Geld regiert die Welt

Von Italien und den USA bis Österreich schaffen es Euro-und Dollarmilliardäre, die höchsten politischen Ämter zu erobern. Selten saßen so viele Superreiche an der Spitze von Staaten und Regierungen in aller Welt. Auch 2013 könnte ihr Jahr werden.

Geld regiert die Welt

Silvio Berlusconi ist seit fast 20 Jahren nicht aus Italiens Politik wegzudenken. Seine Partei Volk der Freiheit rittert auch bei der Parlamentswahl im Februar erneut um die Regierungsmacht. Der 76-Jährige verfügt laut Superreichen-Ranking des US-Magazins "Forbes" über ein Vermögen von rund 4,5 Milliarden Euro. Seine Unternehmerkarriere startete Berlusconi 1961 in der Baubranche. Mit teils undurchsichtigen Bankkrediten erwarb er im Umland Mailands Grundstücke, später baute er ganze Stadtviertel. Ende der 1970er stieg Berlusconi ins Mediengeschäft ein, beim Aufbau seines TV-Imperiums sollen ihm zwielichtige Freunde aus Politik und Wirtschaft geholfen haben. Seit seinem Einstieg in die Politik und der ersten Amtszeit als Premier ab 1994 wird ihm vorgeworfen, seine Abgeordnetenimmunität und maßgeschneiderte Gesetze zum Schutz vor Strafverfolgung in diversen Verfahren zu nutzen. Berlusconis Konzern Mediaset hat seit dem Ende seiner Regierungszeit im November 2011 wegen sinkender Einnahmen und Konkurrenz beim Digitalfernsehen stark an Wert eingebüßt.

Frank Stronach hofft heuer mit seiner neugegründeten Partei auf die Wahl in den Nationalrat. Sein Vermögen von laut "Trend"-Recherchen zumindest 2,35 Milliarden Euro schuf sich der heute 80-Jährige mit seinem Konzern Magna in der Autoindustrie. Dabei konnte Stronach, der in den 1950er Jahren nach Kanada ausgewandert war, immer wieder auf die Unterstützung der Politik bauen. Seine guten Kontakte halfen ihm nach Angaben seines Biografen Norbert Mappes-Niediek beim Aufstieg - so sei etwa eine Beinahe-Pleite von Magna 1988 durch einen einzigen Anruf des damaligen kanadischen Handelsministers Edward C. Lumley abgewendet worden. Zuletzt wurde Stronach vorgeworfen, von Gegengeschäften im Zuge des politisch umstrittenen Eurofighter-Ankaufs durch die Republik profitiert zu haben. Das wird von ihm dementiert.

Naftali Bennett gilt als Senkrechtstarter der israelischen Politik. Aus den Parlamentswahlen am 22. Jänner könnte der 40-Jährige mit seiner nationalreligiösen Partei Jüdisches Heim als drittstärkste Kraft hervorgehen. Er gilt als stärkster Widersacher von Premier Benjamin Netanyahu und dessen rechtskonservativer Likud-Partei. Dabei war es ausgerechnet Netanyahu, der Bennett in die Politik holte, als er ihn 2006 zu seinem Stabschef machte. Eigentlich kommt der Jurist und frühere Elitesoldat Bennet aber aus der IT-Branche: 1999 gründete er die Firma Cyota, die Sicherheitssoftware für internationale Finanzinstitutionen anbietet. 2005 - als 33-Jähriger - verkaufte Bennett das Unternehmen für 108 Millionen Euro an den Konzern RSA Security. Seither widmet er sich seinen politischen Ideen, die unter anderem eine Annexion eines Großteils des Westjordanlandes vorsehen. Der Sohn kalifornischer Einwanderer lebt mit seiner Frau und vier Kindern in einem Nobelvorort von Tel Aviv.

Karel Schwarzenberg könnte bald der neue tschechische Präsident sein. Der Außenminister, Adelige und Millionär erreichte überraschend die Stichwahl, die am 25. und 26. Jänner stattfindet. Der 75-jährige Erbe eines der berühmtesten Adelshäuser der österreichisch-ungarischen Monarchie verfügt über ein gewaltiges Vermögen in mehreren Ländern, zu dem unter anderem Schloss Murau, Wälder in der Steiermark, sein Stammschloss in Bayern, Schloss Orlík an der Moldau in Böhmen und das Palais Schwarzenberg in Wien gehören. Das in der Stiftung Schwarzenberg in Liechtenstein liegende Vermögen beträgt nach Schätzungen bis zu 400 Millionen Euro. Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1948 musste Schwarzenberg seine Heimat verlassen. Die Familie verlor ihre Besitztümer in der Tschechoslowakei, die ihr nach der Wende nur zum Teil zurückerstattet wurden. Schwarzenberg lebte viele Jahre in Österreich und unterstützte von hier aus tschechische Dissidenten. 2007 wurde Schwarzenberg erstmals Außenminister. Seit 2010 besetzt er in der Mitte-Rechts-Regierung erneut diesen Posten. Durch seinen Reichtum gilt Schwarzenberg in seinem Land, in dem Korruption ein großes Thema ist, als unbestechlich und auch unabhängig.

