Griechenland: Gesundheitssystem vor dem Kollaps - arm ist nur, wer keine Schulden hat

Das griechische Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Der staatliche Träger für Gesundheitsdienstleistungen kann seine Rechnungen nicht mehr zahlen, Ärzte warnen vor dramatischen Folgen, wenn weitere Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem umgesetzt werden. Doch die Troika bleibt hart.

Griechenland: Gesundheitssystem vor dem Kollaps - arm ist nur, wer keine Schulden hat

Dem griechischen Sozialsystem geht das Geld aus. Der nationale Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) hat Schulden in Höhe von 1,4 Milliarden € angesammelt und ist mit Zahlungen an die Vertragsärzte seit Monaten im Rückstand. Mitte August erklärten die griechischen Kassenärzte, dass sie ihre Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitssystem aussetzen werden, wenn nicht demnächst eine Begleichung der Verbindlichkeiten aus dem ersten Halbjahr eintrudelt bzw. das Ministerium eine verbindliche Zusage für die Regelung des Themas abgibt, berichtet die Online-Plattform Griechenland-Blog unter Bezugnahme auf griechische Quellen. Wenige Tage vorher warnte die Ärztekammer Athen vor einer humanitären Krise und einer Explosion des gesellschaftlichen Klimas, wenn es zu weiteren Kürzungen im griechischen Gesundheitswesen kommt. Genau solche weiteren Kürzungen sieht aber das Sparprogramm, dass den Griechen von der Troika, auferlegt wurde vor.

Seit fünf Jahren Krise

Das griechische Gesundheitssystem steht nach fünf Jahren Wirtschaftskrise und einem beinharten Sparkurs vor dem Kollaps. Seit 2008 schrumpft das Brutto-Inlandsprodukt des Landes - am Höhepunkt im Jahr 2011 sogar um 6,86 %. Die IWF-Prognose für heuer geht von einem neuerlichen Minus von 4,75 % aus (siehe Grafik).

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Griechenland 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert und lag im April bei einem Wert von 22,5 %. Der IWF ging in seinen Schätzungen für 2012 noch von einer Rate in Höhe von 19,37 % aus (siehe Grafik).

Arbeitslosenquote in Griechenland 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Arm nur ohne Schulden

Immer mehr dieser Arbeitslosen geraten in die Armutsfalle, können sich die medizinische Versorgung nicht mehr leisten und sind auf die Hilfe von Organisationen wie "Doctors of the World" angewiesen. Normalerweise werden die Ärzte dieser Organisation in Afrika eingesetzt, doch die griechischen Ärzte von Doctors of the World kennen, laut einem Bericht der Deutsche Welle, seit Monaten nur noch ein Einsatzgebiet: Das eigene Land. "Jetzt in der Krise sehen wir, dass wir nie eine funktionierenden Sozialstaat hatten. Früher bekamen Bedürftige immer wieder mal was ausgezahlt und alle waren zufrieden. Jetzt wo das Geld fehlt bekommen sie nichts mehr", schildert Nikitas Kanakis von der Hilfsorganisation "Doctors of the World" die Auswirkungen des drastischen Krisen-Sparprogramms auf die Armen.

Dass von der Troika eingeforderte und überwachte Sparprogramm treibt im Land die seltsamsten Blüten. So können etwa Bedürftige zwar ofiziell einen Armenpass beantragen, Voraussetzung für die Ausstellung eines solchen ist allerdings, dass alle Schulden beim Finanzamt beglichen wurden. Mittlerweile ist rund ein Drittel der Griechen von der staatlichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Schon warnt die Ärztekammer vor möglichen Pandemien.

Samaras stösst in Deutschland auf taube Ohren

In der Zwischenzeit versucht der griechische Premier Antonis Samaras verzweifelt den europäischen Partnern mehr Zeit für die Umsetzung der Reformen abzuringen. Eine Bitte, die vor allem in Deutschland auf taube Ohren stösst. Die deutsche Kanzlerin betont zwar, dass sie Griechenland in der Eurozone halten will gleichzeitig wird sie nicht müde ihre Forderungen zu wiederholen: "Zusagen müssen eingehalten werden. Worten müssen Taten folgen."

Aussagen, mit denen sie vor allem im eigenen Land Gefallen findet. Denn die meisten Deutschen wollen Griechenland nicht mehr Zeit zum Sparen geben. Dem ZDF-Politbarometer zufolge sind 67 Prozent der Bürger dagegen, dem Euro-Partner zusätzliche Zeit zur Umsetzung der international vereinbarten Reformen einzuräumen. Nur 29 Prozent befürworten den Wunsch Griechenlands nach einem Aufschub um zwei Jahre, vier Prozent äußerten keine Meinung. 72 Prozent der Deutschen lehnen es der Umfrage zufolge außerdem ab, Griechenland über die bereits zugesagten Finanzhilfen hinaus weitere Hilfen zu gewähren. Unterstützen würden das lediglich 22 Prozent, berichtet die APA.

Bericht der DW über die Situation in griechischen Kliniken

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