Fukushima: Künstlicher Permafrost soll Grundwasser schützen

Fukushima: Künstlicher Permafrost soll Grundwasser schützen

Erdreich durch eingepumpte Kühlmittel in künstlichen Permafrost zu verwandeln ist kein ganz neues Verfahren. Erstmals angewandt wurde es zur Mitte des 19. Jahrhunderts, um Kohleminen in Großbritannien vor dem Einsturz zu bewahren. Etwa 150 Jahre später soll das gleiche Verfahren, freilich in einer Hightech-Version, das tonnenweise permanent ins Meer laufende und hochgradig radioaktive Wasser aus den japanischen Katastrophenreaktoren in Fukushima eindämmen.

Mindestens 300 Tonnen dieses Wassers, verseucht mit krebserregenden, strahlenden Partikeln wie Cäsium, Tritium und Strontium fließen derzeit täglich aus dem verseuchten Atomkomplex in den Pazifik vor der japanischen Westküste. Eine künstliche Barriere aus Eis unter dem Kraftwerk soll den Abfluss nun wirksam stoppen und die schwere Umweltgefährdung begrenzen.

Es handelt sich allerdings nur um das jüngste von mehreren Verfahren, die vom Kraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) seit der Katastrophe im Frühjahr 2011 zur Eindämmung des radioaktiven Wassers erwogen wird. Zuvor gab es bereits mehrere Rückschläge.

Zugleich wächst der Druck seitens der Politik spürbar: Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete die Lage am Kraftwerk Fukushima in der letzten Woche erstmals als “dringendes Problem”. Die Atomaufsichtsbehörde nannte die Lage einen “Notfall”. Auf den japanischen Steuerzahler kommen bereits jetzt geschätzte elf Trillionen Yen (etwa 85 Mrd. Euro) an Sanierungskosten zu.

Bekannte Methode

Diesmal soll mit dem künstlichen Permafrost auf eine Technik zurückgegriffen werden, die sich zumindest im Experiment bereits einmal zur Eindämmung von Radioaktivität bewährt hat. Das war an einem Standort in Alaska, wo die USA Plutonium für Atomwaffen produzierten. Das Gelände gehörte zum Forschungszentrum Oak Ridge National Laboratory, wie das seinerzeit beteiligte und auf Kühltechnik spezialisierte Unternehmen Arctic Foundations Inc. erklärte.

“In manchen Fällen hilft nichts anderes und es ist die einzige Technik, die wirklich funktioniert”, sagt Experte Joseph Sopko von Moretrench aus Rockaway im Bundesstaat New Jersey, spezialisiert auf Projekte mit künstlich eingefrorenem Erdreich. “Wenn die anderen Möglichkeiten ausgegangen sind, dann läuft es eben auf das Einfrieren zu”, wie er es ausdrückte.

In Fukushima gibt es allerdings ebenso gewichtige Nachteile. Die Lösung wird kaum vor 2015 wirksam und es gibt noch keinerlei Schätzung für die Kosten, die immens sein können. Die Permafrost-Abdichtung unter dem Kraftwerkskomplex müsste etwa 1,4 Kilometer im Erdboden verlaufen und wäre mit Abstand die bislang größte, zusammenhängende künstliche Permafrost- Sperre, wie die Atomunfallbehörde einschätzt. Beauftragt mit einer Machbarkeitsstudie wurde nun das Bauunternehmen Kajima Corp., das den Atomkomplex Dai-Ichi maßgeblich gebaut hat. Die Ergebnisse sollen bis zum 31. März 2014 vorliegen.

Doch das Problem drängt, und zwar nicht nur wegen der atomaren Verseuchung des Pazifiks an dieser Stelle. Das schwer radioaktive Wasser hat sich bereits kurz nach dem Unfall durch die tonnenweise Kühlung der havarierten Reaktoren im unteren Bereich der Anlage im März 2011 angereichert. Es floss zudem Grundwasser ein, was das Volumen wesentlich erhöhte und zugleich verseuchte kontaminiertes Kühlwasser nahegelegene Grundwasservorkommen.

Den Plänen von Kajima zufolge sollen in vertikale Bohrungen von etwa einem Meter Abstand Röhren eingeführt werden, und zwar 20 bis 30 Meter tief. Am Standort installierte Kühlaggregate würden dann Kühlmittel in das Erdreich pumpen und es soll eine wasserdichte Permafrostzone wachsen, die radioaktives Wasser und Grundwasser aus den nahegelegenen Bergen voneinander trennen soll. Geplant ist von der Regierung ein Zeitraum von sechs Jahren ab dem Juli 2015.

Kritiker halten das Vorhaben für verschwenderischen Unsinn. “Der Vorschlag zum Einfrieren des Bodens ist nicht mehr als eine Geldmaschine für das beauftragte Unternehmen”, sagt Atomexperte Richard McPherson aus Kalifornien, der bereits zu Nuklearunfällen in Tschernobyl und Fukushima geforscht hat. Alleine die nötige Energie zur Aufrechterhaltung des Permafrosts unter der Erde aufzubringen sei “die reine Verschwendung”.

Die Regierung hat sich nach Angaben des Sprechers Yoshihide Suga für die Untersuchung des Vorschlags von Kajima entschieden und zugleich mehr Mittel zur Eindämmung des verseuchten Wassers bereitgestellt. “Das Vorhaben ist weltweit ohne Beispiel”, sagte Suga auf einer Pressekonferenz zum Thema. Die Regierung wolle nun das Heft in die Hand nehmen und die Realisierung unterstützen.

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