Gangnam, Bieber und Stratos: Wie YouTube die Medienwelt verändert

Gangnam, Bieber und Stratos: Wie YouTube die Medienwelt verändert

Tänze aus Korea, Teenie-Lieblinge aus den USA, böse Rapper: Auf YouTube dominieren Musiker die Hitliste der meistgesehenen Videos. Aber die Plattform des Google-Konzerns kann mehr - nämlich die Medienwelt revolutionieren.

Das sind Zahlen, bei denen nicht nur Marketingexperten etwas schwummrig wird: 795 Millionen. 623 Millionen. Und 615 Millionen. So oft wurden jeweils die beliebtesten Videos auf dem Videokanal YouTube angesehen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs der zu Google gehörenden Plattform. Es ist wirklich nichts Neues, dass YouTube die Mediennutzung verändert; neu ist aber, mit welcher Rasanz sich die sogenannten „viralen“ Phänome verbreiten.

Bestes Beispiel dafür ist die Nummer zwei der YouTube-Hitliste, das Video „Gangnam Style“ des südkoreanischen Entertainers Psy. Der davor weitgehend unbekannte Sänger ist mit seinem ungewöhnlichen Tanz die Nummer zwei auf YouTube, noch vor Jennifer Lopez, Eminem und Shakira (siehe dazu die populärsten Videos unten). Einzig Teenie-Star Justin Bieber liegt vor Psy – allerdings bezahlt er das mit einer weitaus schlechteren Performance hinsichtlich der Bewertung seines Videos: 1,4 Millionen positiven Bewertungen stehen 3,1 Millionen negative gegenüber.

Jeder kann YouTube

Herrn Bieber wird es egal sein, seinen Managern ebenso. An YouTube kommt man eben nicht vorbei, ob es um die Bewerbung eines Musikstücks, eines neuen Films oder sonstiger Produkte geht. Umgekehrt ist es aber keineswegs den großen Stars und den dahinter stehenden Maschinerien vorbehalten, YouTube zu nutzen: Jeder kann YouTube. Fette japanische Katzen, Babys, die sich in den Finger beißen, halblustige Amateurkomiker – jeder hat das Zeug dazu, zumindest für einige Stunden in den Wochen-Rankings ganz oben zu landen. Noch nie hat die Aussage von Andy Warhol, jeder habe mal seine fünf Minuten Ruhm, so gestimmt wie jetzt.
Für die klassischen Medien, vor allem für das Fernsehen, bedeutet das nichts Gutes. Denn YouTube hat angekündigt, langsam, aber sicher sein Image als Amateur-Kanal zu ändern. Nicht mehr die oben genannte Katzen und Babys sollen dann die Hauptrolle spielen, sondern „echte“ Fernsehsendungen, von Profis gemacht. In den USA wurde bereits damit begonnen, die Plattform in mehr Kanäle aufzuteilen; in den Kategorien wie Sport, Musik oder Nachrichten sollen dann entsprechende Werbebotschaften zugeschalten werden.

Milliarden mit Werbung rund um die Videos

Ein Widerspruch zur bisherigen Strategie? Keineswegs, denn an der grundlegenden Ausrichtung ändert sich nichts: YouTube ist eine Plattform, auf der jeder seine Videos publizieren kann; es werden wie jetzt schon die (aus welchen Gründen auch immer) populärsten Stücke die meisten Zuseher anlocken. YouTube bleibt offen für alle - das macht es zwar nicht unbedingt zum Linux der Medienbranche, aber der Zugang zu einem Millionen-, ja: Milliarden-Publikum steht im Prinzip jedem offen.

Gefährlich ist das für das Fernsehen und zwar für das Fernsehen in aller Welt: Immer mehr Menschen wenden sich vom klassisch-linearen TV-Programm ab und sitzen dann vor der Glotze, wenn es ihnen passt. Und je mehr Fernseher internet-tauglich werden, desto eher wird auf YouTube geschaut als auf „Tatort“, „Große Chance“ oder „ZiB 2“.

Analystenschätzungen zufolge wird YouTube heuer rund 3,6 Milliarden US-Dollar umsetzen, das wäre um die Hälfte mehr als im Vorjahr. Die Werbeeinnahmen steigen weiter; auch in Europa haben die Google-Manager massive Expansion angekündigt. Und große Fernsehproduzenten haben bereits begonnen, entsprechende Inhalte ausschließlich für YouTube zu produzieren.

Es ist zu erwarten, dass die TV-Sender mit medienrechtlichen Argumenten versuchen werden, YouTube am Vorwärtskommen in den jeweiligen Märkten zu hindern. Doch wie soll man Internet-Videos von Computern, Tablets, Handys und auch Fernsehern verbannen? Das könnte nicht einmal in Albanien oder Österreich passieren. Es ist zu erwarten, dass YouTube die große Chance hat, die Medienwelt nachhaltig zu verändern – und Videos wie jenes von Sido vs. Heinzl wird es dann im Hauptabendprogramm spielen.

Hier die Videos, für alle, die unbedingt sehen wollen, was sie nicht glauben wollen:

1. Justin Bieber (795 Millionen Klicks)

2. Psy mit "Gangnam Style" (623 Millionen)

3. Jennifer Lopez und Pitbull (615 Millionen)

4. Eminem und Rihanna (510 Millionen)

5. Shakira und einige Fußballer (498 Millionen)

6. LMFAO (496 Millionen; Stand jeweils: 2. November 2012)

Aus österreichischer Sicht

Und was ist aus österreichischer Sicht der YouTube-Hit: Es ist weder Falco noch der "Sound of Music", sondern es sind die stärksten Zitate von Arnold Schwarzenegger (knapp 13 Millionen mal angesehen):

Zumindest teilweise "made in Austria" ist das Video des Stratos-Projekts von Red Bull und Felix Baumgartner (29 Millionen Klicks):

Robert Prazak

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