Janusz Palikot gilt als einer der reichsten Polen und mischte mit seiner Parteigründung "Bewegung Palikots" die politische Landschaft in seiner Heimat auf. Polnische Medien schätzten sein Vermögen zuletzt auf rund 80 Millionen Euro. Der 46-Jährige hatte es mit Holzpalettenbau, später mit dem Handel mit Schaumwein und Wodka verdient. Bei seinem Einstieg in die Politik sorgte er im katholischen Polen mit kirchenkritischen Positionen, etwa Forderungen nach Abschaffung des Religionsunterrichts und einem Kruzifix-Verbot im Parlament, für Aufregung. Wirtschaftspolitisch lässt Palikot Unternehmer frohlocken: Er will die Sozialversicherungsbeiträge für Angestellte und damit die Arbeitskosten senken. Selbst zählt sich Palikot nicht mehr zu den Superreichen: Nachdem seine Partei 2011 ins Parlament gewählt wurde, gab er nur noch 1,6 Millionen Euro Vermögen an. Er habe das meiste bei seiner Scheidung an seine Frau abgegeben, erklärte Palikot. "Sauber sieht das nicht aus", kommentierte Katarzyna Izydorczyk, die ehemalige Vorsitzende eines Palikot-Unterstützervereins.

Michael Bloomberg ist der wohl reichste Politiker der Welt. Sein Vermögen von 22 Milliarden Dollar, mehr als 16 Mrd. Euro, verdiente er auf der Wall Street und später mit einem speziellen Dienst für Finanznachrichten, den er zu einem globalen Medienimperium ausbaute. Bereits als Philanthrop bekannt, trat er 2001 als Bürgermeister von New York an, auch wenn er dafür seine Parteizugehörigkeit von den Demokraten zu den Republikanern wechseln musste, die er ein paar Jahr darauf verließ. In seiner Amtszeit hat er es als weltoffener Bürgermeister mit liberaler Haltung etwa beim Thema Homo-Ehe zu großer Beliebtheit gebracht. Zuletzt wurde sogar die Stadtverfassung geändert, um ihm eine dritte Amtszeit bis 2014 zu ermöglichen. Kritiker werfen ihm allerdings vor, in seiner Regierungszeit die Gentrifizierung vieler Stadtviertel beschleunigt zu haben. Weniger wohlhabende Bewohner würden zunehmend aus der Metropole gedrängt. Von der Occupy-Bewegung wird ihm auch zu geringer Einsatz bei der Bekämpfung der Armut vorgeworfen.

Sebastian Pinera wird als der "chilenische Berlusconi" bezeichnet. Der Spross einer Familie von Politikern und Diplomaten und Harvard-Absolvent brachte es unter anderem mit Beteiligungen an Fernsehsendern während der Pinochet-Diktatur zu einem Vermögen, das zuletzt auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt wurde. Seit seiner Wahl zum Präsidenten Chiles 2010 steht der konservative Politiker für eine unternehmerfreundliche Politik und wurde zuletzt zum Feindbild der seit zwei Jahren anhaltenden Protestbewegung von Studenten. Beliebtheit trug ihm hingegen sein medienwirksamer Einsatz für die 2010 verschütteten 33 Minenarbeiter in der Atacama-Wüste ein.

Bidsina Iwanischwilli ist seit kurzem Ministerpräsident Georgiens und mit einem geschätzten Vermögen von knapp fünf Milliarden Euro auch reichster Mann des Kaukasus-Staates. Als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie geboren, brachte er es in den 1990er Jahren in Moskau mit dem Handel von Computern, Telefonen und Elektronik sowie der Gründung einer Bank zu raschem Reichtum. Nach der Rosenrevolution 2003, bei der der autokratische Präsident Eduard Schewardnadse gestürzt wurde, kehrte Iwanischwili nach Georgien zurück. Zunächst galt er als Unterstützer von Staatspräsident Michail Saakaschwili. Dessen harte Hand bei den Massenprotesten 2007 und der Krieg gegen Russland entzweiten die beiden jedoch. Iwanischwili gründete die Partei Georgischer Traum und gewann die Parlamentswahlen im Oktober 2012. Seither bemüht er sich um eine Normalisierung der Beziehungen mit Russland.

Yingluck Shinawatra ist seit August 2011 Ministerpräsidentin Thailands und Schwester des vom Militär gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Der 45-Jährigen wird von Gegnern vorgeworfen, nur eine Marionette von Thaksin zu sein. Dieser gilt als umstrittenste Figur der thailändischen Politik: Durch ein Monopol im Mobiltelefon-Sektor häufte er ein Milliardenvermögen an. In seiner Amtszeit als Premier (2001-2006) soll er sich zudem illegal bereichert haben. Wegen seiner umverteilerischen Politik ist der 63-Jährige bei der armen Landbevölkerung aber weiterhin sehr populär. Nach der Absetzung durch das Militär floh Thaksim vor einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs zu einer Haftstrafe außer Landes, in den vergangenen Jahren kam es daraufhin mehrfach zu Kämpfen seiner Anhänger, den Rothemden, mit Gegnern in der Hauptstadt Bangkok. Vor drei Jahren zogen die Behörden rund eine Milliarde Euro aus dem auf 1,7 Milliarden Euro taxierten Vermögen von Thaksin und seiner Familie ein. Seine Schwester Yingluck versucht nun, an den politischen Erfolg von Thaksin anzuknüpfen und geht gegen seine Gegner vor.

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