsstöckiger roter Ziegelbau, das Texas School Book Depository, ein Schulbuchdepot.

Es ist genau 12.30 Uhr, als Schüsse knallen. Der Präsident greift sich an den Hals und sinkt nach vorne. Eine Kugel hat seinen Nacken durchschlagen und ist durch die Kehle wieder ausgetreten. Gouverneur Connally wird von der Kugel in den Rücken getroffen. Ein weiterer Schuss trifft Kennedy in den Kopf, sein Schädel wird zerschmettert. Der Präsident bricht blutüberströmt über seiner Frau Jackie zusammen. Der Secret Service-Mann Clint Hill springt aus dem hinter der Präsidentenlimousine fahrenden Auto und klettert von hinten auf den Kofferraum des Lincoln, auf den Jackie Kennedy aus dem Inneren des Wagens gekrochen ist.

Der Lincoln rast sofort in Richtung Parkland-Krankenhaus, das sieben Kilometer entfernt ist. Um 12.36 Uhr wird der Präsident dort eingeliefert. 14 Ärzte bemühen sich fieberhaft, Kennedy zu retten, aber um 13.00 Uhr wird er offiziell für tot erklärt. Gouverneur Connally überlebt schwer verletzt.

Um 14.00 Uhr wird Lee Harvey Oswald, der in dem Schulbuchdepot angestellt war, in einem Kino festgenommen. Später wird bekannt, dass er kurz zuvor einen Polizisten erschossen hat, der ihn bereits 45 Minuten nach dem Anschlag festnehmen wollte. Die Polizei findet bei Oswald einen Stadtplan mit Notizen und geht fest davon aus, dass er der Attentäter ist.

Zwei Tage später, am 24. November, betritt der Barbesitzer Jack Ruby die Polizeiwache, in der sich Oswald befindet, und erschießt den mutmaßlichen Attentäter. Ruby stirbt 1967 im Gefängnis an Krebs.

Einzeltäter oder Komplott?

50 Jahre nach der Ermordung John F. Kennedys gibt es noch immer Zweifel an der Aufklärung des Schussattentats von Dallas. Während in der offiziellen Version der Todesschütze Lee Harvey Oswald ein Einzeltäter ist, glauben unzählige Verschwörungstheoretiker an ein Komplott gegen den 35. US-Präsidenten durch die CIA, die Mafia, Fidel Castro oder gar Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson.

Seit dem Attentat auf John F. Kennedy machten sich Hunderte Buchautoren und Dokumentarfilmer, aber auch Hollywood-Regisseure auf die Suche nach dem wahren Mörder des beliebten US-Präsidenten. Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben bis heute mehr als die Hälfte der US-Bürger an eine Verschwörung. Die losen Enden, die auch nach vielen Untersuchungen übrig geblieben sind, bieten weiter Stoff für wilde Spekulationen über den Mord an Kennedy.

„Ich habe niemanden umgebracht“, erklärte Oswald kurz nach seiner Festnahme gegenüber Reportern. Er bestritt bis zu seinem Tod zwei Tage später, dass er an der Ermordung Kennedys beteiligt war. Das gefundene Beweismaterial sprach jedoch gegen ihn. Auf der Tatwaffe, die im Texas Schulbuch-Depot gefunden wurde, fand die Polizei seine Fingerabdrücke. Als Mitarbeiter des Depots konnte er den Tatort ohne Probleme betreten und verlassen. Oswald wurde eineinhalb Stunden nach dem Attentat in einem Kino verhaftet, nachdem er den Streifenpolizisten J.D. Tippit auf seiner Flucht erschossen hatte.

Motiv fehlt

Was aber fehlte, war ein plausibles Motiv Oswalds. Die psychischen und privaten Probleme des früheren Marineinfanteristen, der zwischenzeitlich in der UdSSR gelebt hatte, waren für viele nicht befriedigend genug. Der Barbesitzer Jack Ruby, dem Verbindungen zur Mafia nachgesagt wurden, heizte mit seinem Statement nach der Ermordung Oswalds die Gerüchteküche weiter an. Wenn die Welt die wahren Hintergründe über die dramatischen Ereignisse wissen wolle, müsse man ihn nach Washington bringen, sagte er bei einer Pressekonferenz. "Hier" könne er nicht reden und verwies auf ominöse "mächtige Personen", die ihn daran hinderten.

