Hollywoodexzentriker Johnny Depp ist 50

Hollywoodexzentriker Johnny Depp ist 50

Hollywood-Exzentriker Johnny Depp ist 50. Als verhaltensorigineller Indianer ist er demnächst in den Kinos zu sehen. Ein Porträt.

Ein wenig verhuscht, aber spirituell weise, mit einer ausgestopften Krähe auf dem Kopf präsentiert sich Johnny Depp im neuen Kinofilm "The Lone Ranger“. Er gibt darin den schrulligen Indianer Tonto. In den USA kennt die Abenteuer vom weißen Ranger John Reid und seinem Gefährten Tonto beinahe jeder Erwachsene. Das Duo geistert dort seit den 1930er Jahren durch die Popkultur und sorgt für Gerechtigkeit. Depp macht sich daran, die Story ein wenig zu entstauben. Denn der schrullige Klischee-Indianer spielte hinterm Ranger stets die zweite Geige. Auffällig dabei: Der ewige Junge Johnny Depp, der heuer im Juni seinen 50. Geburtstag feierte, legt seinen Tonto verdächtig nahe an seiner Paraderolle, dem Piraten der Herzen Captain Jack Sparrow, an.

Die Frage, wo denn nun tatsächlich der Unterschied zwischen den beiden Figuren liegt, drängt sich also auf. Sie wird von Depp, wie unlängst in einem Interview mit der BBC, allerdings nur zögerlich beantwortet: "Was man in Jack Sparrow und Tonto sieht, bin ich. In jeder Rolle steckt ja auch ein bisschen Wahrheit.“

Gestaltenwandler

Nun, bei Wahrheiten im Allgemeinen und ein "bisschen Wahrheit“ im Besonderen, empfiehlt es sich genauer hinzusehen. Depp macht jedenfalls bei der Promotiontour zu seinem neuen Film deutlich, dass ihm die Rolle von Tonto sehr am Herzen liegt. Auch in ihm fließt Indianerblut. Seine Urgroßmutter gehörte zum Stamm der Cherokee. Mit seiner Tonto-Interpretation will er den Indianern den Respekt zurückgeben, der ihnen gebührt. Die Botschaft kam im Vorfeld gut an. Als Zeichen der Anerkennung für Depps Einsatz, adoptierte ihn kurzerhand der Stamm der Komantschen und verpasste ihm gleich auch noch einen schönen Namen. "Mah-Wuh-Meh - der Gestaltwandler“, darf sich der Schauspieler nun nennen.

Dass Johnny Depp zum Gestaltwandler wurde, zeichnete sich schon sehr früh ab. Introvertiert und langhaarig vor sich hin pubertierend, schmiss der in Kentucky Geborene die Highschool, um als Heavy-Metal-Musiker mit seiner Band "The Kids“ in Los Angeles Karriere zu machen. Man schaffte es immerhin bis zur Vorgruppe von Iggy Pop. Nebenbei kam auch seine Schauspielkarriere in Schwung. Seine erste Rolle bekam er als Mordopfer in einem Freddy Krüger-Film. Es folgten lebendigere Nebenrollen, bis er schließlich als verdeckter Ermittler in der Erfolgsserie "21 Jumpstreet“ (1987-90) durchstartete und zum Teenie-Schwarm avancierte.

Johnny war darüber nicht sehr glücklich. "Ich hasse die Vorstellung, auf einer Lunch Box abgebildet zu sein oder oben ohne für ein Girliemagazin posen zu müssen“, erklärte er seinen Rückzug. In "Cry Baby“ (1990), einer Parodie auf die Rock´n´Roll-Musical-Ära, Produktionen wie "Grease“ oder die Elvis Presley-Filme, rechnete er mit der Mädchenschwarm-Vermarktung ab.

Dann wurde noch eines draufgesetzt: Regisseur Tim Burton castete den schönen Depp für seine schräge Tragikomödie "Edward mit den Scherenhänden“, zeigte ihn verschreckt, bleich, entstellt, ausgestoßen und mit messerscharfen Fingern ausgestattet und zertrümmerte so die letzten Teenie-Idol-Reste in Depps Image.

Acht Filme hat das Kreativ-Duo miteinander bereits gemacht. Der Depp-Zug fährt jetzt erfolgreich vorwiegend auf der dunklen, abgründigen Fantasy-Kostüm-Schiene. Ob als soziopathischer Schokoimpresario in "Charlie und die Schokoladenfabrik“, als rachsüchtiger Vampir in "Dark Shadow“, als verrückter Hutmacher in "Alice im Wunderland“ oder im Horrormärchen "Sleepy Hollow“. Hauptsache schräg oder abgründig oder beides.

"Was beurteilt die Gesellschaft als normal, was als unnormal, wer legt das fest und warum?“, fragte sich der Schauspieler, der in einer Kleinstadt zur Welt kam, zu Recht und hat dementsprechend auch Drogendealer, Gangster, Junkie-Journalisten, Buchhalter und Mathematiklehrer in seinem Rollenportfolio. Insgesamt brachte es Depp bis dato auf beinahe 60 Filme und drei Oscar-Nominierungen. Unter anderem für seine erste Darbietung als Captain Jack Sparrow, der mittlerweile durch vier "Fluch der Karibik“-Filme wankte und sich fest in den Köpfen der Menschen verankert.

Family-Guy

Die Rolle als schwer durchschaubarer, tuntiger Pirat, für die er sich lose an den Bewegungsabläufen von Keith Richards orientierte, nahm er, eigenen Angaben zu Folge, nur an, weil er einmal einen Film drehen wollte, den auch seine zwei Kinder sehen können. Die hat er übrigens gemeinsam mit der französischen Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis. Die "wilde Ehe“ der beiden ging nach 14 Jahren im Vorjahr in Brüche. Akuter Fall von Midlife-Crisis diagnostizierte die Yellow-Press. Dieser liefert der Mime übrigens, abseits von Privatem, auch so gerne kleine Häppchen: So reist er etwa nie ohne Jack Sparrow-Kostüm durch die Welt. Spontan veranstaltet er damit "One-Man-Shows“ in Kinderkliniken oder steht nach Anfrage schon einmal in Schulklassen, um Kindern bei Meutereien gegen Lehrer zu helfen.

Bübisches hat sich Johnny Depp, der mit einem starken Sehfehler auf die Welt kam, also auch mit 50 noch erhalten. Bei David Letterman gab er etwa zu Protokoll, mit dem Altern keine besonderen Probleme zu haben: "Der 50. Geburtstag ist ein Tag wie jeder andere, aber ich freue mich darauf, verantwortungsloser werden zu dürfen.“ Und weiter: "Alte Menschen sind viel cooler und dürfen in Gammel-Look herumlaufen.“ Zwar hat er angekündigt, beruflich kürzer treten zu wollen. Aber für die nächste Zeit stehen dann doch noch interessante Projekte an. Der Sci-Fi-Thriller "Transcendence“ etwa, das Krimidrama "Mortde cai“ und an der Seite von Meryl Streep wird er im Fantasymusical "Into the Woods“ zu sehen sein. Und, da er den Jack Sparrow nicht loswerden will, plant er nebst einem fünften Teil der Piraten-Saga auch noch eine Doku über Keith Richards.

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