Ein Hobbit für Neuseeland

Ein Hobbit für Neuseeland

Das Land braucht die Magie des Zauberers mehr denn je, wenn er im kommenden Monat zurückkehrt. Während in der Hauptstadt die Vorbereitungen für die Weltpremiere am 28. November von “Der Hobbit: Eine unerwartete Reise” laufen, dem ersten Teil einer Vorgeschichte zu der Ringe-Trilogie von J.R.R. Tolkien, steht die neuseeländische Wirtschaft vor Herausforderungen, die es beim Kinostart des ersten Herr-der-Ringe-Films vor elf Jahren noch nicht gab.

Denn seither hat sich einiges verändert: Der Wert der Landeswährung hat sich verdoppelt, was die Exporte belastet und Touristen abschreckt, die nach den ersten Filmen noch in Scharen angereist waren. Im Geschäftsviertel der Hauptstadt stehen 15 Prozent der Büros leer.

Fünfundvierzig Flugminuten südlich liegt Christchurch, die drittgrößte Stadt Neuseelands und Reiseportal für viele Drehorte der Filme. Hier muss nach zwei verheerenden Erdbeben die Innenstadt wieder aufgebaut werden.
Die Regierung erhofft sich von den Hobbit-Filmen eine Trendwende im Fremdenverkehr, nachdem die Ausgaben der Touristen seit dem Jahr 2008 um zehn Prozent eingebrochen sind, sowie einen Schub für die Filmproduktions-Industrie. Die Branche hat sich verzehnfacht, nachdem Regisseur Peter Jackson im Jahr 1999 Neuseelands Landschaft zu Tolkiens Mittelerde machte.

Der Tourismus ist nach der Molkereiproduktion der zweitgrößte Wirtschaftszweig Neuseelands. In den zwölf Monaten bis Ende März 2011 hat der Tourismus 9,7 Mrd. Neuseeland-Dollar (6,2 Mrd. Euro) zur Wirtschaft beigetragen, das entspricht 17 Prozent aller Exporte, wie aus Daten von der Statistikbehörde hervorgeht. Durch die Ringe-Trilogie wurden die Gebirge und bewaldeten Täler Neuseelands einem weltweiten Publikum bekannt. Einer Umfrage von Tourism New Zealand aus dem Jahr 2004 zufolge gaben sieben Prozent der Besucher an, dass die Ringe-Trilogie ihre Urlaubsentscheidung beeinflusst hat.

Diesmal dürfte der wirtschaftliche Erfolg allerdings nicht ganz so stark auffallen wie bei der Ringe-Trilogie, sagt John Yeabsley, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am New Zealand Institute of Economic Research (NZIER), der einen Bericht zu den Auswirkungen der Tolkien-Filme auf die Wirtschaft für die Regierung mit verfasst hat. “Wir werden nicht ganz so gut abschneiden.”

Wert des Neuseeland-Dollar hat sich verdoppelt

Vor elf Jahren, als Jackson mit “Die Gefährten” den ersten Teil seiner Trilogie präsentierte, war die Landeswährung rund 40 US-Cents wert. Zwei Jahre später zur Premiere des letzten Teils “Die Rückkehr des Königs” - der einen Oscar für den besten Film gewann - waren es 65 US-Cents. Am Donnerstag gegen 14 Uhr notierte der Neuseeland-Dollar bei 82,06 US- Cents. Die Landeswährung hat in diesem Jahr die beste Entwicklung aller Währungen der zehn führenden Industriestaaten verzeichnet.

“Alle hoffen, dass uns der Hobbit-Film einen weiteren Schub geben wird, sodass die Leute weniger an den Wert der Währung und alles andere denken und trotzdem kommen”, sagt der 58-jährige Hotelier Gary Tate von der Südinsel. Ihm gehört das Fünfsternehotel Minaret Lodge in der Skiregion Wanaka, nahe dem Drehort von Gandalfs Ritt nach Minas Tirith. Obgleich das Hotel über ein gefragtes Zimmer im Hobbit-Stil verfügt, sind die Buchungen Tate zufolge im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gesunken. Damit steht er nicht alleine da.

Die Übernachtungen internationaler Gäste in der Region Canterbury sind in den zwölf Monaten bis Ende Juli 2012 um 26 Prozent gesunken. Viele Hotels lagen im Zentrum von Christchurch, das seit den Erdbeben im September 2010 und Februar 2011 nur noch eine abgesperrte Abrissfläche ist. Die Schäden durch die Erdbeben beliefen sich auf 30 Mrd. Neuseeland- Dollar. Auch die Besucherzahlen aus traditionell starken Märkten gehen zurück. So wurden laut Statistikbehörde aus Großbritannien im Jahresvergleich zehn Prozent weniger und aus den USA vier Prozent weniger Besucher verzeichnet.

Vor diesem Hintergrund hat Premierminister John Key viel dran gesetzt, dass auch der Hobbit in Neuseeland gedreht wird. Key, der frühere Leiter des Devisenhandels von Merrill Lynch & Co., sagte Warner Bros Productions Ltd. im Gegenzug bis zu 25 Mio. Dollar an Zuschüssen zu, nachdem das Studio wegen der Währungsaufwertung ein Entgegenkommen verlangt hatte. “Das war natürlich die richtige Entscheidung”, sagt George Hickton, ehemaliger Chef von Tourism New Zealand und derzeitiger Direktor von Hobbiton, wo Touristen das Set des Hobbit-Dorfes besuchen können. “Dass die Filme in Neuseeland gedreht werden, ist von entscheidender Bedeutung”, erklärt er. “Sie sind so etwas wie eine dreistündige Fernsehwerbung.”

Mehr als ein Hobbit zur Ankurbelung der Wirtschaft nötig

Neuseelands Wirtschaft braucht allerdings mehr als das Talent von Jackson, um das Wachstum wieder anzutreiben. Die Arbeitslosenquote ist im zweiten Quartal auf 6,8 Prozent gestiegen, das verarbeitende Gewerbe schrumpft und die Regierung muss Staatseigentum im Volumen von rund 6 Mrd. Neuseeland-Dollar verkaufen, um ihre Schulden zu reduzieren und Christchurch wieder aufzubauen. Das Wachstumsziel von 0,6 Prozent im dritten Quartal dürfte verfehlt werden, wie das Finanzministerium am 1. Oktober mitteilte.

“Es gibt kein Allheilmittel, das Neuseeland in eine Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten verwandelt”, sagt Cameron Bagrie, Chefökonom von ANZ New Zealand. Das Land brauche die Unterstützung “mehrerer Sektoren”.
Die Ringe-Trilogie hat im Laufe von etwa vier Jahren 352,7 Mio. Neuseeland-Dollar zur Filmindustrie beigetragen, wie aus dem NZIER-Bericht hervorgeht. Der positive Effekt bei den Touristenausgaben im Jahr 2004 durch die drei Ringe-Filme belief sich nach Angaben der nationalen Statistikbehörde zusammengenommen auf mindestens 700 Mio. Neuseeland-Dollar.

Vor vier Jahren hat Jacksons Studio The Weta Cave eröffnet, ein Museum und Laden für Memorabilien, in dem die Statue von Gandalf steht und handgeschmiedete Schwerter für bis zu 8000 Dollar verkauft werden. Tim Launder, Geschäftsführer von Weta Ltd., geht davon aus, dass die Besucherzahlen nach dem Start des ersten Hobbit-Films um etwa 50 Prozent anziehen werden. “Die Menschen werden aus Amerika und Europa anreisen und ihre Schwerter und Schwertscheiden holen”, sagt er, “und die Tränen werden ihnen über die Wangen fließen”.

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