Filter, Notfallpläne und Erdbebenschutz im Argen: Mängel in allen AKW

Praktisch alle Atommeiler in Europa müssen nach den auf Prüfberichten von EU-Experten aufbauenden Empfehlungen der EU-Kommission in irgendeiner Form nachgerüstet werden.

Filter, Notfallpläne und Erdbebenschutz im Argen: Mängel in allen AKW

Die "Stresstests" untersuchten aber schwerpunktmäßig Gefahren, die von Naturkatastrophen ausgehen, nicht aber von Terrorismus, Cyber-Attacken, Materialschäden oder menschlichem Versagen.

Die Kriterien, nach denen die EU-Experten die Anlagen durchcheckten, sind: Erdbebenrisikoberechnung, Überflutungsrisikoberechnung, der international empfohlene Mindestschutzgrad vor seismischen Gefahren, die Lagerung von Ausrüstung zur Bekämpfung schwerer Unfälle, seismische Messinstrumente, der Ausfall der Notstromversorgung, Notfallverfahren, Leitlinien für das Vorgehen bei schweren Unfällen, passive Maßnahmen zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen, Filtersysteme in der Sicherheitsumschließung und das Vorhandensein eines Ersatzkontrollraums.

Erdbeben- und Überflutungssicherheit mangelhaft

Erdbebengefahr: Bei der Auslegung von 54 Reaktorblöcken in der EU wurden laut EU-Kommission moderne Standards für die Erdbebenrisikoberechnung nicht berücksichtigt. Darunter fallen mit Ausnahme von Civaux, Flamanville und St. Alban alle französischen Kernkraftwerke und in Rumänien das AKW Cernavoda.

Überflutungsgefahr: In 62 Reaktoren wurden moderne Standards für die Überflutungsrisikoberechnung nicht berücksichtigt. Nach Angaben der EU-Kommission sollte bei der Risikoberechnung ein Zeitraum von 10.000 Jahren zugrunde gelegt werden. Von diesen Mängeln betroffen sind in Belgien das AKW Tihange, alle französischen AKW und in den Niederlanden der Atommeiler in Borssele.

Der international empfohlene Mindestschutzgrad vor seismischen Gefahren ist in den Erdbebengefährdungsstudien von 65 Reaktoren nicht zugrunde gelegt. Dazu zählen die finnischen AKW Loviisa und Olkiluoto, in Deutschland die Atomkraftwerke Brokdorf, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Isar, Krümmel und Unterweser, in Litauen das AKW Ignalina und in den Niederlanden Borssele.

Die Ausrüstung zur Bekämpfung schwerer Unfälle sollte an sicheren und rasch zugänglichen Orten gelagert werden, dies ist bei 81 Reaktoren nicht der Fall. Darunter fallen in Bulgarien das AKW Kosloduj, in Tschechien die Anlagen Dukovany und Temelin, alle französischen Atomkraftwerke, in den Niederlanden Borssele, in Rumänien Cernavoda, in der Slowakei Mochovce sowie in Schweden die AKW Forsmark, Oskarshamn und Ringhals.

Die Installation bzw. Nachrüstung von seismischen Messinstrumenten muss in 121 Reaktoren durchgeführt werden. Überhaupt installiert werden müssen die Messgeräte erst in Tschechien im Atomkraftwerk Dukovany, in Deutschland in Brokdorf, Brunsbüttel, Emsland, Grohnde, Krümmel und Unterweser, in den Niederlande in Borssele und in Schweden in Oskarshamn.

Eine Stunde bis zur Aufheizung des Reaktorkerns

Fünf Reaktoren sind nicht in der Lage einem Ausfall der Notstromversorgung mehr als eine Stunde ohne Eingreifen standzuhalten, bevor die Sicherheitsfunktionen wiederhergestellt sein müssen, um ein Aufheizen des Reaktorkerns zu verhindern. Betroffen von diesen Mängeln sind u.a. in Finnland Olkiluoto und in Schweden Forsmark.

57 Reaktoren haben Notfallverfahren, die sich nicht auf alle Anlagenzustände - vom Vollleistungsbetrieb bis zur Abschaltung - erstrecken. Hier listet die EU-Kommission explizit alle finnischen AKW, in Rumänien Cernavoda 2, in Spanien das AKW Trillo sowie mit Ausnahme von Sizewell B alle britischen Atomkraftwerke.

Die Leitlinien für das Vorgehen bei schweren Unfällen sind bei 79 Reaktoren unzureichend, weil sie nicht alle Anlagenzustände abdecken. Auf dieser Mängelliste stehen das bulgarische AKW Kosloduj, alle tschechischen und finnischen Atomreaktoren, in Frankreich die AKW Belleville, Cattenom, Chooz, Civaux, Flamanville, Golfech, Nogent, Paluel, Penly, St. Alban, alle deutschen Atomkraftwerke, in Rumänien Cernavoda sowie alle slowakischen, spanischen und britischen Atommeiler.

Unzureichende Maßnahmen zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen, die im Fall schwerer Unfälle automatisch greifen sollten, haben 40 Reaktoren. Betroffen sind das bulgarische Atomkraftwerk Kosoduj, alle tschechischen Anlagen, in Finnland Olkiluoto, in Deutschland Brunsbüttel, Isar, Krümmel, Philippsburg und Unterweser in Rumänien der Reaktor Cernavoda 2, alle slowakischen und spanischen Atommeiler, das slowenische AKW Krsko, in Schweden die AKW Forsmark, Oskarshamn und Ringhals 1 sowie alle britischen AKW.

Über mit Filtern ausgestattete Abluftsysteme in der Sicherheitsumschließung, um bei einem Unfall den Druck im Reaktorbehälter ohne Radioaktivität ablassen zu können, verfügen 32 Reaktoren nicht. Es sind dies alle belgischen und tschechischen AKW, in Finnland Loviisa, alle Reaktoren im ungarischen AKW Paks, sowie die Atomkraftwerke in Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Spanien und in Großbritannien die Anlage Sizewell B.

Keinen Ersatzkontrollraum haben 24 Reaktoren, darunter in Finnland Olkiluoto, in Deutschland Biblis, und mit Ausnahme von Heysham 2, Sizewell B und Torness alle britischen Atommeiler.

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