Formel Austria: Das beinharte Duell Lauda gegen Mateschitz

Formel Austria: Das beinharte Duell Lauda gegen Mateschitz

In der Formel 1 sorgt ein Österreicher-Duell für Unterhaltung: Red Bull gegen Mercedes oder Didi Mateschitz gegen Niki Lauda und Toto Wolff, die seit heuer bei den Silberpfeilen das Steuer in der Hand halten.

In Melbourne ist es höllisch heiß. "Heißer als Satans Fußnägel“, twitterte der neue Mercedes-Topstar Lewis Hamilton. 36 Grad Celsius und mehr machen den Formel-1-Fahrern vor dem ersten Grand Prix der Saison, der dieses Wochenende über die Bühne geht, ordentlich zu schaffen.

Höllisch heiß wird aber nicht nur das erste Rennen in Down Under, sondern die ganze Saison. Und bereits jetzt ist klar: Die Österreicher werden heuer in noch nie da gewesener Art der Formel 1 ihren Stempel aufdrücken. Denn erstmals ist von den fünf Top-Teams (Red Bull, Ferrari, McLaren, Mercedes und Lotus) nicht nur eines, sondern gleich zwei von Österreichern dominiert. Mercedes hat seit heuer mit Niki Lauda und Ex-Rennfahrer Toto Wolff zwei österreichische Aktionäre und Top-Entscheidungsträger mit an Bord. Lauda gegen Red-Bull-Boss Mateschitz ist ein Duell, das nicht nur hierzulande mit Spannung erwartet wird.

Silberpfeile als Geheimfavoriten?

Nach den ersten Testfahrten in Barcelona hat sich das deutsch-österreichische Mercedes-Team für manche Experten sogar zu so etwas wie einem Geheimfavoriten gemausert. Die Fabel-Rundenzeit, aufgestellt von Hamiltons Kollege Nico Rosberg, ließ die Konkurrenz erblassen. "Mercedes ist auf alle Fälle so nah dran wie nie zuvor“, attestierte Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko. Verbessert sind am "F1 W04“, wie der neue Mercedes-Rennwagen heißt, der Unterboden und eine aerodynamischere Motorabdeckung. Auch der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel zollte den Silberpfeilen Respekt: "Nico hatte in seinem Mercedes einen großartigen letzten Testtag - das zeigt, wie gefährlich er und Lewis Hamilton in Zukunft sein werden.“ Vettel selbst fuhr hingegen nur eine mittelmäßige Zeit. "Bei uns läuft es nicht ganz nach Plan“, räumt sein Boss Marko ein.

Bei Mercedes will man sich partout nicht in die Favoritenrolle drängen lassen, zu enttäuschend waren die letzten Saisonen. Nur ein einziger Sieg in drei Jahren. Die vermeintliche Wunderwaffe Michael Schumacher hatte sich als Rohrkrepierer erwiesen. Und auch schon die letzten Jahre war das Silberpfeil-Team des Öfteren Test-Weltmeister. "Mercedes hatte ein desaströses letztes Jahr. Nach starkem Start ist man vor allem unterjährig ins Hintertreffen geraten“, ist der neue Motorsportchef Toto Wolff vorsichtig. Optimistisch könne man immer noch nach den ersten paar Rennen sein. Auch Neo-Aufsichtsratschef Niki Lauda steht - vorerst - auf der Bremse: "Ich halte es für realistisch, dass Hamilton auf Mercedes irgendwann einmal Weltmeister werden kann. Heuer ist noch zu früh.“ Wolff will von einem Duell mit Red Bull gar nichts wissen: "Red Bull schlagen? Einen dreifachen Weltmeister zu schlagen, das muss man erst mal schaffen“, glaubt er. Er verweist darauf, dass auch Mateschitz’ Bullen sechs Jahre gebraucht haben, bis sie den ersten WM-Sieg in der Tasche hatten.

Viel frischer Wind

Dennoch gibt es einiges, was in dieser Saison für das Erstarken der Silberpfeile spricht. Abgesehen von dem frischen Wind, den die beiden Österreicher ins Team mitbringen, ortet Niki Nazionale einen Vorteil gegenüber Red Bull vor allem in der Piloten-Paarung Hamilton und Rosberg. Sie würden leistungsmäßig näher beisammenliegen als etwa die Red-Bull-Piloten Vettel und Webber. Diese Rivalität sei befruchtend, glaubt der dreifache Formel-1-Weltmeister.

