Frauen in der Bank of England: früher Geldzähler, heute Aufseher

Frauen in der Bank of England: früher Geldzähler, heute Aufseher

Mittlerweile setzt die Notenbank auf ihren weiblichen Stab, um Regeln für eines der größten Finanzzentren der Welt zu schaffen - bevor sie früh gehen, um die Kinder abzuholen.

Angesichts eines Mangels an zuverlässigen Arbeitskräften, stellte die Zentralbank im Jahr 1894 Frauen ein, sagt Paul Tempest, Chairman des BoE-Alumni-Verbands. Sie waren “billiger und zuverlässiger als der alte Haufen rauer Angestellter, mit denen sie sich sonst rumzuschlagen hatten.” Die Frauen brauchten eine Begleitperson, wenn sie das Büro verlassen mussten, und dürften sich nicht mal zum Mittagessen unter die Männer mischen.

Heute versucht die 319 Jahre alte Zentralbank der Kritik von Abgeordneten zu begegnen, sie habe ein Frauenproblem. Zwar sind alle neun Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss Männer, doch der Anteil an weiblichen Managern ist so hoch wie nie zuvor - dank der Gründung der Bankenaufsichtsabteilung in diesem Jahr.

“Wenn man Interesse an Politikgestaltung und öffentlichen Angelegenheiten hat, bin ich der festen Überzeugung, dass es nirgendwo in Großbritannien eine bessere Gelegenheit gibt, als hier in meiner Abteilung”, sagt Katharine Braddick, Direktorin für Aufsichtspolitik der Prudential Regulation Authority (PRA) von der Zentralbank in London. “Es gibt fundamentale Veränderungen in der Bankenbranche und wir sind mittendrin.”

Braddick ist auch ein gutes Beispiel für die flexiblen Arbeitszeitregelungen der britischen Notenbank und ihren Vorstoß in die Geschlechterdiversifizierung, um die Abwanderung in den Privatsektor zu vermeiden. Sie arbeitet vier Tage die Woche und verbringt den fünften Tag mit ihren Kindern: Zwillinge im Alter von drei Jahren und ein fünfjähriger Spross.

Daten zur Geschlechterdiversität bei Banken - in denen die zusätzliche Belegschaft der PRA nicht enthalten ist - zeigen, dass sich der Frauenanteil in der BoE seit 2002 unverändert auf 43 Prozent belief. In den unteren Dienstgraden machten sie zwar die Mehrheit aus, in den Führungsebenen waren es per März 2013 aber nur 31 Prozent. Die BoE hat das Ziel, dass im kommenden Jahr 35 Prozent der Beschäftigten in Führungspositionen Frauen sind.

In der PRA sei die Gleichstellung “kein heißes Thema”, sagt Megan Butler, Direktorin für internationale Banken und eine von 1185 Personen, die zur BoE dazu stößt, nachdem die Notenbank am 1. April die Aufsichtsfunktion von der Financial Services Authority übernommen hat. “Männer und Frauen sind enorm gut ausgewogen.”

Das war nicht immer so. Als die 45-jährige Jo Paisley 1991 bei der BoE angefangen hatte, war die Zentralbank “ziemlich von Männern beherrscht”. Als Direktorin für Risikospezialisten bei der PRA hilft sie bei der Durchführung von Stresstests. Sie geht um 17 Uhr aus dem Büro, um mit ihren Kinder, 8 und 10 Jahre, Abend zu essen - danach arbeitet sie wenn nötig weiter.

Direktoren wie Paisley, Butler und Braddick könnten ihr Jahresgehalt mehr als verdoppeln, auf 340.000 Pfund (406.600 Euro), wenn sie die Compliance-Abteilung einer Bank leiten würden, zeigt eine Umfrage des Personalberaters Michael Page.

Die Bezahlung der Frauen in der britischen Zentralbank ist allerdings besser als damals - bei Weitem. Die ersten weiblichen Angestellten im Jahr 1894 verdienten ein Pfund pro Woche und die Chance auf eine Gehaltserhöhung ging gegen Null. Janet Courtney, die erste Aufseherin für die weiblichen Beschäftigten, beschrieb die lebenslange Plackerei in ihrer Autobiographie von 1926 mit dem Titel “Recollected in Tranquility.”

In ihrer Abteilung für aus dem Verkehr zu ziehende Geldscheine wurden die zurückgegebenen Scheine in numerischer Folge sortiert, in Stapel von je 60 abgezählt und die Seriennummern in ein Hauptbuch eingetragen. Die Arbeit war ihr zufolge eine “nervtötende Beschäftigung, bei der jede Frau, geschweige denn eine Frau mit höherer Bildung, darum beten dürfte, erlöst zu werden”.

Nach zwei Weltkriegen und Gesetzen gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und für gleiches Entgelt haben sich die Aussichten für die Frauen verbessert. Doch selbst noch in den 2000ern war die Bank weit von der Gleichberechtigung entfernt, da Frauen in Teilzeit keine Karrierechancen hatten. “Man konnte die Arbeit machen, aber man konnte nicht befördert werden”, sagt Louise Redmond, BOE-Personaldirekorin von 2004 bis 2010.

Auch das ändert sich. Braddick, die von der FSA zur Zentralbank wechselte, erfuhr in der Woche, in der sie ins leitende Management für Strategie und Risiko befördert wurde, dass sie schwanger war. Nach dem Mutterschaftsurlaub arbeitete sie dann vier Tage die Woche, und die PRA bot ihr an, dieses Arrangement beizubehalten.

Bei einer Rede vor dem Women’s Network der Bank sagte Braddick: “Die Organisation hat sich mir breitwillig angepasst und mir keine Hürden auf dem Weg geschaffen. Trefft keine Annahmen darüber, was möglich und was unmöglich ist, denn viele Menschen sortieren sich selber raus.”

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