Günter Steinacher – Tod eines Tycoons

Günter Steinacher – Tod eines Tycoons

Er war einer der geheimnisvollsten Unternehmer Österreichs: der Vorarlberger Günter Steinacher, der mit Metallen Milliarden umsetzte. Jetzt, nach seinem Tod, könnte das Unternehmen zerschlagen werden.

Still und leise hat er sich nach oben gearbeitet. 2007 lag das Firmenkonglomerat von Günter Steinacher im " trend “-Ranking der umsatzstärksten österreichischen Betriebe auf Platz 43. Zwei Jahre später war der in der Öffentlichkeit wenig bekannte Rohstoffhändler und -produzent bereits an elfter Stelle zu finden. Im aktuellen Ranking nimmt er den achten Platz ein - mit einem Umsatz von knapp neun Milliarden Euro.

Still und leise ist es jetzt wohl oft auch im Bludenzer Büro von Alumet, dem Kern der Gruppe. Seit 26. April ist Günter Steinacher tot. Er starb mit 58 Jahren überraschend an einer schweren Krankheit. Es gab eine Todesanzeige in den "Vorarlberger Nachrichten“, ein Begräbnis im engsten Familien- und Freundeskreis. Sonst nichts. Wie es mit dem umsatzmäßig größten Unternehmen Vorarlbergs weitergeht, lässt sich derzeit nicht sagen.

Bemühen um Normalität

Kunden, zu denen auch Global Player wie Rusal oder Norsk Hydro gehören, Lieferanten und Mitbewerber sind ein wenig ratlos. Das Unternehmen, das zu den zehn größten Rohstoffhändlern der Welt zählt, in einem Kreis mit Riesen wie BHP Billiton oder Rio Tinto steht, hängt in der Luft. Das Tagesgeschäft läuft wie immer, nach außen ist man in der Firma sehr um Normalität bemüht, aber große Entscheidungen werden derzeit nicht getroffen.

Auf der Alumet-Homepage erfährt man nur, dass der Internetauftritt überarbeitet wird und "ab Anfang Mai 2012 voraussichtlich“ wieder zur Verfügung steht. Der Firmencompass weist noch Günter Steinacher als alleinigen Eigentümer aus. Die Geschäftsführung der Alumet Handelsgesellschaft teilte er seit März mit Ilona Barbara Bitschi. Interviews will diese derzeit keine geben, frühestens am Jahresende, heißt es. Das nährt Spekulationen, dass es zu einem gröberen Umbau der Firmengruppe, wenn nicht sogar zu Teilverkäufen kommen könnte. Denn Interessenten gibt es FORMAT-Informationen nach bereits.

Start ohne Kapital

Dass der Tod Steinachers so eine riesige Lücke in seinem Unternehmen hinterlassen hat, ist nachvollziehbar: Trotz der Milliardenumsätze ging fast jede Entscheidung im Betrieb über seinen Schreibtisch. "Er war ein Einzelkämpfer“, wird erzählt. Allein hat er auch den Aufstieg geschafft: Steinacher begann 1973 als Einkaufsleiter des heimischen Norsk-Hydro-Ablegers in Nenzing. "Damals wusste ich über Aluminium so viel wie jeder andere, nämlich dass es relativ leicht ist und nicht rostet“, sagte er 2007 in einem seiner raren Interviews in den "Vorarlberger Nachrichten“. Aber er habe damals die Chance erhalten, das Produkt kennenzulernen.

1980, im Alter von 28 Jahren, machte sich Steinacher selbständig. Ohne eigenes Startkapital, mit der Hilfe von einigen Banken. Die Geschäftsidee war der Handel mit Aluminium, das er mittlerweile gut kannte. Von Anfang an ging es um große Summen. "Ängstlich darf man in diesem Geschäft nicht sein. Man muss sehr schnelle Entscheidungen treffen - auch wenn sie nicht immer richtig sind“, erzählte Steinacher. Ab acht Uhr in der Früh verfolgte er Tag für Tag zwölf Stunden lang die Entwicklung an den Märkten, selten nur machte er Urlaub. Steinacher hatte eine gute Hand fürs Geschäft und nützte Sparmöglichkeiten: Um weniger Abgaben zu zahlen, liegt der Steuersitz der Gruppe in St. Gallen in der Schweiz.

Jeder Handel bedeutet mehr Umsatz

Alumet handelt nicht nur mit echten Metallen, sondern auch mit Metall-Futures, und fixiert so die Preise für Produzenten und Verarbeiter vorab. Neben Aluminium ist das Unternehmen auf Kupfer und Zink spezialisiert. Jede Transaktion an der Londoner Metallbörse steigert den Umsatz der Gruppe. Da es um große Mengen und Summen geht, kann ein Mausklick 80 Millionen mehr Umsatz bedeuten. Unter Konkurrenten wird ein wenig darüber geschmunzelt, dass jeder Kontrakt und jede Prämie zum Umsatz gezählt werden.

Doch in der Steinacher-Gruppe gibt es auch handfeste Arbeiter: Seit gut zehn Jahren wird auch in mehreren Gießereien Aluminium selbst produziert. Die neueste Anlage steht in Schlins in Vorarlberg. 2008 wurde "Speedline“ eröffnet und ist angeblich das modernste Alu-Schmelzwerk Europas. 30 Millionen Euro wurden investiert, um Aluschrott zu neuen Pressbolzen zu schmelzen. Kapazität: 45.000 Tonnen im Jahr. Auf der Produktionsseite fühlte sich der Broker wohl: Er bemühte sich auch um die Montanwerke in Brixlegg, kam aber dort nicht zum Zug.

Was macht der Sohn?

Steinachers einziger Sohn Christian, der sich schon früh für das Geschäft interessiert haben soll, wurde als Nachfolger aufgebaut. Der Senior schickte den jetzt 32-Jährigen ins Ausland, um Erfahrungen zu sammeln. Derzeit leitet Christian die zur Gruppe gehörende Alu Swiss Trading, dort hat zuvor auch die neue Alumet-Geschäftsführerin Bitschi gearbeitet. Zwischen Vater und Sohn gab es Konflikte, wird erzählt. So scheint es nicht ganz sicher, dass Christian ganz in die Fußstapfen seines Vater treten wird. Finanziellen Druck zu arbeiten hätte er nicht: Das Vermögen der Familie wird vom " trend “ aktuell auf rund 650 Millionen Euro geschätzt.

Investoren und Mitbewerber interessieren sich indes für die einzelnen Teile der Gruppe. Sie hoffen auf Kaufmöglichkeiten. Die einen wollen die Gießereien, andere den Handel. Für Rohstoffriesen wäre die Übernahme eine Möglichkeit, mit einem Schlag das Alusegment in Europa zu dominieren. Schon zu Lebzeiten hat Steinacher einige "unmoralische Angebote von Private-Equity-Fonds“ erhalten, erzählte er dem "trend“ einmal. Damals hatte der Familienrat gegen einen Verkauf entschieden. Warum? "Dann habe ich einen Haufen Geld, aber was mache ich? Ich brauche meine Aufgabe und bleibe lieber in Bludenz und arbeite, statt in der Karibik zu träumen“, sagte Steinacher zu den "Vorarlberger Nachrichten“. Jetzt, nach seinem Tod, ist alles anders.

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