Anfängliche Rivalitäten soll es auch zwischen den beiden Österreichern Lauda und Wolff gegeben haben. Zwischenzeitlich - nach einem klärenden Gespräch - ist die Harmonie aber wiederhergestellt. Die beiden Herren telefonieren oft bis zu dreimal täglich, denn gemeinsam will man den Rennstall wieder auf Touren bringen. Dazu sollen auch personelle Umgestaltungen vorgenommen werden. Am wahrscheinlichsten ist, dass Teamchef Ross Brawn in absehbarer Zeit gehen muss. Auch Geschäftsführer Nick Fry soll auf der Abschussliste des Austro-Duos stehen. Auf der Suche nach Ersatz hat sich Mercedes ausgerechnet zum Konkurrenten Red Bull begeben. Ganz oben auf der Einkaufsliste stand der Red-Bull-Wundermann, Chefingenieur Adrian Newey. Ende letzten Jahres soll Niki Lauda bei ihm vorstellig geworden sein. Der mit rund zehn Millionen Euro höchstbezahlte Formel-1-Techniker hält jedoch - vorerst - den Bullen die Treue.

Red Bull ist Budget-Weltmeister

Wie überhaupt das Geld im gesamten Rennzirkus die größte Rolle spielt. In diesem Punkt werden auch die deutlichsten Unterschiede zwischen Red Bull und Mercedes offenbar: Während Red Bull über ein kolportiertes Jahresbudget von 370 Millionen Euro verfügt, muss sich Mercedes mit rund der Hälfte begnügen. Red Bull ist damit in der heurigen Saison das Team mit dem größten Etat, noch vor Ferrari mit geschätzten 340 Millionen Euro. Für Formel-1-Sieger scheinen sich die hohen Investitionen auch zu rechnen. Im Jahr 2010, als Red Bull erstmals den Titel holte, vermeldete Teamchef Christian Horner, dass sich in der Formel 1 erstmals ein Mini-Gewinn von umgerechnet 3,2 Millionen Euro ausging. Mittlerweile - Zahlen werden von Red Bull nicht publiziert - dürfte dieser Gewinn aber deutlich höher ausfallen. Für den dritten Markentitel in Folge kassierte der österreichische Rennstall letztes Jahr eine satte Prämie von 100 Millionen Euro. Auch über mangelndes Sponsoreninteresse kann sich die Mateschitz-Truppe nicht beklagen. "Unsere Sponsoren haben ihr Engagement für heuer sogar intensiviert“, meinte Mateschitz jüngst in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten“.

Davon kann man bei Mercedes nur träumen: Nach dem Absprung von Aktionär Aabar Investments Ende 2012 haben einige Daimler-Aktionäre gegen das teure Hobby Formel 1 mobilgemacht. Die Investmentfonds DWS und Union forderten öffentlich den Ausstieg. Zuletzt hatte der Konzern mit den teuren Boliden immerhin einen Verlust von 26 Millionen Euro eingefahren, wie aus dem Daimler-Jahresbericht hervorgeht. Daimler-Boss Zetsche entschied sich dennoch für einen Verbleib in der Königsklasse des Rennsports und setzt nun alle Hoffnungen auf einen Neustart mit Lauda und Wolff. Die sind nun nicht nur zum Erfolg, sondern auch zum Sparen verdammt.

Deshalb unterstützt Wolff auch eine kürzlich von Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn, ebenfalls Österreicherin, eingeforderte Budgetobergrenze für die Formel 1: "Wir haben ja auch eine Verantwortung für die gesamte Serie. Es kann nicht im Interesse der vermögenden Teams sein, dass kleinere, weniger vermögende aus dem Feld geräumt werden und verschwinden.“

Anders sieht man das naturgemäß bei Red Bull, wo Geld im Überfluss vorhanden ist. "Wie viel Geld ein Team ausgibt, sollte seine Sache bleiben“, meinte dazu jüngst Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Unterstützt wird er dabei von niemand Geringerem als dem mächtigen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

So heiß also der Kampf um den Titel in dieser Saison werden könnte - richtig rund wird es 2014 gehen. Denn ab nächstem Jahr schreibt das Reglement die Einführung neuer Sechszylinder-Motoren vor. Das kommt einer Revolution der Formel 1 gleich. Schon jetzt wird von den Teamingenieuren eifrig daran gebastelt. Und es überrascht wohl nicht, zu hören, dass Red Bull und Mercedes mit der Entwicklung des neuen Motors besonders weit sein sollen.

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