Schon wenige Tage nach dem Attentat wurden die Stimmen derjenigen, die an eine Verschwörung glaubten, in der Presse immer lauter. Der zunehmende Druck zur Aufklärung des Attentats veranlasste Kennedy-Nachfolger Lyndon B. Johnson, eine Woche nach dem Ableben seines Vorgängers eine parlamentarische Untersuchungskommission unter der Leitung des obersten US-Bundesrichter (Chief Justice of the United States), Earl Warren, einsetzen. Nach der Befragung von über 500 Zeugen und der Durchsicht von rund 20.000 Seiten FBI-Vernehmungsprotokollen kam die Warren-Kommission zu dem Ergebnis, dass die Schüsse auf den Präsidenten von Lee Harvey Oswald abgeben wurden. Auch wurde festgestellt, dass weder Oswald noch Ruby Beteiligte irgendwelcher Verschwörungen waren. Für die Kommission und Präsident Johnson war die Einzeltäterschaft Oswalds bewiesen.

Für Verschwörungstheoretiker fing die Arbeit damit erst an. Denn die zentrale Frage nach dem Tatmotiv Oswalds konnte auch von der Warren-Kommission nicht überzeugend beantwortet werden. Ein Präsident der Weltmacht USA, so wurde gemunkelt, dürfe nicht einfach so von einem unscheinbaren Mann umgebracht werden, es müsse etwas Größeres dahinter stecken – das könne auch bedeuten, dass hinter dem Täter der eigene Inlandsgeheimdienst CIA stecke.

Kuba-Politik rückt CIA ins Zentrum von Verschwörungstheorien

Die CIA spielt in beinahe allen Verschwörungstheorien eine zentrale Rolle. Ihre dürftige Zusammenarbeit mit der Warren-Kommission rückte sie für viele Skeptiker der offiziellen Version noch mehr in den Verdacht, in das Mordkomplott verstrickt zu sein. Im Mittelpunkt stand die von der CIA geplante Ermordung von Kubas damaligem Machthaber Fidel Castro. Kennedy soll eine friedliche Annäherung an das kommunistische Land beabsichtigt haben und habe dafür mit seinem Leben bezahlt.

Die CIA hingegen verfolgte ihre eigenen Theorien über Kennedys Tod und ortete eine Gegenverschwörung. Diese Meinung wurde auch von der Regierung nahestehenden Personen verbreitet. „Ich wäre nicht überrascht, wenn Castro etwas damit zu tun hätte“, sagte der US-Senator Richard Russel in einem Gespräch mit Johnson kurz nach dem Attentat. Die Theorie gilt auch heute als aktuell. Laut Aussagen von CIA-Direktor Richard Helms, die in dem 2009 erschienen Buch "CIA" von Tim Weiner zitiert wurden, soll Castro von den Mordplänen der CIA erfahren und zum Gegenschlag ausgeholt haben. Die CIA habe darum geschwiegen, auch gegenüber der Warren-Kommission, um nicht von der Öffentlichkeit für den Tod Kennedys verantwortlich gemacht zu werden. Die Mordpläne an Castro wurden von der CIA erst 1974 veröffentlicht.

Angesichts Oswalds Vergangenheit gehört auch die Sowjetunion in den Kreis der Verdächtigen. Der Kennedy-Attentäter reiste 1959 in die UdSSR und verbrachte mehrere Jahre dort. Als er mit seiner Familie wieder in die USA zurückkehrte, nahm er laut CIA immer wieder Kontakt zur sowjetischen und kubanischen Botschaft in Mexiko auf. Theorien, dass die UdSSR einen „falschen Oswald" schickte, um die Schmach der Kubakrise 1962 zu rächen, wurden mit einer späteren Exhumierung Oswalds ad acta gelegt.

Oder die Mafia?

Die Vergangenheit der Kennedy-Familie ließ Konspirationisten auch an Mafia-Verstrickungen glauben. Schon der Vater, Joseph P. Kennedy, hatte zur Zeit der Prohibition eine enge Beziehung zur Cosa Nostra. Diese soll auch John F. Kennedy bei seiner Wahl zum Präsidenten beim Lukrieren von Stimmen unterstützt haben. Als Johns Bruder, Justizminister Robert F. Kennedy, die Mafia nicht mehr dulden wollte, war die freundschaftliche Beziehung zu Ende. Später stellte ein Senatsausschuss fest, dass die Mafia auch in Mordkomplotte der CIA gegen Castro verstrickt war.

Die Liste der möglichen Mörder Kennedys ist lang. Um die Einzeltäterthese weiter zu entkräften, rückte die als ballistisches Wunder bekannte „Magic Bullett“ in den Fokus der Verschwörungstheoretiker.

Im sechsten Stock des Schulbuchdepots wurden drei leere Patronenhülsen gefunden – somit waren es der offiziellen Version auch nur drei Schüsse. Eine Kugel verfehlte erwiesenermaßen das Ziel, eine traf den US-Präsidenten in den Rücken, verließ seinen Körper vorne und traf den vor ihm sitzenden texanische Gouverneur John Connally von hinten in den Oberkörper. Die dritte traf Kennedy am Kopf und tötete ihn.

Die erste Kugel gab Experten jedoch Rätsel auf. Ihr Lauf erschien aufgrund des Durchschusswinkels und der Sitzanordnung Kennedys und Connallys unmöglich. Auch die Entfernung, von der geschossen wurde, sprach gegen einen glatten Durchschuss. Andere Zeugenaussagen als jene, auf die sich der Warren-Report stützte, wurden ausgegraben. Darin war von mindestens vier Schüssen die Rede, in manchen sogar von sechzehn. Waffenexperten fanden heraus, dass Oswald nicht die Zeit dazu gehabt haben konnte, alle drei Schüsse abzufeuern. Seine Waffe – eine alte italienische Carcano – war als Repetiergewehr technisch nicht, wie in dem Bericht angegeben, ausgelegt, damit in 8,3 Sekunden drei Schüsse abzugeben - Oswald habe demnach mindestens die doppelte Zeit dafür gebraucht.

Entdeckungen wie diese machten Platz für Theorien über einen zweiten Täter vor Ort. Eine in den USA populäre These ist die des „Badge Man“ (Mann mit Abzeichen). Gary Mack will beim Entwickeln eines Fotos, auf dem die Wagenkolonne Kennedys und der Gras-Hügel ("Grassy Noll") dahinter abgebildet waren, den zweiten Schützen mit einem Armee-Abzeichen entdeckt haben. „Badge Man“ existiert aber nur auf dem einen Foto.

Oder der Chauffeur

Vor dem Hintergrund der erst 1975 veröffentlichen Aufnahmen des Amateur-Filmers Abraham Zapruder vom Attentat wird in Skeptiker-Kreisen auch diskutiert, ob Kennedy nicht doch von vorne erschossen wurde. Das „angeblutete“ Hemd des Präsidenten wird herangezogen, um die These zu stützen: Demnach soll nicht Oswald, sondern Kennedys eigener Chauffeur ihm von vorne den letzten und tödlichen Schuss durch den Körper gejagt haben. Die erst Jahre nach seinem Tod veröffentlichten Autopsiebilder, die Einschüsse von hinten bestätigten, werden ignoriert.

Die Suche nach der endgültigen Erklärung wird wohl ausbleiben. Die dadurch bleibende Lücke mit Verschwörungstheorien zu füllen sei wohl zutiefst amerikanisch, glaubt der österreichische Historiker Günter Bischof, der seit einigen Jahren in den USA forscht und lehrt. „In der amerikanischen Geschichte ist konspiratives Denken ein Grundzug in der Bevölkerung“, sagt Bischof. Immer wenn Ereignisse passierten, die zu groß und überwältigend seien, um sie unmittelbar zu begreifen, wolle ein Teil der US-Bevölkerung sie einfach nicht wahrhaben. „Rationale Erklärungen des Geschehen werden verschmäht“. Das selbe Muster wie beim Kennedy-Attentat gelte auch bei Ereignissen wie dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 oder 9/11, sagte Bischof. Viele US-Bürger wollten einfach nicht wahrhaben, dass Anschläge gegen so eine „Ausnahme-Nation“ erfolgreich seien könnten.

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